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29.09.2022 | Palliativpflege | Nachrichten

Beunruhigende Entwicklungen in der Palliativversorgung

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Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) schlägt Alarm: Nach 25 Jahren Aufbauarbeit geht die Zahl der Palliativstationen bundesweit zurück. Pandemie und Personalmangel zeigen ihre Auswirkungen.

Palliativstation © Photographee.eu / stock.adobe.comDie Zahl der Palliativstationen in Deutschland ist seit dem Beginn Pandemie rückläufig. 

Die DGP beklagt einen besorgniserregenden Rückgang der Anzahl an Palliativstationen. Die flächendeckende Palliativversorgung sei akut gefährdet, heißt es zum Auftakt des 14. DGP-Kongresses. „Seit 2020 ist es zu Schließungen, strukturellen Verschiebungen und anderen Rückentwicklungen überwiegend infolge der Coronapandemie und des Personalnotstands gekommen“, erklärte DGP-Präsidentin Claudia Bausewein bei der Kongresseröffnung beunruhigt. Zudem konnten die ergänzenden spezialisierten Palliativdienste an Krankenhäusern aufgrund unsicherer Finanzierung längst nicht im vorgesehenen Umfang ausgebaut werden.

Erfolge der Palliativversorgung sind gefährdet

Rückschritte und Stagnation verzeichnet die DGP auch im ambulanten Sektor. Eine abgestimmte Koordination von Klinikaufenthalten und der Versorgung im Hospiz, Pflegeheim oder im heimischen Umfeld werde dadurch sehr erschwert. Für lebensbegrenzend erkrankte Menschen sei eine solche Versorgung aber essentiell.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven, sieht angesichts dieser Entwicklung die bisherigen Erfolge der Palliativversorgung gefährdet. Er erklärte: „Es erscheint uns zwingend, dass die durch die Pandemie verursachten Probleme und auch der aktuelle Pflegenotstand gesundheitspolitisch ernst genommen werden und hier zeitnah gehandelt wird.“

Schlüsselrolle der Pflege

Kongresspräsidentin Henrikje Stanze von der Hochschule Bremen verwies auf die zentrale Rolle der Pflege in der Palliativversorgung. Pflegefachkräfte seien den schwerkranken Menschen und ihren Angehörigen häufig sehr nah. Sie wüssten um deren Bedarfe und Bedürfnisse und ihre Einschätzung sei im interprofessionellen Teamaustausch daher besonders wertvoll.

Gleichzeitig verwies die Pflegewissenschaftlerin auf die fachlichen Herausforderungen und notwendigen Rahmenbedingungen: „Der qualitative und quantitative Anspruch steigt, wir benötigen dringend eine Akademisierung in der Pflege und entsprechende Stellen in der Praxis, damit die Pflege für sich selbst sprechen und argumentieren kann." Dies sei auch wichtig, um den Pflegenotstand von Seiten der Pflege aktiv zu bekämpfen.  (ne)

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