Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

08.07.2020 | Originalien | Ausgabe 6/2021 Open Access

Notfall + Rettungsmedizin 6/2021

Patientenzahlen im Rahmen der COVID-19-Pandemie in einer zentralen Notaufnahme

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 6/2021
Autoren:
T. Tschaikowsky, A. Becker von Rose, S. Consalvo, P. Pflüger, P. Barthel, C. D. Spinner, B. Knier, K.-G. Kanz, Dr. M. Dommasch

Zusammenfassung

Hintergrund

Seit Ende März wurde deutschlandweit das Gesundheitswesen auf einen Notbetrieb umgestellt, um Ressourcen für die sich ausbreitende Coronavirus-disease-2019-Pandemie (COVID-19-Pandemie) zu schaffen. Ziel der Arbeit ist es, das Aufkommen von Notfallpatienten zur Zeit der Pandemie zu untersuchen, um Rückschlüsse auf den Einfluss der COVID-19-Pandemie auf das Patientenaufkommen in einer Notaufnahme ziehen zu können.

Material und Methoden

Im Rahmen einer deskriptiven epidemiologischen Studie wurden in dem Zeitraum vom 01.02. bis zum 30.04.2019 sowie vom 01.02. bis zum 30.04.2020 patientenbezogene Daten von insgesamt 19.357 Fällen in der zentralen Notaufnahme des Klinikums rechts der Isar erhoben und anonymisiert ausgewertet.

Ergebnisse

Trotz steigender Patientenzahlen von 2019 auf 2020 kam es von Februar auf März 2020 zu einem deutlichen Abfall der Notfälle bis auf ein Niveau unter das von 2019, der im April weiter anhielt. Dies betraf insbesondere den Fachbereich Unfallchirurgie mit einem Rückgang des mittleren Patientenaufkommens um etwa 40 %.
Im Hinblick auf die Beschwerdebilder im März 2020 zeigte sich, dass ein vermehrtes Aufkommen von Unwohlsein (+47 %) und Atemproblemen (+36 %) zu verzeichnen war, wohingegen Rückenschmerzen (−41 %), Wunden (−29 %), thorakale (−24 %) sowie abdominelle Schmerzen (−23 %) deutlich seltener vertreten waren als im Vorjahr. Bezogen auf den Schweregrad der Beschwerden wirkte sich der Rückgang vor allem auf Beschwerdebilder mit niedriger Dringlichkeitsstufe aus.

Schlussfolgerung

Im Rahmen der COVID-19-Pandemie kam es zu einem deutlichen Rückgang des Patientenaufkommens in einer der größten Notaufnahmen in München. Dies sollte bei bestehenden Krankenhauskapazitäten vermieden werden, um potenziell gesundheitlichen Schäden durch eine aufgeschobene oder ausbleibende notfallmäßige Vorstellung vorzubeugen.
Literatur
Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 6/2021

Notfall + Rettungsmedizin 6/2021 Zur Ausgabe

Mitteilungen der DGINA

Mitteilungen der DGINA

Mitteilungen des GRC

Mitteilungen des GRC