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25.10.2022 | Politik | Nachrichten

Pflegekrise

Bienstein fordert Risikoplanung und grundsätzliche Reform

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DBfK-Präsidentin Christel Bienstein sieht Deutschland vor einer massiven Pflegekrise. Der sich dramatisch zuspitzende Personalmangel mache eine Risikoplanung und grundsätzliche Reformen notwendig.

Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des DBfK © privatSieht Deutschland derzeit schlecht auf die Pflegekrise vorbereitet: DBfK-Präsidentin Christel Bienstein.

In den nächsten 10 Jahren wird Deutschland rund 500.000 Pflegekräfte verlieren, die in den Ruhestand gehen. Auf diese dramatische Entwicklung verwies die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), Christel Bienstein, am Dienstag im Deutschlandfunk. Diesen Personalbedarf könne man gar nicht mehr ersetzen. Das bedeute: Weil Pflegekräfte fehlen, würden viele Menschen keinen ambulanten Pflegedienst mehr finden bzw. könnten keine Angehörigen mehr in Pflegeeinrichtungen unterbringen. 

„So wie die Klimakrise haben wir jetzt eine Pflegekrise“, sagte Bienstein. Man brauche daher eine Risikoplanung sowie grundlegende Reformen im Gesundheitswesen. Als wichtigste Punkte einer solchen Reform sieht die DBfK-Präsidentin u.a. die Vermeidung unnötiger Operationen und den „sinnhaften Zusammenschluss“ von Krankenhäusern. Auch der Aufbau von Primärversorgungszentren nach skandinavischem Vorbild sei in Regionen mit Hausärztemangel notwendig. Damit könnte jeder Bürger in kurzer Zeit eine gesundheitliche Unterstützung erhalten. Das sei derzeit nicht der Fall.

Kein großer Wurf

Zum Plan von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, Pflegekräfte durch Ambulantisierung von Krankenhausleistungen von Nachtdiensten zu entlasten, äußerte sich Bienstein kritisch: „Wir glauben nicht, dass das wirklich hilft“, erklärte sie. Natürlich könnten deutlich mehr Krankenhausleistungen ambulant durchgeführt werden, als dies bisher der Fall sei. Damit würden jedoch nicht die Nachtdienste entlastet. Derzeit gäbe es Situationen, in denen eine Pflegende nachts bis 28 schwerstkranke Patienten auf einer Station betreut. Selbst wenn sie nachher „nur noch“ 18 Patienten hätte, wäre das dann nicht der „Große Wurf“.  (ne)

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