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12.11.2019 | Pflegekammer | Nachrichten

Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein stellt sich der Kritik

Autor:
Birke Dikken

Starken Gegenwind bekommt die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein derzeit zu spüren. „Zwangsmitgliedschaft“, „Bürokratiemonster“, „Kammer des Schreckens“ sind nur einige Vorwürfe, denen sich Haupt- und Ehrenamt stellen müssen. Der Wunsch nach einer Abschaffung der Pflegeberufekammer wird immer lauter.

Im Vorwege einer Demonstration, zu der rund 500 Kammergegner Anfang November vor den Kieler Landtag kamen, hatte die Pflegeberufekammer zum Pressegespräch nach Neumünster geladen. Frank Vilsmeier, Vizepräsident und seine Vorstandskollegin Carola Neugebohren stellten sich den Fragen der Presse und verteidigten die Arbeit der Kammer der vergangenen eineinhalb Jahre seit ihrer Gründung. 

Mit der Errichtung der Pflegeberufekammer hätten die Pflegenden in Schleswig-Holstein jetzt die Chance, im Rahmen der Selbstverwaltung die Angelegenheiten der Pflege selbst mitzubestimmen und politisch Einfluss zu nehmen, so Vilsmeier. Im April des vergangenen Jahres haben die Kammergremien ihre Arbeit aufgenommen und nehmen nach einer Phase des Verwaltungsaufbaus nun ihre Aufgabe als Fachaufsicht wahr. Dabei stehe die Verbesserung der Situation der Pflegenden sowie die pflegerische Versorgung der Menschen im Land im Vordergrund, hob Vilsmeier hervor.  Ein wichtiger Nutzen der Pflegeberufekammer sei, dass die Berufsgruppe nun erstmals selbst festlegen könne, wie und mit welchen Kompetenzen gepflegt werden soll. „Dazu werden wir eine Berufsordnung und eine Weiterbildungsordnung erstellen, in denen die berufsrechtlichen und ethischen Grundlagen der beruflichen Pflege sowie die Weiterbildung geregelt werden – so wie das in anderen Berufen auch üblich ist“, so Vilsmeier.

Mitglieder sollen stärker an Kammerarbeit beteiligt werden

Man nehme die Kritik der Kammergegner durchaus ernst, an der Legitimation der Pflegeberufekammer und dem damit verbundenen Arbeitsauftrag im Sinne der Pflegenden führe aber kein Weg vorbei, machte Vilsmeier deutlich. Vielmehr müsse man zukünftig versuchen, die etwa 26.000 Mitglieder aktiver an der Arbeit der Kammer zu beteiligen. In regelmäßig stattfindenden Kammertalks und Regionaldialogen würden Meinungen und Wünsche der Mitglieder eruiert und in die Politik weitergetragen. In den vergangenen Monaten habe die Kammer bereits zu vielen Themen und Gesetzesvorhaben Stellung genommen. Es sei deshalb umso wichtiger, weiter miteinander ins Gespräch zu kommen und zu bleiben.

Vilsmeier wünscht sich und seinen Ehrenamtskollegen Zeit - zumindest die fünf Jahre der derzeitigen Wahlperiode bis April 2023 - um eine breitere Akzeptanz für die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein bei den Pflegenden voranzutreiben und die Arbeit weiter ins Laufen zu bringen.

Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein ist zurzeit neben Niedersachsen und Rheinland-Pfalz eine von drei Pflegekammern auf Landesebene. Im kommenden Jahr nehme auch NRW die Arbeit auf, mit Baden-Württemberg rechne man in zwei bis drei Jahren, berichtete Vilsmeier. Die auf Landesebene erarbeiteten Positionen fänden dann über die sich ebenfalls im Aufbau befindliche Bundespflegekammer Eingang in die Bundespolitik.


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