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02.11.2017 | Pflegemanagement | Nachrichten

Druck lässt auch Manager nicht kalt

Der ökonomische Druck in den Krankenhäusern ist hoch. Und: Er wirkt sich auch auf die Führungskräfte aus, wie Forscher der Universität/Witten Herdecke zeigen konnten.

Krankenhäuser stehen vor großen Herausforderung: Zwischen gesellschaftlichen Ansprüchen, ökonomischen Zwängen und professionellen Anforderungen müssen sie einen ethisch vertretbaren Mittelweg finden. Krankenhausmanagern fällt es offenbar immer schwerer, mit den Widersprüchen des Gesundheitssystems umzugehen. Das haben Forscher der Universität Witten/Herdecke (UW/H) im Rahmen des Projekts „Entscheidungsfindung im Krankenhausmanagement“ herausgefunden.

Druck lässt auch Manager nicht kalt © zoranm / Getty Images / iStock

In 15 Krankenhäusern unterschiedlicher Trägerschaft wurden kaufmännische, ärztliche  und Pflegedienstleitungen in Hinblick auf ihre Herausforderungen und Alltagsprobleme befragt. „Führungskräfte nehmen oftmals zynische Haltungen ein oder neigen dazu, nur noch ,auf Distanz‘ zu managen, um nicht so stark mit den offensichtlichen Problemen der ökonomischen Zurichtung des Krankenhauswesens konfrontiert zu werden“, resümiert Projektleiter Prof. Dr. Werner Vogd.

Insbesondere für die Zukunft stelle sich die Frage, wie lange der existenzielle Druck auf Krankenhäuser noch aufrecht erhalten werden dürfe, ohne dass die „professionellen Kulturen“ ernsthaft Schaden nehmen. „Die Untersuchungen legen nahe, dass zumindest im Bereich der Pflege dieser Punkt vielfach schon überschritten ist“, so der Soziologe. Aber auch im ärztlichen Bereich seien bereits „Erosionen“ zu beobachten sind. Die Trägerschaft spiele dabei nur eine untergeordnete Rolle. (ne)

Lesetipp: Entscheidungsfindung im Krankenhausmanagement. Zwischen gesellschaftlichem Anspruch, ökonomischen Kalkülen und professionellen Rationalitäten. Vogd, W., Feißt, M., Molzberger, K., Ostermann, A., Slotta, J., Springer VS 2018, ISBN: 978-3-658-17000-4