Skip to main content
main-content

10.01.2019 | Politik | Nachrichten

Rund 40.000 Pflegestellen unbesetzt

Autor:
Rebekka Höhl

Der Arbeitskräftemangel in der Alten- und Krankenpflege hat sich 2018 nochmals verschärft – und das, obwohl Tausende neue Pflegekräfte hinzukamen. Das zeigen neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Pflegekraft mit Mann © Jiri Hubatka/picture alliance/imageBROKERPersonalnotstand in der Pflege: Die Zahl der unbesetzten Stellen ist zuletzt deutlich gestiegen.

Die Zahl der Beschäftigten in der Alten- und Krankenpflege ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf insgesamt 1.646.924 gestiegen. Damit wurden 45.000 Stellen mehr besetzt als noch 2017.

Dennoch zeichnet sich beim Personalnotstand in der Pflege alles andere als eine Entspannung ab: Denn gleichzeitig ist die Zahl der unbesetzten Stellen im Vergleich zu 2017 um 46,6 Prozent auf fast 40.000 gewachsen. Das belegen aktuelle Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA).

So wurden im vergangenen Jahr in der Krankenpflege 15.707 offene Stellen (2017: 10.277) und in der Altenpflege sogar 23.862 (2017: 16.700) offene Stellen an die BA gemeldet.

Die Daten zeigen, wie dringend die konzertierte Aktion Pflege, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gemeinsam mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Familienministerin Franziska Giffey (SPD) im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat, greifen muss.

Denn anders als etwa bei seinem Sofort-Programm Pflege, mit dem schon in diesem Jahr 13.000 neue Stellen für die Pflege in Heimen geschaffen werden sollen, geht es bei der Aktion darum, die Pflegeberufe ressortübergreifend und vor allem gemeinsam mit Arbeitgebern und Gewerkschaften attraktiver zu gestalten. Auf dem Plan stehen dabei auch berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Hohe Quote an Helfern in der Altenpflege

Bislang ist es nämlich immer noch so, dass von den 582.937 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen in der Altenpflege laut BA-Daten gut 46 Prozent Helfer und eben keine Fachkräfte sind – das hat sich im vergangenen Jahr auch im Vergleich zu 2017 (47 Prozent Helfer) nur minimal verbessert.

In der Krankenpflege, in der es auch weniger offene Stellen gibt, lag die Quote der Helfer 2018 hingegen bei nur 15,8 Prozent (2017: 15,5 Prozent). Dabei dauert es in der Altenpflege im Schnitt 144 Tage, bis eine offene Stelle besetzt wird, in der Krankenpflege sind es 137 Tage.

Ein weiteres Problem ist die hohe Teilzeitquote: 56 Prozent der Beschäftigten in der Altenpflege (327.253 Arbeitnehmer) und 44 Prozent jener in der Krankenpflege (463.083 Arbeitnehmer) arbeiteten 2018 in Teilzeit.

Zwei von drei Beschäftigten in der Pflege arbeiten in der Krankenpflege - genauer gesagt tun dies 1.063.987 Menschen. In der Altenpflege sind es 582.937 Personen.

Das mittlere monatliche Bruttogehalt lag in der Krankenpflege 2017 übrigens bei 3302 Euro, in der Altenpflege bei 2534 Euro.

Bildnachweise