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11.05.2019 | Politik | Nachrichten

Mehr Mitsprache und Verantwortung für Pflegende

Der Internationale Tag der Pflegenden hat die Bedeutung der Profession für die Gesundheitsversorgung in den Mittelpunkt gerückt. Verbände mahnen mehr Verantwortung, mehr Mitsprache und bessere Arbeitsbedingungen für die Pflegenden an.

„Pflegekräfte leisten jeden Tag Großartiges. Sie sind hochprofessionell ausgebildet und nehmen durch den engen Kontakt zu Patienten, Pflegebedürftigen und deren Angehörigen eine Schlüsselrolle im Versorgungsalltag ein", würdigte am Freitag der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, die Rolle der Berufsgruppe. Deshalb müsse es Pflegefachpersonen erlaubt werden, ihre Kompetenz noch gezielter einzubringen, forderte er weiter.

Eine bedarfsgerechte Patientenversorgung werde künftig nur gelingen, wenn die Zusammenarbeit zwischen den Berufen im Gesundheitswesen neu gestaltet werde. "Tradierte Professions- und Hierarchiegrenzen" seien für eine effiziente und professionelle Versorgung der Menschen hinderlich. Westerfellhaus forderte einen interdisziplinären Diskurs in der Politik und zwischen den Professionen."Es geht dabei nicht darum, anderen Berufsgruppen etwas wegzunehmen. Big nurse, not small doctor sollte die Devise sein", so Westerfellhaus.

Mangelnde Mitsprache "Relikt aus alter Zeit"

Der Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR), Franz Wagner, bekräftigte ebenfalls, dass die Kompetenzen der Pflege im Versorgungsprozess besser genutzt werden müssen. Das würde nicht nur zu einer besseren Versorgung beitragen, sondern auch die Attraktivität des Berufs erhöhen.

Gleichzeitig mahnte er rasche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in der Pflege und mehr Mitsprache für die Berufsgruppe an. Die Gesundheit zu schützen und zu fördern, sei eine wesentliche Aufgabe der professionell Pflegenden. Dabei dürften diese nicht alleine gelassen werden. Wagner weiter: "Eine gute Pflege kann es nur geben, wenn die professionell Pflegenden fair und gleichberechtigt an den sie betreffenden Entscheidungen beteiligt sind."

Dies unterstrich auch Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). "Dass die mit Abstand größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen nicht mitreden und mitentscheiden darf, ist ein Relikt aus alter Zeit, das längst nicht mehr passt", kritisierte sie am Mittwoch in Berlin. Pflegefachpersonen seien Rückgrat und tragende Säule des Systems. Sie würden nicht nur einmal jährlich am Tag der Pflegenden die ausdrückliche Anerkennung und Wertschätzung der Gesellschaft verdienen. (ne)


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