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04.06.2020 | Pflegekammer | Nachrichten

Niedersachsen – Pflegekräfte entscheiden über Kammer

In Niedersachsen ist am Mittwoch die Mitgliederbefragung der Pflegekammer des Landes gestartet. Dabei geht es um nicht weniger als um deren Zukunft. Das Ergebnis soll politisch bindend sein. 

Bis zum 5. Juli können rund 80.000 Mitglieder der Pflegekammer Niedersachsen darüber abstimmen, ob sie  die beitragsfreie Pflegekammer zur Vertretung ihrer berufsständischen Interessen wollen. „Mit der Mitgliederbefragung wollen wir den politischen Dauerkonflikt um die Pflegekammer in Niedersachsen endlich beenden“, erklärte am Dienstag die Sozialministerin des Landes, Carola Reimann. Jetzt hätten die Pflegekräfte das Wort. Das Ergebnis dieses Teils der Befragung sei politisch bindend. „Klar ist: Eine beitragsfinanzierte Kammer wird es in Niedersachsen nicht mehr geben“, versprach Reimann. In der Online-Befragung geht es aber auch um eine Bewertung der inhaltlichen Arbeit der Kammer.

Klarmann wirbt für „Ja“

Die Pflegekammer begrüßt die Mitgliederbefragung. Es gehe um den Fortbestand der größten Pflegekammer Deutschlands: „Wir versprechen uns von der Evaluation Klarheit, wie die Entwicklung in den kommenden Monaten und Jahren weitergeht“, erklärte Kammerpräsidentin Nadya Klarmann in Hannover. Jetzt hätten die Mitglieder die Möglichkeit, sich für eine „schlagkräftige Kammer zu entscheiden, für die sie keine Beiträge zu zahlen brauchen“. „Auf die Frage, ob sich Mitglieder eine beitragsfreie Kammer wünschen, sollten sich diese auf jeden Fall für „ja“ entscheiden“, warb Klarmann.

Zugleich zog die Kammerpräsidentin eine Bilanz der bisherigen Kammerarbeit. Diese habe bereits in den ersten Jahren wichtige Impulse gesetzt: So habe die Kammer unter anderem die Verantwortung für die Weiterbildungen der Pflegefachberufe übernommen und die erste Ethikkommission einer Pflegekammer in Deutschland gegründet. Mit dem Bericht zur Lage der Pflegefachberufe in Niedersachsen habe man erstmals zuverlässige Zahlen zur Pflegesituation im Bundesland geliefert und während der Corona-Pandemie ein Freiwilligenregister errichtet, um das Personal zu entlasten.

„Die Pflegekammer ist schon heute in allen pflegerelevanten Gremien gefragt“, betonte Klarmann. Sie leiste wichtige Beratungsarbeit in der Pandemie, aber auch für Patienten und deren Angehörige. Klarmann: „Das gilt es auch für die Zukunft zu erhalten.“

Ursprünglich sollte die Befragung bereits im März stattfinden, war aber wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Mit dem Ergebnis rechnet das Sozialministerium im August.  (ne)

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