Mit Bewegung und Geselligkeit Demenz vorbeugen
Wissenswertes über wichtige Schutzfaktoren fürs Gehirn
- 2020
- Pflege bei Demenz
- Buch
- Verfasst von
- Ernestine Leutgeb
- Dr. Helga Schloffer
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
Über dieses Buch
Demenzprävention ist in aller Munde. Von allen Seiten werden wir heute mit dem Begriff ‚geistige Aktivierung‘ bestürmt. Dabei sehen wir diesen meist viel zu eng und stürzen uns etwa auf das Erlernen einer Fremdsprache oder anderes, was unser Gedächtnis isoliert trainiert. Wir vergessen dabei aber auf das "symphonische" Ganze! Zur „geistigen Aktivierung“ gehört vieles – wie etwa das Koordinieren von Bewegung, die Orientierung im Raum, das Lesen der Mimik eines Mitmenschen. Geistige Aktivierung bedeutet also viel, viel mehr als nur „Gehirnjogging“&Co – und das lebenslang, nicht erst im hohen Alter!
Dieses Sachbuch präsentiert sehr anschaulich Wissen rund um die bereits wissenschaftlich erwiesenen, aber trotzdem noch viel zu wenig beachteten Demenz-Risikofaktoren „Bewegungsmangel“ und „mangelnde Sozialkontakte“. Es zeigt auf, warum unser Gehirn ausreichend körperliche Bewegung und vielfältige Sozialkontakte braucht, um „fit“ zu bleiben, und warum man diese daher als „Schutzfaktoren“ verstehen kann. Denn ausreichend Bewegung und vielfältige Kontakte spielen eine lebenslange Rolle bei der Erhaltung unserer kognitiven Fähigkeiten und Funktionen!
Das Buch richtet sich an alle Leser, die sich nicht passiv dem „Schicksal Demenz“ ergeben, sondern frühzeitig aktiv werden und „miteinander“ und „mobil“ der Demenz die Stirn bieten möchten.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Wissenschaftliche Einführung
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Frontmatter
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Kapitel 1. Was ist Demenz?
Helga SchlofferZusammenfassungGibt es einen Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz, ist Demenz erblich und bin ich schon dement, weil ich in letzter Zeit so viel vergesse? – Viele Mythen über Demenzerkrankungen halten sich hartnäckig, die Angst, an einer Demenz zu leiden, ist groß, stellt sie doch unser unabhängiges Leben infrage. -
Kapitel 2. Warum Vorbeugen so schwierig ist!
Helga SchlofferZusammenfassung„Vorbeugen ist besser als Heilen!“ – Dieser Satz von Hippokrates stammt zwar schon aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., ist aber in der modernen Gesundheitsvorsorge aktueller denn je, denn „wer einer Krankheit vorbeugt, muss sich keine Gedanken um die Heilung machen,“ (diese ist zudem meist teurer und komplizierter).
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Spannende Basics Rund um Das Thema Gehirn und Altern
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Frontmatter
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Kapitel 3. Die letzte Etappe unserer Lebensreise
Ernestine LeutgebZusammenfassungUnser Gehirn denkt am liebsten in Bildern. Deshalb stellen wir uns unser Leben gern als eine Reise vor. Diese beginnt mit der Geburt (Bild der Wiege) und endet mit dem Tod (Bild der Bahre), wobei wir uns natürlich wünschen, dass diese Reise aufregend und abwechslungsreich wird, möglichst lange währt und uns gegen ihr Ende hin nicht allzu viel Leid und Krankheit beschert. -
Kapitel 4. Unser Hirn-Reiseproviant
Ernestine LeutgebZusammenfassungWir haben den Zwiespalt bereits angesprochen: Zum einen kümmert uns das Thema Demenz in der eigenen, womöglich noch recht fernen Hochbetagtheit kaum. Diese ist oft selbst für 70-Jährige noch zu weit weg, und dem berühmten geistigen Abbau werden wir eben dann entgegensteuern, wenn er seine ersten Schatten auf uns wirft. -
Kapitel 5. Demenz geht uns alle an!
Ernestine LeutgebZusammenfassungNeuere Umfragen, vor allem unter der Generation 50+, zeichnen ein zunehmend besorgniserregendes Bild. Besorgniserregend insofern, als sich aus diesen Umfragen ablesen lässt, dass sich viele Menschen in Bezug auf Demenz ohnehin schon Sorgen machen – und Sorgen tun bekanntlich unserer Psyche nicht gut. Weshalb es wichtig ist herauszufinden, ob eine bestimmte Sorge berechtigt oder unberechtigt ist. -
Kapitel 6. Kaffeesudlesen oder seriöse Wissenschaft?
Ernestine LeutgebZusammenfassungDie soeben geäußerte Zuversicht gewinnt dieses Buch nicht aus dem Lesen von Kaffeesud oder einer Befragung der Sterne. Sondern, indem es sorgfältig bereits „ältere“ sowie hochaktuelle wissenschaftliche Studien und Erkenntnisse aus der Hirn-, Neuro- und Demenzforschung durchforstet hat. Die Überraschung, die man dabei erlebt, ist diese: Wieso weiß die sogenannte breite Öffentlichkeit so wenig über die Fortschritte, die die Wissenschaft inzwischen gemacht hat? Interessieren wir uns zu wenig für unser Gehirn und die Gefahren, denen es ausgesetzt ist? Oder braucht der Weg vom Forschungsergebnis bis ins Ohr der Öffentlichkeit einfach seine Zeit? Wie auch immer. Was hier jedenfalls offenkundig wird, ist eine Art Kommunikationsverzögerung zwischen Fachwelt und Laien! -
Kapitel 7. Wissenschaftliche Erkenntnisse als Chance uns zu schützen
Ernestine LeutgebZusammenfassungEs ist enorm wichtig, auf diese „älteren“ Studien und Forschungsergebnisse zu verweisen. Denn sie bilden tatsächlich die Grundlage, ja die Meilensteine für die neueren und brandaktuellen Langzeitstudien und Forschungsergebnisse, die heute zusätzlich auf bedeutsame technische Entwicklungen, wie die sogenannten bildgebenden Verfahren (fMRT) und weitere medizinische Testverfahren zurückgreifen können. Es ist ganz simpel: Ohne diese „älteren“ Meilensteine wüsste man heute gar nicht, worauf genau man die aktuellen Langzeitstudien aufbauen solle!
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Schutz Durch Bewegung und Orientierung
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Frontmatter
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Kapitel 8. Bewegn’s Ihna! – You got to move!
Ernestine LeutgebZusammenfassungStarten wir unser Thema, warum wir uns nicht nur unserem Körper, sondern auch unserem Gehirn zuliebe mehr bewegen sollten, willkürlich irgendwo, sagen wir in Wien. In der früher hauptsächlich für ihre Gemütlichkeit und Gemächlichkeit bekannten Stadt hat sich, wie in anderen Großstädten, binnen weniger Jahre der alljährliche Marathonlauf zu einem wahren Spektakel gemausert und wird auch entsprechend werbewirksam vermarktet. Die von den Begleithubschraubern aus gemachten TV-Aufnahmen zeigen nicht nur die zu Zehntausenden laufenden Menschen und deren zehntausende Fans eindrucksvoll von oben, sondern die Streckenführung ist natürlich so angelegt, dass die prächtige Kulisse des imperialen Wien nicht zu kurz kommt und den Tourismus weiter ankurbelt. -
Kapitel 9. Teufelskreis Inaktivität
Ernestine LeutgebZusammenfassungEs ist wichtig, es noch einmal festzuhalten: So gut wie alle Zivilisationskrankheiten werden ursächlich mit zu wenig körperlicher Bewegung bei einer gleichzeitig ungesunden Ernährung in Zusammenhang gebracht. Es geht um kleine, oft kaum wahrgenommene Teufelskreise, die sich immer weiter aufbauen. Beispiel Übergewicht: Ich leide letztendlich an Übergewicht, weil ich laufend, über viele Jahre hinweg, mehr (und noch dazu ungesunde) Nahrung zu mir genommen habe, als ich verbrennen konnte. Mehr verbrennen hätte ich können durch ausreichende körperliche Aktivität. Jetzt, wo die Kilos einmal angesetzt sind, ist aber meine Lust mich zu bewegen immer geringer geworden. -
Kapitel 10. Alles mit Maß und Ziel
Ernestine LeutgebZusammenfassungDer unebene Waldweg war das Stichwort. Denn der schlägt, wenn es um die positive Wirkung auf das Gehirn geht, fraglos das Laufband im Fitnessstudio, weil er eben, wie oben schon besprochen, gleichzeitig unsere Propriozeption (Tiefenwahrnehmung), unseren Gleichgewichtssinn und unseren Orientierungssinn trainiert, sowie nebenher dem Gehirn und Gedächtnis sinnliche Eindrücke serviert (man könnte jetzt einwenden, die sinnlichen Eindrücke erhalten wir auch über die Video-Screens im Fitnessstudio…). -
Kapitel 11. Zusammenfassung „Bewegung und Orientierung“ und Tipps & Tricks
Ernestine LeutgebZusammenfassungSich bewegen können, war ein entscheidender Schritt in den Anfängen der Evolution, denn es beendete das Ausgeliefertsein des Organismus an Strömungen und Winde. Diese Motilität genannte Bewegung aus eigenem Antrieb gab den Lebewesen ein machtvolles Instrument in die Hand, ihr Überleben selbsttätig zu sichern.
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Schutz Durch Vielfältige Sozialkontakte
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Kapitel 12. Das Miteinander brauchen, wollen, müssen?
Ernestine LeutgebZusammenfassungEgal welche Lebensetappe: Wenig beschäftigt den Menschen auf seiner Reise durchs Leben mehr als seine zwischenmenschlichen Beziehungen: ob es die hoffentlich in Geborgenheit verbrachte Kindheit ist; die Jugendzeit mit ihren unzertrennlichen Freundschaften; das Herzklopfen der großen Liebe; das Glück der eigenen Familie; die Großelternschaft; das gute Auskommen mit Nachbarn und Kollegen; sowie, nicht zu vergessen, der eigene Platz und Status in die Gesellschaft insgesamt – bis zum fernen Tod hängt ein Gutteil unserer psychischen Kraft davon ab, wie angenommen als Individuen und wie eingebettet ins weite Spektrum möglicher Beziehungsarten wir uns empfinden. Überhaupt machen für die allermeisten von uns die vielfältigen Bindungen das aus, was wir als den Sinn des Lebens bezeichnen. -
Kapitel 13. Voraussetzungen für ein Gelingen sozialer Kontakte
Ernestine LeutgebZusammenfassungWir nehmen an, dass Sie nicht unbedingt ein Fan von chemischen Formeln sind. Diese eine stellen wir Ihnen trotzdem vor, einfach deshalb, weil sie in unserem sozialen Leben eine so bemerkenswerte Rolle spielt: C43-H66-N12-O12-S2. Diese von unserem Körper produzierte Molekülkette aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff und einer Prise Höllengeruch (Schwefel) agiert als Hormon in unserem Körper und als Botenstoff in unserem Gehirn. -
Kapitel 14. Unser Gehirn braucht die soziale Herausforderung
Ernestine LeutgebZusammenfassungDie bisherigen Ausführungen über das „Soziale Ich“ klingen vermutlich nach Laborlatein und trockener Wissenschaft. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Denn gerade die Erkenntnis, warum die Schnittstelle zwischen Gefühl und Verstand im Gehirn derart wichtig für unser Leben in einer Gemeinschaft ist, enthält höchst dramatische Ingredienzien, die sich durchaus für einen tragischen Film eignen würden. -
Kapitel 15. Zusammenfassung zum Thema „Vielfältige Sozialkontakte“ und Tipps & Tricks
Ernestine LeutgebZusammenfassungDas Anliegen der vorherigen Seiten war folgendes: Es ging nicht darum, die Voraussetzungen aufzuzeigen, die das Gehirn bräuchte, damit Kommunikation gelingt, sondern darzustellen, dass diese Voraussetzungen als das entscheidende Werk einer langen, langen Evolution ohnehin in unseren Hirnen vorhanden sind, und zwar in einem – bis zu den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung – weit unterschätzten Ausmaß und Umfang vorhanden sind. Die Frage ist eher, ob wir, insgesamt gesehen, unsere Fähigkeiten zur sozialen Kommunikation nicht zu wenig wertschätzen! Renommierte Experten, wie die zuvor zitierten Forscher Michael Tomasello, Antonio Damasio oder Carl van Schaik, bezeichnen den Homo sapiens gar als ein ultrasoziales Wesen bzw. als eine hypersoziale Spezies, und sehen darin die Voraussetzung, dass überhaupt Bewusstsein entstehen konnte. Dies unterstreicht noch einmal das machtvolle Gehirn-Instrumentarium, das der Mensch in Bezug auf sein Sozialleben entwickelt hat.
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Backmatter
- Titel
- Mit Bewegung und Geselligkeit Demenz vorbeugen
- Verfasst von
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Ernestine Leutgeb
Dr. Helga Schloffer
- Copyright-Jahr
- 2020
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Electronic ISBN
- 978-3-662-59618-0
- Print ISBN
- 978-3-662-59617-3
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-662-59618-0
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