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14.08.2019 | Politik | Nachrichten

Eckpunkte für bedarfsorientierte Personalbemessung liegen vor

Der Deutsche Pflegerat (DPR), die Gewerkschaft Verdi und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) haben Eckpunkte für die Entwicklung eines Personalbemessungsinstruments vorgelegt. Grundlage ist die Struktur der Pflegepersonal-Regelung (PPR).

Mit dem Instrument sollen Krankenhäuser künftig auf allen Stationen den Pflegepersonalbedarf für die unmittelbare Patientenversorgung ermitteln und die notwendige Personalausstattung definieren. Als Richtschnur dienen dabei die Standards einer hochwertigen Patientenversorgung, um eine hohe Patientensicherheit zu gewährleisten.

"Wir benötigen die Orientierung am Bedarf, nicht an einem beliebig festgelegten Grenzwert für Gefährdung“, erklärte DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß am Dienstag mit Verweis auf die Pflegepersonaluntergrenzen. Mit dem Personalbemessungsinstrument stünde ein weitaus realistischeres und wirksameres Mittel zur Sicherung der Pflegequalität zur Verfügung. DPR, Verdi und DKG sehen in einer verbindlichen Personalausstattung, die sich am Pflegebedarf orientiert, zudem das wirksamste Mittel gegen den Fachkräftemangel. 

Andrea Lemke, Präsidiumsmitglied des DPR, kritisierte den großen bürokratischen Aufwand beim Nachweis der Pflegepersonaluntergrenzen. Dieser stünde in keinem Verhältnis zum Nutzen. "Ziel muss es sein eine Personalausstattung sicherzustellen, die dem Leistungsgeschehen des Krankenhauses gerecht wird sowie die Qualität der Leistungserbringung und die Patientensicherheit berücksichtigt", so Lemke.

Instrument soll auf PPR aufbauen

Einig waren sich die beteiligten Organisationen, dass das Personalbemessungsinstrument auf der Pflegepersonalregelung (PPR) aufbauen soll. Diese werde überarbeitet, ergänzt, die Minutenwerte aktualisiert. Das Instrument solle zudem kontinuierlich weiterentwickelt werden, um neue pflegewissenschaftliche und versorgungsrelevante Erkenntnisse zu berücksichtigen.  Besondere Anpassungen sind für Intensivstationen und in der Kinderkrankenpflege geplant.

Bis zum Jahresende wollen die drei Organisationen dem Bundesgesundheitsministerium ihren Vorschlag für ein Personalbemessungsverfahren präsentieren. Man erwarte, dass das Ministerium den Vorschlag in einer Regierungskommission unter Beteiligung von DPR, DKG und Verdi berate.  (ne)

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