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27.10.2017 | Politik | Nachrichten

DBfK fordert: Mehr Pflege ans Krankenbett

Bevor es bei den Koalitionsverhandlungen um das Thema Pflege geht, hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) noch einmal klargemacht: Bessere Arbeitsbedingungen für Pflegende sind die Voraussetzung für mehr Versorgungsqualität im Krankenhaus.

Der DBfK hat die künftigen Koalitionäre heute aufgefordert, endlich bessere Arbeitsbedingungen für Pflegende im Krankenhaus zu schaffen. Bisherige Maßnahmen wie das Pflegestellenförderprogramm würden bei den professionell Pflegenden noch nicht ankommen.

„Wer erreichen will, dass gute Versorgungsqualität Ziel des Handelns in den Kliniken wird, darf nicht bei Lippenbekenntnissen stehenbleiben“, sagte gestern DBfK-Präsidentin Christel Bienstein in Berlin. Der Fokus auf Patientenorientierung und Patientensicherheit müsse in den kommenden vier Jahren konsequent umgesetzt werden. Und so Bienstein weiter: „Die Sicherstellung guter und fachgerechter Pflege ist dazu der wichtigste Schlüssel“.

Täglich treten Pflegekräfte resigniert den Rückzug aus ihrem Beruf an

Bienstein verwies weiterhin darauf, dass es seit 1995 in Deutschland keine verbindlichen Vorgaben mehr zu Personalschlüssel und -qualifikation gebe. Die Einführung der DRGs und die dadurch gesetzten Anreize hätten ein Übriges dazu getan, die Pflege in den Krankenhäusern „auszubluten“. Die Folgen seien heute zu spüren: Pflegemängel, Hygienedefizite, Medikationsfehler, unzureichende Anleitung von Pflegeschülern, stressbedingte Gesundheitsrisiken für die Pflegekräfte.

Täglich würden erfahrene Pflegekräfte resigniert und erschöpft den Rückzug aus ihrem Beruf antreten. Der Arbeitsalltag sei für viele unerträglich geworden. „Dass sich unter solchen Bedingungen kaum noch Bewerberinnen für freie Stellen in der Krankenhauspflege finden lassen, ist kein Wunder“, so die DBfK-Präsidentin.

Um die Abwärtsspirale aufzuhalten, fordert der DBfK seit langem gesetzliche Pflegepersonalmindeststandards für Krankenhäuser. Dass das geht und wie sehr damit die Versorgungsqualität verbessert werden kann, hätten andere Länder längst bewiesen. Die geplanten Personaluntergrenzen für „pflegesensitive Bereiche“ betrachtet der DBfK lediglich als einen ersten Schritt sein, um die Situation zu verbessern. (ne)