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Erschienen in: Pflegezeitschrift 1-2/2023

01.01.2023 | Politik & Management

Politik & Management

Erschienen in: Pflegezeitschrift | Ausgabe 1-2/2023

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Auszug

"Zu wenig Personal und eine unzureichende Finanzierung der Pflegeeinrichtungen führen dazu, dass immer weniger Plätze [...] angeboten werden können", fasst der Vorstandsvorsitzende der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), Heiner Scheffold, die Ergebnisse des BWKG-Indikators 2/2022 für die Pflegeeinrichtungen zusammen. Der Personalmangel betrifft neben dem Pflegefachpersonal und Auszubildenden inzwischen auch die Pflegehilfskräfte, ebenso Hauswirtschaft, Technik und Verwaltung. Laut BWKG-Indikator haben 88,8% der befragten Geschäftsführer*innen Schwierigkeiten bei der Besetzung freier Stellen für Pflegefachkräfte, 68,8% bei Pflegehilfskräften und 64,3% bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen.
  • Personalabbau trotz Personalmangel: Wie dramatisch die Situation ist, zeigt dass nahezu 30% der Befragten davon ausgehen, in den nächsten zwölf Monaten Personal zu reduzieren - die Finanzierung ist, auch vor dem Hintergrund enorm steigender Energiekosten, nicht gesichert. Laut BWKG-Indikator wird in 42,2% der Einrichtungen mit einem negativen Jahresabschluß gerechnet. Die Finanzierung müsse generell auf den Prüfstand, fordert Scheffold. Neben dem Abbau von Bürokratie und Dokumentation, verstärkten Anstrengungen bei der Beseitigung des Pflegelehrkraftmangels - z.B. durch einen erleichterten Quereinstieg und mehr Studienplätze - macht er sich für eine vereinfachte Gewinnung von Pflegekräften aus dem Ausland und eine Begrenzung der Leiharbeit stark.
  • Die Frage der Qualifizierung: Auf heftigen Widerspruch stieß der Vorschlag von Scheffold, dass langjährig erfahrene Hilfskräfte ohne Examen für einen Übergangszeitraum als qualifizierte Hilfskräfte gelten sollen, bei gleichzeitiger Intensivierung der Ausbildung. Andrea Kiefer, Vorsitzende des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, DBfK Südwest e. V., kritisiert den Vorstoß scharf und warnt: "Das setzt eine Dequalifizierungsspirale in Gang, die wir uns nicht leisten können und die weder den Einrichtungen, noch den Hilfskräften und schon gar nicht den Pflegebedürftigen gerecht wird." Der DBfK plädiert für eine zweijährige, generalistische Pflegeassistenzausbildung, um die Attraktivität der Assistenzberufe zu steigern, und darüber auch Hilfskräften ohne Ausbildung die Möglichkeit einer Weiterqualifizierung zu eröffnen. (SK)
Metadaten
Titel
Politik & Management
Publikationsdatum
01.01.2023
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Pflegezeitschrift / Ausgabe 1-2/2023
Print ISSN: 0945-1129
Elektronische ISSN: 2520-1816
DOI
https://doi.org/10.1007/s41906-022-1996-z

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