Skip to main content
main-content

2019 | Palliative Care | Buch

Palliative Critical Care

Palliative Pflegemaßnahmen auf der Intensivstation

herausgegeben von: Mag. Sabine Ruppert, Dr. Patrik Heindl

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

insite
SUCHEN

Über dieses Buch

Etwa 5 bis 30 Prozent der Patienten auf der Intensivstation versterben unter palliativen Maßnahmen. Das zeigt die Notwendigkeit der Integration von Palliative Care im intensivmedizinischen Bereich auf. Das Buch führt erstmalig die Gemeinsamkeiten der Intensiv- und Palliativpflege praxisorientiert zusammen und etabliert das neue Verständnis von Palliative Critical Care (PCC). Allgemeine Kapitel beschäftigen sich mit dem Sterben an sich und dem heutigen Stand von Critical Care und Palliative Care. Des Weiteren werden wichtigen Themen zur ethischen Entscheidungsfindung und die Kongruenz bzw. Divergenz von Critical Care und Palliative Care diskutiert. Konkrete pflegerische Handlungen zur Linderung von häufigen Symptomen werden ebenso vorgestellt wie der psychosoziale Umgang mit Angehörigen sowie Sterbebegleitung unter den eingeschränkten Rahmenbedingungen auf der Intensivstation. Das Buch richtet sich in erster Linie an Pflegefachkräfte aus dem Intensiv- und Palliativbereich und möchte für diese Zielgruppen einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für Problemlagen von Patienten am Lebensende auf Intensivstationen leisten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Sterben und Tod
Zusammenfassung
Die Themen Tod und Sterben sind so facettenreich, dass es schwer ist alles darzustellen, wie beispielsweise Hirntod, Sterbephasen, Sterbeorte, Würde und Abschiedsrituale. In unserer Gesellschaft hat sich der Umgang mit Sterben und Tod geändert im Vergleich zu früheren Generationen. Diese Entwicklung wurde und wird begünstigt durch Säkularisierung, medizinischen Fortschritt und veränderte Familiensituationen. Menschen wünschen sich, zu Hause zu sterben, doch nur selten kann dies umgesetzt werden. Wie wir selbst oder wie Religionen mit dem Sterben und dem Tod umgehen, sind Grundlagen für eine interkulturelle Sterbebegleitung, die ein Teil der Palliative Care ist. Das Sterben und der Tod laufen als Prozesse ab. Generell wird zwischen klinischem Tod, Hirntod und biologischem Tod unterschieden. Der letzte pflegerische Akt besteht in der würdevollen Versorgung des Leichnams, die kulturell und individuell geprägt ist.
Sabine Ruppert, Patrik Heindl, Sandra Hornek
2. Intensivstation von heute – Critical Care
Zusammenfassung
Die Weiterentwicklung des medizinischen und pflegerischen Verständnisses auf der Intensivstation führt dazu, dass immer komplexere Behandlungssituationen von kritisch kranken Patienten entstehen. Die Intensivstation von heute hat nicht mehr nur einen „High-tech“-Charakter, sondern auch einen „High-social“-, „High-knowledge“-, „High-responsibility“- und „High-ethical“-Charakter. Critical Care ist durch drei wesentliche Merkmale gekennzeichnet: die Intensivpflege, die Intensivüberwachung und die Intensivmedizin. Die Entwicklung von Critical Care hat mit einer Wachstation begonnen und befindet sich zum heutigen Zeitpunkt bei einer Intensivstation mit pharmakologischer und invasiv technischer Extremtherapie. Trotz größter Bemühungen können Langzeitfolgen nicht vollständig verhindert werden. In den letzten Jahren wurde das Bewusstsein, dass die Intensivstation ein Ort des Sterbens und der Tod ein Teil des Behandlungskonzeptes ist, durch die Integration von Palliative Care immer sichtbarer.
Patrik Heindl
3. Palliative Care heute
Zusammenfassung
Das Anliegen von Cicely Saunders, das Sterben und den Tod der Gesellschaft wieder bewusst zu machen, breitete sich von England aus. In den deutschsprachigen Ländern erlebt Palliative Care in den letzten Jahren einen Aufschwung. Damit verbunden sind das Entstehen verschiedener Begrifflichkeiten und Versorgungstrukturen. Palliative Care hat zum Ziel, sich an den Bedürfnissen der Betroffenen und deren Bezugspersonen zu orientieren, die Autonomie der Sterbenden zu wahren und ihre Lebensqualität zu steigern oder zu erhalten. Pflegepersonen benötigen für die Umsetzung der palliativen Grundhaltung fachliche, soziale, personale und ethische Kompetenzen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit, um eine professionelle Begleitung der Sterbenden durchführen zu können. Palliative Care befindet sich im Wandel und muss sich verschiedenen Herausforderungen stellen, wie etwa dem Streben nach Akzeptanz und danach, den eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden.
Vesna Nikolic, Sabine Ruppert, Patrik Heindl
4. Divergenz oder Kongruenz von Palliative Care und Critical Care
Zusammenfassung
Die Konzepte Palliative Care und Critical Care scheinen auf den ersten Blick keine Gemeinsamkeiten zu haben. Bei genauerer Betrachtung finden sich einige Divergenzen, aber genauso können auch Kongruenzen entdeckt werden. Durch das Bewusst machen der Divergenzen und Kongruenzen beider Konzepte entsteht der Ansatz, dass sich beide Konzepte bereichernd ergänzen. Als Divergenzen werden z. B. Räumlichkeiten, Einsatz von Ehrenamtlichen und der Arbeitsablauf angeführt. Als Kongruenzen können z. B. der Status als Spezialbereich im Gesundheitswesen und die Sichtweise als „Tabuort“ in der Gesellschaft identifiziert werden. Um ein würdevolles Sterben zu ermöglichen sind viele Ziele beider Konzepte gleich, wie z. B. Symptommanagement und Angehörigenbetreuung – nur die Wege dahin sind unterschiedlich. Die Integration beider Konzepte und das damit verbundene pflegerische Grundverständnis können unter dem Begriff Palliative Critical Care zusammengefasst werden und dies stellt einen Paradigmenwechsel dar.
Sabine Ruppert, Patrik Heindl
5. End of life decisions
Zusammenfassung
„End of life decisions“ sind ein wichtiger Bestandteilte von Palliative Care auf der Intensivstation. Dabei handelt es sich um Entscheidungen wie Therapie am Lebensende, Sterben zulassen oder palliative Sedierung. Um „end of life decisions“ zu treffen, sind ethische Grundkenntnisse und die Auseinandersetzung mit ethischen Prinzipien essenziell. Ziel ist ein würdevolles Sterben den betroffenen Menschen zu ermöglichen. Pflegepersonen müssen sich in „end of life decisions“ einbringen aufgrund des gesetzlichen Auftrages, und des pflegerischen Berufsverständnisses. Eine gemeinsame multidisziplinäre Entscheidungsfindung sollte unbedingt die Betroffenen und deren Bezugspersonen miteinbeziehen sowie die involvierten Berufsgruppen. Dadurch wird garantiert, dass möglichst alle Aspekte berücksichtigt werden und die Gefahr reduziert wird, aufgrund von Werten und Normen einzelner Personen zu entscheiden. Zentral stehen die Wünsche und Werte und Normen des Betroffenen.
Sabine Ruppert
6. Symptommanagement
Zusammenfassung
Im palliativen Setting geht es im Gegensatz zur Philosophie einer Intensivstation nicht mehr darum Leben zu erhalten, sondern Betroffenen ein Sterben in Würde zu ermöglichen und Leiden am Lebensende zu verhindern. Leid wird neben psychischen und sozialen Faktoren auch durch körperliche Symptome ausgelöst oder verstärkt. Entsprechende Maßnahmen zur Linderung solcher Symptome sind Teil der palliativen Pflege. In der medizinisch orientierten Umgebung einer Intensivstation stellt das Symptommanagement am Lebensende eine besondere Herausforderung dar. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Möglichkeiten aber auch Schwierigkeiten, Symptome im Setting Intensivstation zu kontrollieren. Neben der Definition und den möglichen Assessmentmethoden werden pflegerische Maßnahmen zur Linderung der ausgewählten Symptome Schmerz, Atemnot, Juckreiz und Xerostomie geklärt. Um den Blickwinkel möglicher Linderungsmethoden zu erweitern, wird auch auf komplementäre Pflegemethoden eingegangen.
Marlies Druckenthaner, Harald Titzer, Patrik Heindl
7. Psychosoziale Begleitung von Bezugspersonen
Zusammenfassung
Sterbende Menschen auf einer Intensivstation sowie ihre Bezugspersonen bedeuten für das Behandlungsteam eine besondere Situation. Das Erkennen und Anerkennen des Sterbens ist in einem hoch technisierten, auf Überleben fokussierten Setting besonders schwierig. Es entstehen spezielle Herausforderungen in der Betreuung und Begleitung der Bezugspersonen Der Begriff „Bezugspersonen“ bedarf einer genauen Definition. Bedeutende Belastungsfaktoren von Bezugspersonen in der Begleitung ihrer sterbenden nahestehenden Menschen sind u. a. Wartezeiten und Technik. Mögliche psychische Folgen für Bezugspersonen sind Depression, Angst und in weiterer Folge eine posttraumatische Belastungsreaktion. Unter den Handlungsmöglichkeiten der Pflegepersonen stellt Kommunikation einen wesentlicher Schlüsselfaktor dar. Palliative Care ist ein Konzept zur umfassenden Wahrnehmung, Begleitung und Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen und deren Bezugspersonen.
Sandra Hornek, Peter Schreiber
8. Sterben auf der Intensivstation
Erfahrungen und Aufgaben für Spiritual Care und Seelsorge
Zusammenfassung
Intensivstationen sind besondere Orte im Krankenhaus. Sie intensivieren die Dynamiken im Leben und im Sterben. Seelsorgearbeit ist auch von dieser Dynamik geprägt: in der direkten und nonverbalen Kommunikation, der Wahrnehmung, der Routine, der Unterbrechung, der körperlichen/persönlichen Betroffenheit. Fünf ausgewählten Praxisreflexionen sind Gedanken zur Klinischen Seelsorge als spezielle Spiritual Care im Kontext von Palliative Care vorangestellt. Die Praxiserfahrungen beschreiben Bedürfnisse von Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden und wie diese beantwortet wurden. Zum Schluss werden Spiritual Care als organisationsethische Haltung, Palliative Care als Handlungsoption und Klinische Seelsorge als Beziehungs- und Raumangebot einer spezialisierten Spiritual Care auf Intensivstationen vorgestellt.
Marietta Geuder-Mayrhofer, Margit Leuthold, Arno Preis, Gabriele Umek
Backmatter
Metadaten
Titel
Palliative Critical Care
herausgegeben von
Mag. Sabine Ruppert
Dr. Patrik Heindl
Copyright-Jahr
2019
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-58115-5
Print ISBN
978-3-662-58114-8
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-58115-5