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19.08.2022 | Politik | Nachrichten

Verkürzte Weiterbildung in der Intensivpflege

DPR kritisiert Sonderweg in Baden-Württemberg 

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Um dem Fachkräftemangel in der Intensivpflege zu begegnen, hat Baden-Württemberg Modellprojekte mit verkürzter Weiterbildungsdauer genehmigt. Deutliche Kritik kommt vom Deutschen Pflegerat (DPR), der bundesweit einheitliche Qualifikationsniveaus fordert.

Intensivpflege COVID-19 © Valerii / stock.adobe.comIn einer Verkürzung der Weiterbildungsdauer sieht der DPR eine Dequalifizierung der Intensivpflege.

Dank einer kürzeren Aus- und Weiterbildung sollen an fünf Universitätskliniken des Landes Intensivpfleger*innen künftig schon nach vier Jahren und damit ein Jahr schneller zum Einsatz kommen. Der DPR sieht darin eine „Dequalifizierung der Intensivpflege“. Zum wiederholten Male versuche Baden-Württemberg, Bildungswege in der Pflege zu verkürzen, um Versorgungssicherheit herzustellen, rügt der Verband am Donnerstag. 

Für DPR-Präsidentin Christine Vogler setzt das Land damit „am falschen Hebel“ an. Sie warnte davor, dem Beispiel zu folgen. Andere Länder sollten sich an „angemessenen Bildungsstandards“ orientieren. Das Ausscheren Baden-Württembergs in den Modellprojekten führt aus Sicht von Vogler zu Berufsabschlüssen, die in anderen Bundesländern nicht anerkannt werden und für die es auch keine tarifliche Einordnung gibt. Auch international seien diese Bildungswege nicht anschlussfähig.

Einheitliche Bildungsarchitektur für die Pflege

Vogler betonte: „Wenn jedes Bundesland aufgrund des Pflegepersonalmangels Sonderwege kreiert, werden die Berufe in der Pflege weiter dequalifiziert. Damit sinkt deren Attraktivität“. Die DPR-Präsidentin plädierte für eine zwischen Ländern und Bund abgestimmte Bildungsarchitektur für die Pflege, die die akademische Qualifikation und die Weiterbildung stärkt und Berufszugänge über die Assistent*innenqualifikation schafft.

Seit Jahren drängt der DPR auf bundeseinheitliche Regelungen in der pflegerischen Bildung für alle Qualifikationsniveaus. „Wir brauchen Pflegefachpersonen für alle pflegerischen Settings mit einer Wechseloption im Laufe ihrer Berufskarriere. Wir brauchen Qualifikationen, die für Pflegebedürftige und Patient*innen klar erkennbar sind“, betonte Vogler.

Kritisch sieht Vogler in diesem Zusammenhang aber auch den Umgang mit der Profession. Es stelle sich die Frage, ob ein ähnliches Vorgehen bei anderen Berufen vorstellbar sei: „Würden wir auf die Idee kommen, die fachärztliche Ausbildung zu verkürzen, damit Fachärzt*innen dem Markt schneller zur Verfügung stehen? Das erlaubt sich Deutschland nur in der Pflege.“  (ne)

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