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13.11.2019 | Palliativpflege | Nachrichten

Die Rolle der Pflegeperson im Palliativteam

Pflegepersonen spielen in der Palliative Care eine bedeutende Rolle. Kommt es in der Betreuung von Patienten zur Änderung von Kuration auf Palliation, ist zu beobachten, dass sich die Berufsgruppe der Ärzte zurückzieht und Pflegepersonen mehr Raum bekommen.

Pflegepersonen sind in allen Versorgungsbereichen aufgrund des engen Kontakts zu Kranken und ihren Angehörigen direkt involviert. Im palliativen Kontext besteht die primäre Aufgabe der Pflegepersonen darin, Leiden zu lindern.

Kompetenzen und Haltung

Pflegepersonen benötigen für die Erfüllung der Aufgaben in Palliative Care Fachkompetenz, Sozialkompetenz und Selbstkompetenz, ethische Kompetenz im Sinne von Empathie und Menschlichkeit ist ebenso essenziell. Die adäquate Kommunikation mit den Patienten spiele eine entscheidende Rolle. Auch die Einstellung der Pflegeperson ist daher eine wichtige Komponente, um eine patientenorientierte palliative Betreuung sicher zu stellen.

Resilienz fördern

Im Rahmen der Betreuung von Patienten im Endstadium einer Erkrankung können Pflegepersonen an ihre Grenzen kommen. Um diese Grenzen nicht permanent zu überschreiten, müssen Pflegepersonen Strategien entwickeln, damit umzugehen.

Die multidisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohl des Patienten ist unabdingbar. Durch gegenseitiges Ergänzen soll die Qualität der Betreuung sichergestellt werden. Dabei soll jedes Teammitglied sein professionelles Wissen und die eigenen Erfahrungen einbringen.

Therapiemöglichkeiten bei schwerkranken Menschen

Neben medikamentösen und nicht-medikamentösen therapeutischen Maßnahmen stellt auch das Entlastungsgespräch eine Option dar, um Betroffenen und ihren Bezugspersonen den Umgang mit Krankheit und Trauer zu erleichtern. Bei komplexen Situationen ist in Absprache mit den Betroffenen zusätzlich eine psychologische Betreuung heranzuziehen.

Die Hightech-Medizin verbessert den Behandlungsprozess bei palliativen Patienten und verbessert ihre Lebensqualität. Gleichzeitig verschiebt sich die Grenze bei der Behandlung und es ist nicht immer deutlich, wo die kurative Behandlung endet und wo die palliative Betreuung beginnt. In der Palliative Care gibt es keinen Punkt, ab dem für Patienten „nichts mehr getan werden kann“. Daher ist es eine der größten Herausforderungen für die Palliative Care der Gegenwart, qualitativ hochwertige End-of-Life-Versorgung zu schaffen.

Nicht nur Edukation und Kompetenzen der Betreuenden sowie finanzielle Unterstützungen sind grundlegende Bedingungen für die Umsetzung, auch das öffentliche Bewusstsein der Bevölkerung um die Wichtigkeit von Palliative Care ist von essenzieller Bedeutung. (sts)

Quelle: Patrik Heindl, Sabine Ruppert, Vesna Nikolic: Pflege als Profession in Palliative Care; Pro Care 08/2019, S. 3 ff.

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