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Abschlussbericht Zukunftspakt Pflegeverbände kritisieren mangelnde Verbindlichkeit 

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Die Bund-Länder-Kommission „Zukunftspakt Pflege“ hat ihren Abschlussbericht vorgelegt. Er soll die Weichen für eine große Pflegereform im nächsten Jahr stellen. Den Pflegeverbänden bleiben die Pläne aber an vielen Stellen zu vage.

Der am Donnerstag vorgestellte Abschlussbericht der Bund-Länder-Kommission „Zukunftspakt Pflege“ stößt bei Pflegeverbänden auf ein verhaltenes Echo. Die Reaktionen schwanken zwischen Zustimmung und Enttäuschung. Vermisst werden klare politische Entscheidungen.

Bereits der durchgesickerte Entwurf des Eckpunkte-Papiers war vom Deutschen Pflegerat als zu unkonkret kritisiert worden. Bemängelt wurde u. a. die fehlende Verankerung der Profession Pflege im Zukunftspakt. Auch dass die Pflege weiter ohne Steuerungsmacht bleibt, stößt auf Unverständnis.

In ihrer Reaktion auf den Abschlussbericht drängte DPR-Präsidentin Christine Vogler am Freitag erneut auf konkrete Entscheidungen und eine klare Rolle für die Pflege. Die Ergebnisse des Zukunftspakts gehen aus Sicht des DPR wenig über eine Problemanalyse hinaus. 

„Das Papier beschreibt vieles, was wir seit Jahren wissen – es bleibt aber bei einer unverbindlichen Sammlung von Möglichkeiten stehen“, so Vogler. Als verantwortliche Akteurin sei die Pflegeprofession darin kaum erkennbar. 

DPR fordert klare Rolle für die Pflege

Kritisch sieht der DPR zudem die Pläne für eine Flexibilisierung des Personaleinsatzes. Dies könne helfen, Versorgungsengpässe abzufedern, dürfe aber nicht zu einer Absenkung von Qualifikationsniveaus führen, warnte die DPR-Präsidentin. Die stärkere Ausrichtung auf vorausschauende, häusliche Versorgung und Prävention hob Vogler positiv hervor. Doch ohne klar definierte Rollen und erweiterte Kompetenzen für Pflegefachpersonen blieben auch gute Ideen im Alltag wirkungslos.

Aus Sicht des DPR muss der Zukunftspakt noch zu einem „echten Arbeitsprogramm“ werden. Er forderte von Bund und Ländern verbindliche Entscheidungen zur Begrenzung der Eigenanteile, eine tragfähige Finanzierung, erweiterte Kompetenzen für Pflegefachpersonen sowie eine stärkere Verankerung der Pflege in sektorenübergreifenden Versorgungsstrukturen.

Vogler betonte: „Wir reden hier nicht nur über die Arbeitsbedingungen einer Berufsgruppe, sondern über die Frage, wie wir Pflege und Gesundheitsversorgung für kommende Generationen sichern.“

DBfK: Wertschöpfung von Pflege sichtbar machen

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht im Eckpunktepapier des Zukunftspakts wichtige Ansatzpunkte für eine nachhaltige Strukturreform. Wie der DPR hebt der DBfK die Stärkung präventiver und rehabilitativer Ansätze in der Pflege als Fortschritt hervor.

„Ziel jedes pflegerischen Handelns muss es sein, Autonomie und Selbständigkeit soweit es geht zu fördern, zu erhalten bzw. wiederherzustellen“, erklärte DBfK-Präsidentin Vera Lux. Der Zukunftspakt schaffe damit ein Leitbild, in dem Pflege „nicht ausschließlich reagiert, sondern vorausschauend agiert.“

Um diesem Ansatz gerecht zu werden, sei es notwendig, pflegerische Leistungen im Leistungsrecht abzubilden. Die bisher vorgesehenen Instrumente griffen hier zu kurz. Auch ohne Befugniserweiterung sei wirksame Prävention nicht möglich. 

Insbesondere für die ambulante Pflege sieht der DBfK im Zukunftspakt eine Chance. Anamnese, Verlaufseinschätzungen, Fallsteuerung etc. müssten als eigene Leistungen anerkannt und vergütet werden, damit Zeit für Begleitung und Stabilisierung von Pflegebedürftigen und ihre Abgehörigen bereitgestellt werden kann. „Die Wertschöpfung von professioneller Pflege muss sichtbar werden", unterstrich Lux.  (ne)

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