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01.04.2021 | Pflegekammer | Nachrichten

Wer macht sich im Norden zukünftig für die Pflege stark?

„Wer soll denn unseren Beruf aufbauen, wenn wir es nicht selbst tun! Wir haben gar kein Recht zu verlangen, dass andere das tun.“

Diese Worte stammen nicht aus der vergangenen Woche, als das Ergebnis der Befragung der Mitglieder der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein verkündet wurde. Sie sind mehr als 100 Jahre alt und stammen von der Vordenkerin der beruflichen Pflege Agnes Karll (1868-1927). In diesem Sinne macht sich die Deutsche Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege (DFPP e.V.) seit Jahren für die Verkammerung der Pflege stark. Nach der Befragung der Mitglieder der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein (PBKSH) stellt man dort jedoch fest, dass dieser Leitgedanke wenig Zuspruch findet.

Nun muss die Landespolitik liefern

Nachdem am 25.03.2021 bekannt wurde, dass sich eine überwältigende Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen gegen eine durch die Pflegenden selbst finanzierte standesrechtliche und politisch legitimierte Vertretung in Form der Pflegeberufekammer entschieden hat, wird sich die PBKSH auflösen, bevor ihre Arbeit spürbar werden konnte. Somit ist zukünftig die Landespolitik gefordert Sorge zu tragen, dass in einer sehr herausfordernden Zeit bedürftige Menschen qualitativ hochwertige Pflege im ausreichenden Umfang bekommen und vor unsachgemäßer Pflege geschützt sind. Hierfür ist erforderlich - so die Vertreter der DFPP Präsidentin Dorothea Sauter, Uwe Genge und Michael Mayer (Vizepräsidenten), dass

  • Themen der Pflege mit hoher Priorität in allen Gremien und Ebenen gesundheitlicher Versorgung mitgedacht und Pflegeexpertise und Pflegebelange in Entscheidungsprozesse einbezogen werden 
  • ethische und fachliche Standards für die Pflege beschrieben, ermöglicht, eingeführt und kontrolliert werden 
  • ein Berufsregister zuverlässige Informationen über Pflegende in Schleswig-Holstein liefert 
  • eine Berufsordnung, Delegationsnormen und Weiterbildungsordnungen Qualitäts-standards ermöglichen und sichern 
  • mit verstärkter Professionalisierung, erweiterten Aufgaben und Verantwortungs-bereichen sowie durch die forcierte Akademisierung den wachsenden Anforderungen an evidenzbasiertes Handeln in einer alternden Gesellschaft begegnet wird 
  • psychiatrisch tätige Pflegefachpersonen wichtige Rollen erhalten, um psychiatrischen Versorgungsdefiziten v.a. hinsichtlich niedrigschwelliger Hilfen wirksam zu begegnen 
  • der Beruf attraktiv wird, auch für die ca. 500.000 künftigen Pflegefachpersonen, die in den kommenden 10-15 Jahren laut DBfK bundesweit nötig sind. Dies beinhaltet, die Pflege in Deutschland hinsichtlich Stellenbemessung, Kompetenzen und Bildung international anschlussfähig zu machen. 

Aus der Sicht der Deutschen Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege wurden diese Themen von Gegnerinnen und Gegnern der Pflegeberufekammer völlig ignoriert und nahezu ausschließlich auf die Pflichtmitgliedschaft und den Mitgliedsbeitrag fokussiert. Eine sorgsame Analyse des Wahlergebnisses ist unerlässlich, zumal wir wissen, dass der Kammergedanke in unterschiedlichen Bundesländern unterschiedlich Zustimmung findet. Dies hängt sehr davon ab, wann wie welche Frage gestellt wird, und wer wann wie über welche Kommunikationskanäle mit welchen Argumenten oder Behauptungen mehr Einfluss nehmen kann. Offenbar stellt für viele einflussreiche Personen und Gruppen eine starke, kompetente, selbstbewusste und autonome Pflege ein Problem dar.

Neben der Landespolitik sind die Gewerkschaft Ver.di sowie die Parteien und die Verbände, die sich gegen die PBKSH aussprachen, gefordert. Sie müssen zeigen, dass sie die drängenden, immensen Probleme der Pflege lösen können, ohne der Pflege diese mit weitreichendsten Rechten ausgestattete Organisation zu ermöglichen. (kk)

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