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2018 | Physiotherapie | Buch

Neurorehabilitation bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems

verfasst von: Frans van der Brugge

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Über dieses Buch

Dieses Praxisbuch zeigt Physiotherapeuten einen evidenzbasierten, ganzheitlichen Behandlungsansatz für die Rehabilitation bei Parkinson, Schlaganfall, Demenz und Multiple Sklerose. Der Therapieansatz von Frans van der Brugge basiert auf der Analyse der gesundheitlichen Situation auf Struktur-, Funktions-, Aktivitäts- und Partizipationsebene. Der Experte aus den Niederlanden erläutert die Besonderheiten der vier häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems und gibt praktische Tipps zur Behandlungsdurchführung. Er zeigt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der vier Krankheitsbilder auf und bietet dadurch einen neuen Blickwinkel auf die Therapie.Lernen Sie eine auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmte, systematische Intervention durchzuführen und mit Ihren Patienten die Handlungsfähigkeit im Alltag zu verbessern.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Einleitung
Zusammenfassung
Dieses Buch soll Ihnen ermöglichen, mittels der Beschreibung der Symptomatik, Erläuterung von Übereinstimmungen und Praxisbeispielen, die Neurorehabilitation in einem größeren Kontext zu sehen. Dies ermöglicht Ihnen als Therapeut, Patienten mit häufig vorkommenden Erkrankungen und Störungen des ZNS auf eine umfassende Art und Weise zu bestmöglichen Alltagsfunktionen zu führen.Frans van der Brugge
Frans van der Brugge
2. Symptomatik nach einem Schlaganfall in der Praxis
Zusammenfassung
Bei einem Schlaganfall handelt es sich um ein sehr tiefgreifendes und plötzlich eintretendes Ereignis. Das akute Geschehen ist eine typische Eigenheit dieser Erkrankung, die im Gegensatz zu Demenz, Parkinson und MS keinen progressiven Verlauf aufweist. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Pflege von Schlaganfall-Patienten enorm verbessert. Die Expertise bezüglich des Verständnisses der Störungen, die Folge eines Apoplex sind, hat sich im Allgemeinen stark erweitert. Diese Expertise lässt sich auf die anderen Erkrankungen des ZNS, die in diesem Buch beschrieben werden, übertragen. Die vielen Gemeinsamkeiten ermöglichen es, die Neurorehabilitation in einem größeren Zusammenhang zu sehen. Bevor genauer auf die Symptomatik nach einem Schlaganfall eingegangen wird, werden in diesem Kapitel die Symptome geschildert, die ein Hinweis auf das Entstehen sein können. Der Therapeut muss in der Lage sein, Symptome in einem frühen Krankheitsstadium zu erkennen. In diesem Kapitel werden außerdem die Ursachen und Risikofaktoren für einen Schlaganfall behandelt. Bei frühzeitiger Erkennung können gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, zu verringern.
Frans van der Brugge
3. Symptomatik von Parkinson in der Praxis
Zusammenfassung
Parkinson ist eine progressive Krankheit, von der gesagt wird, dass ihr Verlauf durch einen aktiven Lebensstil und strukturelle körperliche Aktivität verlangsamt werden kann (KNGF 2004). Außerdem wissen wir, dass durch das extrapyramidalmotorische System mit der frontalen Hirnrinde das exekutive Funktionieren des Patienten gestört ist. Aufgrund dieser Störung wird der Parkinsonpatient wenig initiativ agieren. Diese Information ist sowohl für das direkte soziale Umfeld des Patienten als auch für seine Therapeuten von äußerster Wichtigkeit, denn dadurch wird niemand die mangelnde Initiative des Patienten als Unwillen, Demotivation oder Depression interpretieren. Außerdem bedeutet es, dass gelegentlich extreme Motivatoren nötig sind, um den Patienten in Bewegung zu bekommen. Diese können aus seiner direkten Umgebung kommen oder z. B. in Form eines Kalenders, in dem die wöchentlichen Aktivitäten festgelegt sind.
Frans van der Brugge
4. Symptomatik von Demenz in der Praxis
Zusammenfassung
Demenz ist eine Pathologie, mit der Physiotherapeuten zunehmend häufiger konfrontiert werden. Im Jahr 2015 litten etwa 240.000 der Alten und Pflegebedürftigen an Vergesslichkeit. Im gleichen Jahr wurde bei 28 Patienten pro Hausarztpraxis die Diagnose „Demenz“ gestellt. Davon wohnten 18 noch Zuhause. Die Anzahl der Demenzerkrankten wird sich bis 2050 noch einmal verdoppeln. Durch den demographischen Wandel wird ein Großteil in kürzester Zeit aus Demenzpatienten bestehen. Ein Verständnis der Pathologie ist notwendig, um eine gute Behandlung zu gewährleisten. Außerdem ist es wichtig, sich über die neuesten Behandlungsstrategien zu informieren, die für diese Bevölkerungsgruppe entwickelt werden. Ein Überblick über die verschiedenen zentralneurorologischen Erkrankungen ermöglicht ein breiteres Behandlungsspektrum.
Frans van der Brugge
5. Symptomatik von Multipler Sklerose in der Praxis
Zusammenfassung
Die Symptome von Multipler Sklerose (MS) lassen sich nicht in primäre und sekundäre Störungen unterteilen, sie sind vollständig davon anhängig, wo die sklerotischen Herde sich manifestieren. Die Lokalisation dieser ist entscheidend für die Symptomatik, in der sich MS äußert. Das Krankheitsbild zeigt eine große Vielfalt verschiedener Symptome. Typisch für MS sind sog. Exazerbationen. Diese können in schwankender Frequenz auftreten. Es ist wichtig, Behandlungsinterventionen einzuführen, die die Häufigkeit der Exazerbationen verringern. Medikation und eine gute Abstimmung von Belastung und Belastbarkeit können die auftreten Exazerbationen deutlich vermindern. Bei Betrachtung der Symptomatik fällt auf, dass MS viele Übereinstimmungen mit den anderen zentralneurologischen Störungen aufweist, darunter Spastik, Ermüdung, träge Informationsverarbeitung, Depression etc. Dadurch bietet es sich an, bei den verschiedenen zentralneurologischen Erkrankungen einheitliche Behandlungsinterventionen anzuwenden, ohne dabei die einzigartigen Bedürfnisse jedes Patienten aus dem Auge zu verlieren. In diesem Kapitel werden die folgenden Punkte in chronologischer Reihenfolge behandelt: Ursachen, Prävalenz, Diagnostik, verschiedene Formen, Symptomatik. Zum Schluss wird die Dysbalance nach dem Belastungs- und Belastbarkeitsmodell als Folge der sozial-emotionalen Problematik betrachtet.
Frans van der Brugge
6. Übereinstimmungen und Unterschiede der verschiedenen zentral-neurologischen Erkrankungen
Zusammenfassung
Der Titel dieses Buches, Neurorehabilitation bei zentralneurologischen Erkrankungen, impliziert, dass die Behandlung der verschiedenen Erkrankungen des zentralen Nervensystems gemeinsame therapeutische Zielstellungen verfolgt. Diese werden auf Basis der behandelbaren Größen aufgestellt. Wie schon früher aufgeführt, gibt es übereinstimmende Symptome bei den unterschiedlichen zentralneurologischen Erkrankungen. Dies ermöglicht es, schematische Behandlungsinterventionen aufzustellen. Dadurch ist der Begriff Neurorehabilitation (Rehabilitation bei neurologischen Erkrankungen) im Titel gerechtfertigt.
Frans van der Brugge
7. Untersuchung von Patienten mit ZNS-Erkrankungen
Zusammenfassung
Die folgenden Symptome sind typisch bei einer Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS) und tritt damit regelmäßig bei Schlaganfall-, Parkinson-, Demenz- und MS-Patienten auf: (1) Störungen der motorischen Grundeigenschaften (Koordination, Gelenkigkeit, Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit); (2) Sensibilitätsstörungen; (3) zentrale Tonusstörungen; (4) kognitive Problematiken; (5) chronische Ermüdung (Fatigue-Syndrom); (6) Depression; (7) eine Störung eines oder mehrerer Feedbacksysteme; (8) Ungleichgewicht im Verhältnis von Belastung und Belastbarkeit des Patienten. In Bezug auf Neurorehabilitation ist somit ein einheitliches Konzept als Grundlage für die Herangehensweise an die o. g. Erkrankungen sinnreich. In diesem Kapitel wird beschrieben, wie der Therapeut Informationen über die Symptomatik in Erfahrung bringen kann.
Frans van der Brugge
8. Funktionelle und kognitive Rehabilitation
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die behandelbaren Symptome, also die Ansatzpunkte der Neurorehabilitation, beschrieben. Bei Patienten mit Schlaganfall, Parkinson, MS oder Demenz können die bisher beleuchteten Symptome ein stark einschränkender Faktor der Alltagsaktivität sein. Interventionen mit Bezug auf Mobilität, Muskelkraft, Ausdauer, Sensorik, Balance, Spastik und kognitiver Rehabilitation sind ein Ausgangspunkt für die therapeutische Begleitung und Behandlung jedes Patienten mit einer zentralneurologischen Erkrankung. Die Behandlung muss zum allgemeinen Wohlbefinden und zur Verbesserung der Funktion beitragen. Um die therapeutische Begleitung zu evaluieren, muss sie messbar gestaltet sein. Klinimetrie ist ein wichtiges Stichwort innerhalb jeder Therapie.
Frans van der Brugge
9. Fatigue
Zusammenfassung
Fatigue ist ein häufiges Symptom bei zentralneurologischen Erkrankungen. Außerdem ist erwiesen, dass sie ein starker, einschränkender Faktor allgemeinen Funktionen ist und dass sie einen negativen Einfluss auf eventuell bestehende neurophysiologische Funktionsstörungen hat. In diesem Kapitel wird erklärt, was Fatigue ist und was die möglichen Ursachen sind. Anschließend werden zwei Möglichkeiten aus der biopsychosozialen Herangehensweise behandelt, die bei der therapeutischen Begleitung von Patienten mit einer zentralneurologischen Störung implementiert werden können. Fatigue ist aus biopsychosozialer Sicht gut behandelbar. Ein Verständnis des Belastungs- und Belastbarkeitsprinzips ist unabdingbar und das Anbieten von Trittbrettern, die dem Patienten die Suche nach einer neuen Balance erleichtern, gehört zur Aufgabe des Therapeuten.
Frans van der Brugge
10. Motorische Kontrollmodelle
Zusammenfassung
Indem man motorische Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, ist es möglich, einen Behandlungsplan zu erstellen, mit dem man ein optimales Ergebnis erzielen kann. Anschließend ist es wichtig zu beurteilen, ob der Plan zur individuellen Situation des Patienten und seiner Umgebung passt. Wenn ja, dann ist jede legitimierte Vorgehensweise, die zur Selbstständigkeit des Patienten beiträgt, die richtige. Die Anwendung der in diesem Kapitel beschriebenen Modelle kann zur Formulierung eines multidisziplinären Behandlungsplans beitragen. Auch hier kann nicht jedes Detail berücksichtigt werden. Die Beschreibungen werden anhand von Praxisbeispielen anschaulicher.
Frans van der Brugge
11. Funktionelles Üben und motorisches Lernen
Zusammenfassung
Unter motorischem Lernen verstehen wir das Erwerben motorischer Fähigkeiten (Nijhuis-van der Sanden 2006) auf eine für das Individuum charakteristische Art und Weise. In der Praxis hat jeder Therapeut seine eigene Arbeitsweise, die ihm hilft, Patienten bestimmte Fähigkeiten zu vermitteln. Eine effektivere Alternative ist es, die Arbeitsweise an die individuellen Bedürfnisse des Patienten anzupassen. Mit bewusstem Einspielen auf dessen individuellen Lernstil und seine spezielle Symptomatik erzielt man ein besseres Lernergebnis. Bei Patienten mit einer Erkrankung des zentralen Nervensystems bestehen häufig auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen und Sensibilitätsstörungen. Durch eine Untersuchung lässt sich herausfinden, welches Feedbacksystem des ZNS noch intakt ist. Das Ansprechen der intakten Feedbacksysteme zur Kompensation der gestörten Systeme trägt beim Erlernen motorischer Fähigkeiten nicht unwesentlich zum Lernerfolg des Patienten bei.
Frans van der Brugge
Backmatter
Metadaten
Titel
Neurorehabilitation bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems
verfasst von
Frans van der Brugge
Copyright-Jahr
2018
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-55415-9
Print ISBN
978-3-662-55414-2
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-55415-9