Zukunftspakt Pflege DPR: Profession Pflege braucht Gestaltungsraum
- 21.10.2025
- Pflegereform
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Der Deutsche Pflegerat (DPR) begrüßt die Zusammenarbeit von Bund und Ländern beim „Zukunftspakt Pflege“. Die vorgelegten Zwischenergebnisse bleiben jedoch hinter den Erwartungen zurück.
DPR-Präsidentin Christine Vogler fordert mehr Entscheidungsrechte für die Pflege. © Reiner Freese
Die Profession Pflege wird überwiegend als Ressource zur Effizienzsteigerung und als demografisches Problem betrachtet, nicht als gestaltende Profession. Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, warnt, dass eine Pflegereform ohne verbindliche Einbindung der Pflegeberufe scheitern wird. Die Pflegeprofession kann weit mehr leisten als nur die Grundversorgung absichern. In den bisherigen Zwischenergebnissen kommen die beruflich Pflegenden kaum vor. Wenn überhaupt, werden sie auf beratende und begleitende Rollen reduziert. Die Ziele Prävention, Rehabilitation, längerer Verbleib in der Häuslichkeit und Akutversorgung sind zwar formuliert, doch die Profession erhält dafür weder eigenen Strukturen noch Entscheidungskompetenzen.
Arbeitsaufträge bislang nicht eingelöst
Der Zukunftspakt hat im Juli seine eigenen Aufträge klar formuliert: Die Reformmaßnahmen sollen zeigen, wie sie sich auf Leistungsangebote und Personalbedarf auswirken. Knappes Pflegepersonal soll gezielt dort eingesetzt werden, wo es am meisten gebraucht wird und seine Kompetenzen die größte Wirkung entfalten. Dafür sollen Pflegeeinrichtungen und -personal vor Ort Handlungs- und Entscheidungsspielräume erhalten.
Davon ist bislang nichts erkennbar. Die Profession wird erwähnt, aber weder bei der Versorgungssteuerung noch bei der Weiterentwicklung von Berufsbildern oder digitalen Prozessen eingebunden.
Zukunft braucht Gestaltungswillen
Pflege kann Versorgung steuern, koordinieren und Innovationen voranbringen – wenn sie verbindliche Entscheidungsrechte bekommt. „Die Pflegeprofession darf nicht am Katzentisch sitzen, während andere über sie entscheiden“, so Vogler.
Die Zwischenergebnisse decken nur einen Teil der Arbeitsaufträge ab. Die Beteiligten des Zukunftspakts Pflege stehen nun in der Verantwortung, die Pflegeprofession konsequent in die Gestaltung der Reform einzubeziehen.