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14.04.2021 | Pflegewissenschaft | Nachrichten

Fakultätsschließung: Verantwortung bei Träger und Land

In die Diskussion um das Aus für die Pflegewissenschaftliche Fakultät in Vallendar haben sich der Deutsche Pflegerat (DPR) und der Deutsche Bildungsrat für Pflegeberufe (DBR) eingeschaltet. Sie nehmen Hochschul-Träger und Landesregierung in die Pflicht.

In der Stilllegung der renommierten PTHV-Fakultät sehen DPR und DBR einen „herben Rückschritt“ für die Akademisierung und Professionalisierung der Pflege in Deutschland. Damit würde ein „Leuchtturm der Pflegewissenschaft in Deutschland“ mit internationalem Ruf verschwinden, so die Befürchtung. Dieses gilt es aus Sicht beider Verbände unbedingt zu verhindern.

Die Äußerung des Trägers, seine Erwartungen hinsichtlich der Akademisierung der Pflege hätten sich nicht erfüllt, lässt der Bildungsrat nicht gelten: „Eine solche Feststellung in einer Zeit, in welcher gerade im Pflegeberufegesetz das Pflegestudium fest verankert wurde, ist unverständlich, kurzsichtig und nicht zukunftsfähig“, so die DBR-Vorsitzende Heike Lohmann. Auch die Aussage, die Studierendenzahlen würden kontinuierlich abnehmen, sieht der DBR in den Zahlen der PTHV nicht bestätigt. Das vergangene Jahr betrachtet der DBR wegen der Pandemie hingegen als Ausnahmesituation.

Klares Bekenntnis zur Zukunft der Pflege(wissenschaft) gefordert

Der DBR bewertet die Schließung der Fakultät auch im Hinblick auf die prekäre Situation in der Lehrer*innen-Ausbildung: „In der aktuellen Lage kann es sich in Deutschland keiner leisten, pflegepädagogische Studiengänge abzubauen. Wir benötigen einen deutlichen Auf- und Ausbau von Studiengängen und entsprechende Rahmenbedingungen, damit wir auch künftig akademisch qualifiziert ausbilden können.“ Anderenfalls bleibt das politische Ziel, die Ausbildungskapazitäten um 10 Prozent zu erhöhen, aus Sicht von Lohmann ein „Lippenbekenntnis“.

„Wir fordern eindringlich zur Rücknahme dieser Entscheidung auf“, appellierte Lohman an den Hochschulträger. Vom Land Rheinland-Pfalz erwartet der DBR ein „klares Bekenntnis“ zur Zukunft der Pflege und der Pflegewissenschaft.

DPR: Akademisierung der Pflege ist eine Notwendigkeit


Christine Vogler © Gudrun ArndtDPR-Vize-Präsidentin Christine Vogler

Auch für den DPR kommt die Schließung der Fakultät zu einer Unzeit: „Wir haben noch deutlich zu wenige Pflegefachpersonen mit Bachelor, Master oder Promotion“, erklärte DPR-Vizepräsidentin Christine Vogler. Vogler befürchtet, dass dieser Mangel mit der Schließung der Fakultät weiter verstärkt und die „langsam fortschreitende Akademisierung der Pflege massiv geschwächt“ wird. Für die DPR-Vizepräsidentin steht fest: "Die Akademisierung der Pflege ist eine Notwendigkeit zur Bewältigung der Anforderungen an die Gesundheitsversorgung". 

Dieses Know-how für das Gesundheitswesen nutzbar zu machen und pflegerische Expertise einzubinden, sei eine zentrale Verantwortung der Politik.

Kritik kommt daher auch an der Finanzierung vieler Pflegestudiengänge: Die Verantwortung dafür dürfe nicht mehr nur den privaten Hochschulträgern überlassen werden, betonte Vogler und forderte „substanzielle Investitionen der Bundesländer“. Ohne diese würde die Akademisierung der Pflege in Deutschland nicht gelingen. 

Bei der Suche nach nachhaltigen Lösungen für die Fakultät und die Studierenden sehen DPR und DBR den Hochschulträger ebenso in der Pflicht wie die rheinland-pfälzische Landesregierung. (ne)

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