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11.10.2021 | Politik | Nachrichten

DBfK zu Pflegepersonalquotienten: „Keinerlei Aussagekraft“

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Das InEK hat vergangene Woche erstmals eine vergleichende Übersicht der Pflegepersonalquotienten in Kliniken veröffentlicht. Doch welche Aussagekraft haben die Daten im Hinblick auf die Personalausstattung? Für den DBfK sind die Zahlen eine Farce.

Die mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG) eingeführten Pflegepersonalquotienten werden durch das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) ermittelt. Der Pflegepersonalquotient setzt für ein Krankenhaus die Anzahl der Vollzeitkräfte in der Patientenversorgung ins Verhältnis zum Pflegeaufwand. Grundlage für die Berechnung ist der sogenannte Pflegelast-Katalog. Doch genau das ist aus DBfK-Sicht der falsche Ansatz:  

„Hiermit wird suggeriert, der Katalog bilde den Pflegeaufwand im Sinne von Pflegezeitaufwand oder im Sinne von erbrachten Pflegeleistungen ab. Das ist absolut falsch“, erklärte am Donnerstag die Bundesgeschäftsführerin des DBfK, Bernadette Klapper. Der Pflegelast-Katalog bilde lediglich den in die DRG-Kalkulation eingegangenen Kostenanteil für die Pflegepersonalkosten ab. Die Pflegepersonalquotienten gäben damit keinerlei Auskunft über das reale Verhältnis zwischen angefallenem Pflegeaufwand und tatsächlicher Personalbesetzung. Diese grundsätzliche Kritik am Pflegepersonalquotienten hatte der DBfK bereits im Dezember 2020 in einem Positionspapier formuliert.

Keine Vergleichbarkeit der Personalausstattung

Deutliche Kritik übte Klapper auch an der Darstellung, der Personalquotient bilde das Verhältnis von Pflegebedarf und Personalbesetzung ab und biete so eine Vergleichbarkeit der Pflegepersonalausstattung in den Krankenhäusern.  „Es ist eine Falschbehauptung – sowohl im Gesetz als auch durch InEK“, betonte die DBfK-Bundesgeschäftsführerin und sprach von „gefährlicher Scheintransparenz.“

Klappers Fazit: „Die veröffentlichten Pflegepersonalquotienten sind eine Farce, sie besitzen keinerlei Aussagekraft“. Stattdessen forderte die DBfK-Geschäftsführerin als Sofortmaßnahme interimsmäßig die PPR 2.0 einzuführen.

Zuvor hatte bereits die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) die Pflegepersonalquotienten als „völlig unbrauchbares“ Instrument bezeichnet. „Die Veröffentlichung schafft keine Transparenz, vielmehr verzerrt sie und verursacht falsche Interpretationen“, fasste Dr. Gerald Gaß, DKG-Vorstandsvorsitzender die Einschätzung der Krankenhausträger zusammen. Wie der DBfK macht sich auch die DKG für die PPR 2.0. stark: „Wir haben gemeinsam mit dem Deutschen Pflegerat und ver.di mit dem Pflegepersonalbedarfsbemessungsinstrument (PPR 2.0) ein Konzept vorgelegt, das umsetzbar und am tatsächlichen Versorgungsbedarf der Patienten orientiert ist. Es muss endlich umgesetzt werden“, so Gaß. (ne)

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