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2020 | Pflege bei Demenz | Buch

IQM Demenz in der Altenpflege

Vom Pflegeheim zur demenzfreundlichen Magneteinrichtung

verfasst von: Martin Hamborg

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Über dieses Buch

Die Betreuung von Menschen mit Demenz gehört zu den größten Herausforderungen des demographischen Wandels: Pflegeeinrichtungen müssen sich immer besser auf diese Bewohnergruppe einstellen und sich gut wappnen für die brennenden Themen der Altenpflege, wie Fachkräftemangel und Fehlzeiten.

Das Instrument „IQM Demenz“ integriert wesentliche Merkmale modernen Managements und der Organisations- und Personalentwicklung und schlägt neue Strategien für das Alleinstellungsmerkmal Demenz vor. Es unterstützt Altenpflegeeinrichtungen bei der Umsetzung der neuen fachlichen Anforderungen: des neuen Pflegebegriffs, der neuen Begutachtungsrichtlinie, der neuen Qualitätsprüfung des "Pflege-TÜVs", des neuen Expertenstandards Beziehungsgestaltung. Denn in der ersten Grundsatzstellungnahme Demenz der MDK Gemeinschaft (2009) steht der Abschnitt zu IQM Demenz aus guten Gründen unter dem Motto „Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln soll“.

Das Buch präsentiert die sechs Qualitätsbereiche des IQM Demenz, in denen sich die Einrichtung zum attraktiven Arbeitgeber und „Magneten“ für passende Mitarbeitende entwickeln und systematisch eine gesundheitsfördernde Einrichtungskultur gestalten kann. Zahlreiche Praxisbeispiele und Auszüge laden ein, es gleich in der eigenen Einrichtung „auszuprobieren“.

Es richtet sich an Leistungsträger im mittleren Management in Altenpflegeeinrichtungen, aber auch andere Verantwortliche im Gesundheitswesen, Politik und Wissenschaft.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Chapter 1. Komplexe Probleme brauchen einfache Lösungen
Zusammenfassung
Diese charmante Formel hörte ich in einem Vortrag zur Psychologie von Problemlösungen., denn unser Hirn sucht nach Einfachheit und Effizienz. An drei Beispielen wird herausgearbeitet, wie dieser Gedanke in der Pflegeplanung auf einen Blick, in der Ermittlung von Entbürokratisierungspotenzialen und im Konzept der demenzfreundlichen Gemeinschaft umgesetzt wird.
Martin Hamborg
Kapitel 2. Zum Wesen der Demenz: Ein positives Krankheitsverständnis stärkt die Pflege
Zusammenfassung
Demenz bietet die Chance des Vergessens aller Sinnlosigkeit und Missgeschicke. Sie ermöglicht die paradiesische Erfahrung, von der mindestens eine ganze Generation träumte, nämlich die primären Bedürfnisse unmittelbar im „Hier und Jetzt“ zu leben. Der Preis ist der Tod der alten Person und immer weniger „Dort und Damals“. Der radikale Gedanke diese Gedichtes wird mit persönlichen Erfahrungen als Psychologe und Psychotherapeut in der Altenhilfe und mit neurowissenschaftlichen Exkursen hergeleitet und mündet in die These, dass IQM Demenz geeignet sei, von der Hirnforschung inspirierte Managementkonzepte umzusetzen.
Martin Hamborg
Chapter 3. Einführung: Wie wirkt IQM Demenz?
Zusammenfassung
Dieses Kapitel richtet sich an Geschäftsführung und Mitarbeitende, die sich für Managementmethoden und deren Wirkungen interessieren. Hier wird das integrierte Qualitätsmanagement Demenz (IQM Demenz) mit den Qualitätsbereichen und Phasen zur Implementierung vorgestellt. Eine Übersicht in die Struktur und den Ablauf bieten Tabellen in denen die Prinzipien für ein durch die Hirnforschung inspiriertes Leitungskonzept und deren Wirkungen auf die handelnden Personen und die Einrichtung zusammengefasst werden.
Martin Hamborg
Kapitel 4. Der Expertenstandard Beziehungsgestaltung bei Menschen mit Demenz – Triebfeder oder Managementvision für das Regal?
Zusammenfassung
Der neue Expertenstandard „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“ wird als Führungsaufgabe formuliert, um eine personenzentrierte Pflege und eine Anerkennungskultur sicherzustellen. Das Kapitel zeigt, wie der Standard in der Einrichtung eingeführt und IQM Demenz ausprobiert werden kann. Das wird ein kleines Projekt mit großer Wirkung, auch weil es viele pragmatische Praxistipps gibt.
Martin Hamborg
Kapitel 5. So geht Gesundheitsförderung – tun Sie mehr von dem, was Ihnen gut tut, und weniger von dem, was schadet
Zusammenfassung
Diese einfache Formel ist das Motto für meine Workshops zur Selbstpflege. Eine zentrale Rolle spielt die Einrichtungskultur und die gesundheitsfördernde Führung. In dem Kapitel werden konkrete gesundheitsförderliche Strategien auf Grundlage der Salutonese zusammengetragen. Aber auch die Zunahme starke psychischer Erkrankungen wird aufgearbeitet und es gibt praktische Hinweise für Leitungskräfte. Mit den Materialien ist es möglich, IQM Demenz in einem Workshop zur Gesundheitsförderung zu erproben.
Martin Hamborg
Kapitel 6. Der neue Pflege-TÜV schreitet für Pflegebedürftige voran und verstolpert sich bei den Pflegenden
Zusammenfassung
Einrichtungen können sich mit IQM Demenz auf den neuen „Pflege-TÜV“ vorbereiten und gleichzeitig sinnvoll die MDK-Prüfung, die Indikatorenerfassung und das Pflegegrademanagment miteinander verbinden. Beispiele zeigen wie die Prüfanforderungen in die Selbstbewertung eingearbeitet wurden. Hintergrundinformationen, Praxistipps und Argumentationshilfen ergänzen das Bild.
Martin Hamborg
Kapitel 7. Was tun – Umsetzung des neuen Pflegebegriffs mit IQM Demenz
Zusammenfassung
In Kap. 6 wurden die Anforderungen des Prüfinstrumentes bereits in Beziehung zum neuen Pflegebegriff gesetzt und die Zusammenhänge skizziert: das neue Begutachtungsinstrument (NBI), die strukturierte Informationssammlung (SIS) und die Qualitätsprüfungen. Dies stellt erhebliche Anforderungen an die inhaltliche, strukturelle und organisatorische Weiterentwicklung der Einrichtung. Aus dem IQM Demenz möchte ich Anregungen, Gedanken, Positionen, Tipps und Argumente zusammenstellen, wie der Paradigmenwechsel und die neuen Anforderungen in der Praxis so pragmatisch wie möglich umgesetzt werden können. Ein Schwerpunkt liegt in der Argumentation, wie edukative Maßnahmen im Pflegegrad berücksichtigt werden können.
Martin Hamborg
Kapitel 8. Haltung gibt Halt durch Werte
Zusammenfassung
Mit Kap. 8 beginnt der zweite Teil des Buches. Nach den Ausflügen in wichtige Themenfelder der Pflege und den Vorschlägen für eine pragmatische Umsetzung durch IQM Demenz möchte ich nun das System in den einzelnen Bausteinen vorstellen. Grundlage ist die Wertorientierung als übergreifende Klammer im IQM Demenz. Im Zentrum steht die Frage, was für den Menschen mit einer Demenz gut sei. Je mehr die Krankheits-, Urteils- und Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt sind und damit die Fähigkeit, die Qualität von Dienstleistungen und Versorgungsangeboten zu bewerten, umso wichtiger wird die Reflexion im Qualitätsmanagement und die Rückmeldung von außen. Dieser Gedanke steht für IQM Demenz Pate. In der ersten Version nach dem Bundesprojekt genauso wie jetzt in der Version 4.0, in der die neuen fachlichen Anforderungen und neurowissenschaftliche Erkenntnisse für eine tragfähige Einrichtungskultur und einen attraktiven Arbeitsbereich einbezogen sind.
Martin Hamborg
Kapitel 9. Pflege und Betreuung

Eine qualitätsgesicherte und verlässliche Pflege und Betreuung ist das zentrale Anliegen der Altenpflege und steht im Mittelpunkt des IQM Demenz. Leitfragen sind:Erfüllen die Konzepte für die Betreuung, Pflege, Sterbebegleitung bewährte Kriterien? Wie gelingt es Pflege, Therapie und Betreuung nach den fachlichen Standards sicherzustellen?

Martin Hamborg
Kapitel 10. Gute Arbeit steht und fällt mit dem Personal und dem Personalmanagement
Zusammenfassung
Eine Leitfrage zu diesem Kapitel ist: Wie gelingt es, geeignete Mitarbeitende zu finden, zu fördern, zu halten und für die tägliche Arbeit zu begeistern?. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels kann ein attraktiver Arbeitgeber ein Magnet sein. Viele Anforderungen aus dem IQM Demenz folgen diesem Ziel u.a. durch Werkzeuge für einen verlässlichen Dienstplan, durch eine kontinuierliche Potenzialentwicklung und der Teamkultur.
Martin Hamborg
Kapitel 11. Informationsmanagement

Die Funktionsfähigkeit komplexer Organisationen im Dreischichtmodell ist auf gute Information angewiesen. Besondere Bedeutung hat das angesichts der Tatsache, dass Menschen mit Demenz immer weniger selbst über sich berichten können. Eine zentrale Frage ist: „Wie sichert der Informationsfluss und die Transparenz nach innen und außen die Qualität der Versorgung?“. Die Beispiele aus dem IQM Demenz fokussieren sich auch auf eine pragmatische, kurze wie hochfachliche Dokumentation.

Martin Hamborg
Kapitel 12. Risikomanagement oder „no risk, no fun“
Zusammenfassung
Risiken gehören zum Leben und für manche sind sie Ausdruck der Lebensqualität, der Selbstbestimmung und der Persönlichkeitsentwicklung – zumindest bis zur Pflegebedürftigkeit. Die Leitfrage für diesen Bereich ist: Wie gelingt es im Spannungsfeld von Sicherheit oder Fürsorge die Selbstbestimmung, Wohnlichkeit, Wohlbefinden in jedem Moment zu sichern? Wie gehen wir mit den pflegerischen Dilemmata um? In Praxistipps wird u.a. deutlich, dass ein vorbeugender Brandschutz nicht im Konflikt zur Milieugestaltung stehen muss und Brandschutzübungen sogar der Teamentwicklung dienen.
Martin Hamborg
Kapitel 13. Management und Teams lernen von- und miteinander – Führung und Vernetzung
Zusammenfassung
Der Qualitätsbereich Führung und Vernetzung stellt übergeordnete Anforderungen zusammen, damit Pflege und Betreuung reibungslos, optimal, zukunftsfest und wirtschaftlich laufen können und Leistungsträger nicht durch Sorgen um den Arbeitgeber belastet sind. Leitfrage aus dem Alltagsmanagement ist: Wie gut ist die Leitung in die Herausforderungen der Praxis einbezogen, damit sie ihre Vorbildfunktion optimal wahrnehmen kann, Mitarbeitende unterstützt und einen Beitrag dafür leistet, dass die Einrichtung positiv in das Quartier oder den Sozialraum wirkt? ImStrategischen Management:Wie ist die Institution im Versorgungsnetz und im Gemeinwesen verankert, wie wirkt dies auf das Wohlbefinden des Menschen mit Demenz? In einem Kapitel wird eine Praxisstudie zur Bedarfskonstellation diskutiert, durch die ein besonderer Betreuungsbedarf nachgewiesen wird. Dieser lässt sich mit dem Konzept der komplexen Intervention begründen.
Martin Hamborg
Kapitel 14. Phase 3: Vom Themenspeicher ins Projektmanagement
Zusammenfassung
In den ersten beiden Phasen sind die Selbstbewertungsteams angehalten einen erkannten Handlungsbedarf im „Themenspeicher“ festzuhalten. Dieser geht in einen Qualitätsverbesserungsplan ein, aus dem dann in der dritten Phase 3 Projekte geplant und umgesetzt werden. Einige nachahmenswerte Projekte werden kurz vorgestellt.
Martin Hamborg
Kapitel 15. Qualitätsfeedback – nicht Prüfer sondern Peer
Zusammenfassung
Zum Abschluss der Einführung von IQM Demenz folgt ein zweitätiges Qualitätsfeedback und keine Prüfung. Ein externer Experte begleitet, beobachtet und fragt auf Augenhöhe. In diesem Kapitel gibt es viele Beispiele, die mich so beeindruckt haben, dass ich sie als Praxistipp mitteilen möchte.
Martin Hamborg
Kapitel 16. Entstehung IQM Demenz
Zusammenfassung
Das Integrierte Qualitätsmanagement Demenz (IQM Demenz) wurde von der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung e. V. (DED) auf Grundlage des kanadischen Instruments „Standards for Long Term/Continuing Care Organizations“ entwickelt. In Kanada definiert es den nationalen Standard nicht nur für die Altenpflege sondern mittlerweile für das gesamte Versorgungssystem. Vom Bundesseniorenministerium erhielt die Deutsche Expertengruppe Dementenbetreuung e. V. im Jahr 2003 den Auftrag, auf dieser Grundlage ein demenzspezifisches Qualitätsmanagement zu entwickeln. Die DED hat IQM im Hinblick auf die Demenzproblematik umfassend erweitert und mit einer Förderung des Bundesministeriums für Frauen, Senioren, Familie und Jugend (BMFSFJ) in einem 3-jährigen Modellversuch erprobt.
Martin Hamborg
Kapitel 17. Coronapandemie – demenzfreundlich auch im Abstand?
Zusammenfassung
Die Coronapandemie hat innerhalb weniger Wochen alles verändert, auch die Pflege und Versorgung von Menschen mit Demenz: Kontaktbeschränkung – Abstand – Besuchskonzepte – Maskenpflicht – Hygieneregeln. Niemand kann abschätzen, wie lange dies andauert und wie gravierend die Folgen sind. Abschließend folgen Anregungen und ganz konkrete Tipps, wie eine professionelle Arbeit trotzdem geleistet werden kann.
Martin Hamborg
Metadaten
Titel
IQM Demenz in der Altenpflege
verfasst von
Martin Hamborg
Copyright-Jahr
2020
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-61311-5
Print ISBN
978-3-662-61310-8
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-61311-5