- Herausgegeben von
- Prof. Dr. Annette Riedel
- Anne-Christin Linde
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
Über dieses Buch
Pflegerisches Handeln begründen, reflektieren und professionell entscheiden!
Dieses Buch richtet sich an Ethikberater, Pflegende, Lehrende, Studenten von Pflege- und Gesundheitsstudiengängen und Weiterbildungsteilnehmer und bietet konkrete Unterstützung bei der ethischen Begründung von Entscheidungen im Praxisalltag. Pflegende entscheiden oft situativ, denn viele Umstände erfordern schnelle Entschlüsse und vorausschauendes Handeln. Doch nach welchen Kriterien werden diese Entscheidungen getroffen? Welche Faktoren bestimmen ergänzend zur Fachkompetenz die durchgeführten oder anstehenden Maßnahmen? Die Autoren verdeutlichen die ethischen Aspekte von evidenzbasierten, fachlich fundierten Pflegehandlungen und die Notwendigkeit von systematischen Methoden für eine gute Entscheidungsfindung. Lernen Sie durch Fallbeispiele und erlangen Sie mehr Sicherheit für die Herausforderungen in Ihrem Wirkungsbereich!
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Diskussion ethischer Bezugspunkte professionellen Pflegehandelns
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Frontmatter
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1. Ethik in der Pflege
Hartmut RemmersZusammenfassungDie Bearbeitung des Themas „Ethik in der Pflege“ erfolgt in mehreren Schritten. Ausgehend von einem Fallbeispiel werden Charakteristika und fachliche Herausforderungen eines inzwischen stark technisch vermittelten pflegerischen Handelns aufgezeigt. Von besonderer Bedeutung für die Wahrnehmung ethischer Probleme erweisen sich zunächst die Art und Weise der Gestaltung pflegerische Beziehungen, die ihrerseits die Richtungen persönlicher Aufmerksamkeit bestimmen. Aufgrund des Selbstverständnisses der Medizin drängen sich andere ethisch relevante Fragestellungen in den Vordergrund als jene, die aus bestimmten Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsrichtungen der Pflege resultieren. Auch bestimmte anthropologische Vorannahmen (Menschenbilder, Merkmale der Verletzlichkeit des Menschen) haben Einfluss auf die Formulierung ethisch relevanter Probleme. Schließlich wird der Blick auf tugendethische Aspekte als motivationale Grundlage eines ethisch akzeptablen pflegerischen Handelns gelenkt und damit ein Übergang zu Elementen einer Ethics of Care geschaffen. -
2. Care Ethics ist nicht gleich Pflegeethik
Rouven PorzZusammenfassungCare Ethics ist eine ethische Theorie, Pflegeethik ein Disziplinbegriff. Aber gerade in der Disziplin der Pflegethik kann die Care Ethics ein wichtiges gedankliches Werkezeug darstellen. In der Care Ethics wird nicht der Prinzipienbezug in den Vordergrund gestellt, sondern das Anerkennen von Kontext, moralischer Verantwortung und Beziehungen. In diesem Denkparadigma spielt es für die Reflexion auch eine Rolle, wer man selbst ist, und mit welcher Perspektive man sich einer ethischen Problemsituation nähert. -
3. Professionelles Selbstverständnis und Ethik
Constanze GieseZusammenfassungEthik in der Pflege setzt eine Klärung des professionellen Selbstverständnisses der Pflegenden, ihres Auftrags und ihrer Handlungsfreiheit und beruflichen Autonomie voraus. Ethische Ansprüche und inhaltliche Normierungen, die in der Pflegebildung vermittelt werden, sind vor dem Hintergrund ihrer Erfüllbarkeit zu diskutieren. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Umständen, unter denen Pflege stattfindet, ist dafür unabdingbar. Diese Umstände sind struktureller, materieller, aber auch ideeller Natur wie auch Erwartungshaltungen Dritter. Pflege als Frauen- und Fürsorgeberuf trifft auf spezifische Hindernisse, die einer Anerkennung als Profession mit spezifischer Verantwortungszuschreibung und einer erfolgreichen Vertretung der eigenen Interessen im Wege stehen. Der Anspruch aus dem ICN-Ethikkodex, berufspolitisches Engagement als Teil der berufsethischen Verpflichtung zu sehen, ist noch nicht im beruflichen Selbstverständnis vieler Pflegender verankert. Für die Gesellschaft und ihre pflegebedürftigen Mitglieder stellt das Konzept der Professionalität in der Pflege eine große Chance dar. -
4. Ethische Entscheidungen strukturieren und begründen
Ruth Baumann-Hölzle, Annette Riedel, Stefan DingesZusammenfassungEthische Entscheidungssituationen im pflegeberuflichen Handlungskontext sind oft vielfältig und komplex. Die Komplexität ergibt sich aus der situativen Vielgestaltigkeit der pflegeberuflichen Handlungssituationen und ist insbesondere in der jeweils individuellen Vulnerabilität der Betroffenen und Beteiligten begründet. Aufgrund der Heterogenität gesellschaftlicher und professioneller Wertvorstellungen gestalten sich ethische Entscheidungen als beziehungsreich und spannungsvoll. In dieser Situation sind strukturierte und ethisch begründete Reflexions- und Entscheidungsfindungsprozess hilfreich. Der hierfür notwendige, inhärent interprofessionelle Dialog ist ein wichtiges Element professionellen Pflegehandelns. Strukturierte ethische Reflexion und systematisierte Prozesse der ethischen Entscheidungsfindung – das heißt Ethikarbeit in einem interprofessionellen und transdisziplinären Setting und Verständnis – werden in diesem Kapitel als unterstützende Elemente verstanden und deren zentrale Eckpunkte und Elemente ausgeführt. -
5. Bedeutsamkeit und Konsequenzen von moralischem Stress im pflegerischen Alltag
Sabine WöhlkeZusammenfassungPflegekräfte müssen sich vielfach mit ethischen Problemen und Konflikte in ihrem Pflegealltag auseinander setzen. Untersuchungen zeigen, dass moralischer Stress ein unter Pflegekräften weit verbreitetes Phänomen ist. Ursache für moralischen Stress sind Entscheidungen in moralisch belastenden Situationen – insbesondere dann, wenn strukturelle Vorgaben der Institution sowie persönliche Wertvorstellungen unauflösbar miteinander zu konfligieren scheinen. Die pflegerische Verantwortung sorgt zwar für ein gewisses gesellschaftliches Ansehen des pflegerischen Berufs, sie ist aber auch Quelle beruflicher Unzufriedenheit, wenn mit den damit verbundenen ethischen Problemen oder Konflikten nicht angemessen umgegangen wird. Dieser Artikel widmet sich einer Begriffsklärung des von Jameton beschriebenen Begriffs des moral distress sowie dessen Kritik, um daran anschließend die Ursachen und Folgen von moralischem Stress und dem daraus resultierenden moralischen Resignieren zu diskutieren. Abschließend werden Lösungswege aufgezeigt, die den Stellenwert von Verantwortlichkeiten in der Pflege sowie das eigene berufliche Selbstverständnis für ethisches pflegerisches Handeln mit einbeziehen. -
6. Achtsam und ethisch sensibel pflegen
Viola StraubenmüllerZusammenfassungPflegebedürftige Menschen sind auf Pflegende angewiesen, die bei ihrer Arbeit eine achtsame Haltung einnehmen und ihr Handeln kritisch reflektieren. Weil häufigin erster Linie schnelles Handeln abverlangt wird, stellt sich für Praktiker die Frage, inwieweit Achtsamkeit und ethische Sensibilität der Bewältigung des Arbeitsalltags zuträglich sind. Der sich zuspitzende Zeitdruck im beschleunigten, ökonomisierten Gesundheitswesen, vor dessen Hintergrund sich die Kluft zwischen Sollen und Sein noch verschärft, legt eher nahe, sich ein dickes Fell anzulegen. Dabei bestimmen ein oft diffuser ethischer Gehalt und Widersprüchlichkeit der Anforderungen den Pflegealltag. Wie kann Pflege da gelingen und wo sind Spielräume, wo Handlungsbedarfe? -
7. Ethik in alltäglichen pflegerischen Situationen erkennen
Anne-Christin LindeZusammenfassungAusgangspunkt dieses Beitrags ist die Haltung, dass pflegerische Handlungen und die damit verbundenen ethischen Entscheidungen nicht nur bei großen und komplexen Fragestellungen eine Rolle spielen, sondern dass gerade alltägliche Situationen in der Pflege eine ethische Dimension aufweisen. Durch die Skizzierung der stetigen Relevanz von Ethik in der Pflege, die Konkretisierung des Begriffs „ethisch reflexionswürdige Situationen“ und der Verdeutlichung der Relevanz von Werteorientierung in der Pflege wird in diesem Kapitel eine handlungsleitende Unterstützung zur Identifikation dieser alltäglichen ethischen Dimension im pflegerischen Handeln entwickelt.
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Phänomene und Konzepte als Ausgangspunkte ethischer Reflexion
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8. Lebensqualität
Anne-Christin LindeZusammenfassungIn diesem Beitrag soll Lebensqualität als pflegerischer Bezugspunkt ethischer Entscheidungen für das Setting stationäre Altenhilfe bei älteren Bewohnern exemplarisch konkretisiert werden. Für das fokussierte Setting ist eine Ausrichtung an der Lebensqualität obligat, da stationäre Altenhilfeeinrichtungen auf eine Langzeitversorgung ausgerichtet sind und nicht ausschließlich die gesundheitliche Versorgung in den Blick nehmen. Zudem ist die Zielgruppe der Bewohner in Bezug auf die Gestaltungsmöglichkeiten ihrer Lebensqualität stark auf die Institution und die Pflegenden angewiesen. Lebensqualität ist damit zum einen eine bedeutsame Zieldimension und gleichzeitig ein fragiler Wert in der stationären Altenhilfe. Pflegende sind somit aufgefordert, dies gemäß ihres stellvertretenden Auftrags gezielt in den Blick zu nehmen. -
9. Vulnerabilität
Sonja LehmeyerZusammenfassungVulnerabilität gilt als zentrales Konzept jeglicher pflegeprofessionellen Handlungspraxis. Es macht die menschliche Verletzlichkeit und den daran gebundenen besonderen Schutzanspruch von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen zum primären Bezugspunkt aller pflegefachlichen wie pflegeethischen Reflexions-, Entscheidungs- und Handlungsprozesse. Der professionelle Umgang mir den im Kern häufig ähnlichen, in der konkreten Lebenssituation aber höchst unterschiedlichen Vulnerabilitätskonstellationen ist als eine zentrale Forderung an Pflegende aller beruflicher Handlungsfelder beachtlich. Dieser Beitrag konturiert das facettenreiche Vulnerabilitätskonzept und verdeutlicht exemplarisch zentrale, daran gebundene ethische Dimensionen und Spannungsfelder. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem besonderen Schutzanspruch pflegebedürftiger Kinder. -
10. Leiden
Annette RiedelZusammenfassungDas individuelle Leiden eines Menschen ist komplex und vielschichtig. Die nachfolgenden Ausführungen richten sich auf das Leiden, einem Phänomen das in der Pflegepraxis mit dem konkreten Auftrag der Linderung assoziiert wird. Die Darlegungen konturieren das Phänomen und sensibilisieren für die ethisch reflexionswürdigen Elemente und Momente im pflegeberuflichen Handeln und Entscheiden. Ziel der Ausführungen ist es, die Vielschichtigkeit der jeweils individuellen Leidenserfahrung herauszustellen, für die normativen Komponenten des Phänomens zu sensibilisieren und Bezug nehmend auf den Wert des Vertrauens ein exemplarisches ethisches Konfliktfeld zu beschreiben. Somit hat der Beitrag einen ethisch-sensibilisierenden Charakter, ethisch-sensibilisierend für zukünftige Begegnungen mit leidenden Patienten bzw. Bewohnern und ethisch-sensibilisierend für zukünftige Entscheidungen der Leidenslinderung. -
11. Hoffnung
Susanne KränzleZusammenfassungHoffnung ist eine der treibenden Kräfte im menschlichen Leben. Schwierige Situationen können nur ausgehalten werden in der Hoffnung, dass sie sich ins Positive verwandeln. Krankheit, Leiden und Sterben sind davon nicht ausgenommen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt,“ sagt der Volksmund und „Hoffen wider alle Hoffnung“. Pflegende und Betreuende sehen sich in der Pflegepraxis beinahe täglich Hoffnungen von kranken Menschen oder deren Nahestehender gegenüber, die aus fachlicher Sicht in keiner Weise gerechtfertigt zu sein scheinen. Selbst im Hospiz- und Palliativbereich ist das Pflegephänomen Hoffnung ein alltägliches. Es birgt nicht zu unterschätzende ethische Konfliktsituationen in sich, denen in diesem Kapitel nachgegangen werden soll. -
12. Selbstvernachlässigung
Rita Kiemel, Johanna GöpfertZusammenfassungEine besondere, wiederkehrende Herausforderung im häuslichen Bereich stellt die Versorgung von älteren Menschen mit Selbstvernachlässigung dar. Ein routinierter und effizienter Ablauf in der Aufnahme und Durchführung der pflegerischen Versorgung ist in vielen Fällen nicht möglich und zeigen Grenzen in den herkömmlichen Versorgungsstrukturen auf. Dabei sind Pflegende oft mit vielen unterschiedlichen moralischen Unsicherheiten und Fragen konfrontiert. Insbesondere wenn die Versorgung und Hilfeleistung, trotz pflegefachlicher Notwendigkeit, durch Personen, die sich selbst vernachlässigen, abgelehnt werden. Es entsteht nicht nur bei den einzelnen Pflegenden, sondern auch im Pflegeteam die Frage: Was ist gutes Handeln in dieser Situation? -
13. Unruhe
Ulrike GeigerZusammenfassungDie empathische, pflegerische Begleitung einer unruhigen, schwerkranken Person im Hospiz erfordert ein hohes Maß an Akzeptanz für die existenzielle Situation, in der sie sich befindet. Hospizarbeit ist geprägt von Gefühlen und Emotionen, vor allem aber von Empathie. Aber genau da liegt die Gefahr – dass sich die Pflegekräfte die Ängste und eben auch die Unruhe des Gegenübers zu eigen machen können. So braucht es den reflektierten Schritt zurück, die ethische Reflexion, in der Problemstellungen beispielsweise durch übergeordnete Prinzipien betrachtet werden können – im Sinne des Guten. Dabei gibt es nicht immer optimale Lösungen, da die Hospizarbeit einen Widerspruch in sich trägt – Leiden lindern versus Warten können. Trotz allem können sich Optionen im Handeln eröffnen, die auf emotionaler Basis oftmals so nicht gesehen werden. Dies kann im Kleinen bereits in der täglichen Übergabe erfolgen, nach Möglichkeit mindestens biprofessionell, denn der Perspektivenwechsel im Austausch eröffnet neue Sichtweisen und damit Handlungsoptionen – für eine wahrhaftige Begegnung auf Augenhöhe – von Mensch zu Mensch. -
14. Herausforderndes Verhalten
Anne-Christin Linde, Annette RiedelZusammenfassungDie Bedürfnisse von Menschen mit Demenz stehen den regulären Erfordernissen eines Krankenhauses häufig konträr entgegen. Hieraus eröffnet sich vielfach ein irritationsreiches Spannungsfeld, das die Beteiligten schnell unter Druck setzen kann. So entstehen Situationen, in denen Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz von Pflegenden als herausfordernd empfunden werden, wie beispielsweise ruheloses Umhergehen. Aus ethischer Perspektive, soll der Anspruch Würde von Menschen mit Demenz zu wahren in herausfordernden Situationen für das Setting Krankenhaus exemplarisch praxisnah konturiert werden. Hierbei werden fachlich-konzeptuelle Anforderungen mit ethischen Implikationen verbunden. -
15. Trauer
Angelika DaikerZusammenfassungPflegende sind vielfältig mit Trauer konfrontiert, sowohl bei den sterbenden Menschen und deren Zu- und Angehörigen wie auch bei sich selbst – und müssen damit umgehen. Dieser Artikel reflektiert die Komplexität der Trauer, mit der Pflegende konfrontiert sind, auf dem Hintergrund des Trauermodells „Trauer erschließen“ von Ruthmarijke Smeding. An einem konkreten Fallbeispiel wird erläutert, wie lebensbiografisch relevante Trauererfahrungen im Sterbeprozess für Pflegende gewichtig werden können und wie in einer multiprofessionellen Ethikberatung ein Perspektivenwechsel möglich wird und eine ethisch fundierte gemeinsame Handlungsoption gefunden werden kann. -
16. Nachhaltigkeit
Annette Riedel, Norma HussZusammenfassungPflegerische Handlungen an Nachhaltigkeit auszurichten kann situativ ethische Fragestellungen aufwerfen, aber und besonders perspektivisch die Folgen in den Blick nehmen. Nachhaltigkeit verweist demnach auf die Verantwortlichkeit und Verantwortung im Handeln, sie legt das vorausschauende Antizipieren potenzieller Folgen und damit eine Perspektivenerweiterung – von der alleinigen Perspektive auf das aktuelle Handeln in der Gegenwart hin zu der ergänzenden Perspektive auf die erwartbaren Folgen in der Zukunft – nahe. Zentrales Ziel des Beitrages ist es, auf die Bedeutsamkeit des noch vielfach wenig reflektierten Phänomens der Nachhaltigkeit – anhand von zwei exemplarischen pflegerischen Bezugspunkten – im täglichen pflegeberuflichen Handeln aufmerksam zu machen und für die ethischen Implikationen im Kontext des Phänomens zu sensibilisieren.
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Verfahren zur Unterstützung ethischer Entscheidungsfindung
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17. Exemplarische ethische Dimensionen und Konfliktfelder in der Umsetzung gesundheitlicher Vorausplanungen
Annette Riedel, Nadine Treff, Juliane SpankZusammenfassungDas „Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland“ vom 01.12.2015 eröffnet Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe, ihre Bewohner bei der Erstellung einer vorausschauenden, individuellen Gesundheitlichen Versorgungsplanung zu begleiten. Dabei sollen durch Advance Care Planning (ACP), als assoziierte konzeptionelle Alternative, die bisherigen Schwächen in der Erstellung, der Berücksichtigung und Umsetzung von herkömmlichen Patientenverfügungen überwunden werden. Vorausplanungen für den Fall der Einwilligungsunfähigkeit tangieren auch das professionelle Pflegehandeln und die Entscheidungen im pflegeberuflichen Alltag. Pflegende werden einerseits mit den Inhalten der Vorausplanungen konfrontiert, zugleich sind die darin festgelegten Entscheidungen bedeutsam für pflegebezogene Entscheidungen. Der Beitrag fokussiert die Erstellung der Vorausplanungen sowie die damit verbundenen ethischen Dimensionen und möglichen ethischen Konfliktfelder. -
18. Ethik-Leitlinien-Entwicklung – als Prozess der Ethikkompetenzentwicklung erfassen
Annette Riedel, Anne-Christin LindeZusammenfassungDie Pflegepraxis ist auf systematisierte Verfahren und Methoden angewiesen, die sie bei den zunehmend geforderten ethischen Abwägungs- und Reflexionsprozessen unterstützen, diese strukturieren und die Entscheidungsfindung im Rahmen der Ethikberatung absichern. Diesbezüglich sind insbesondere ethische Fallbesprechungen und Ethik-Leitlinien maßgeblich. Der Beitrag konkretisiert das Instrument der Ethik-Leitlinie und dessen Bedeutung im Kontext der Ethikberatung sowie die zentralen Entwicklungsschritte hin zu einer unterstützenden Ethik-Leitlinie. Den zusammenfassenden Abschluss bildet die Darlegung möglicher Synergien, die sich bei der Erstellung einer Ethik-Leitlinie hinsichtlich der (Weiter-)Entwicklung von Ethikkompetenzen abbilden lassen und die als Paralleleffekte bewusst mitgedacht werden können. -
19. Resilienz durch Ethikvisiten stärken
Susanne Hirsmüller, Margit SchröerZusammenfassungIn diesem Kapitel soll kritisch reflektiert werden, in wieweit Resilienz (bzw. weiter gefasst Selbstsorge) tatsächlich wirksam im Hinblick auf den Umgang mit Belastungen in der Pflege sein kann, worin mögliche Gefahren dieses Konzeptes und die ethische Relevanz liegen. -
20. Pflegeethik organisieren und implementieren
Stefan DingesZusammenfassungPflegeethik reflektiert berufliches Handeln in unterschiedlichen organisationalen Settings. Um diese Rahmenbedingungen in den Blick zu nehmen, braucht selbst wieder ein Organisieren und Strukturen, damit die erwünschte Wirkung erreicht werden kann. Die dazu notwendigen Implementierungsschritte sollten Aspekte der Organisationskultur, Führungsverantwortung und Rollenklärung berücksichtigen. Anhand eines Praxisbeispiel ist aufzuzeigen, wie eine institutionalisiere Pflegeethik auch Teil einer interprofessionellen und transdisziplinären Gesundheitsethik wird. -
21. Pflegeethik – ein Mandat der Berufspolitik?
Ethische Belastungen und die Sorge um Unterstützung der Pflege Andrea KuhnZusammenfassungPflegerisches Handeln in der Gesundheitsversorgung zeichnet sich durch hohe ethische Komplexität aus. Daraus erwachsen Belastungen im Berufsalltag. Ein Mandat an die Berufspolitik ist die Unterstützung Pflegender bei der Bewältigung ethischer Fragen. Der ICN-Ethikkodex stellt den Bezugsrahmen des Deutschen Pflegerats und der ihm angeschlossenen Berufsverbände dar. Er nimmt ethische Aspekte auf alle Ebenen des professionellen pflegerischen Handelns auf und zeigt, dass ethische Anforderungen nur durch umfassende Unterstützung sinnvoll beantwortet werden können. Das ethische Angebot auf den Homepages der Verbände weist jedoch große Lücken auf. Wenn überhaupt wird Ethik nur auf der individuellen Ebene der einzelnen Pflegeperson gedacht. Berufsverbände stehen in der Verantwortung, ihr Angebot zu erweitern, um für den Schutz von Pflegefachpersonen und die Sicherung der professionellen pflegerischen Versorgung Sorge zu tragen.
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Backmatter
- Titel
- Ethische Reflexion in der Pflege
- Herausgegeben von
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Prof. Dr. Annette Riedel
Anne-Christin Linde
- Copyright-Jahr
- 2018
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Electronic ISBN
- 978-3-662-55403-6
- Print ISBN
- 978-3-662-55402-9
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-662-55403-6
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