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01.11.2011 | Originalien | Ausgabe 7/2011

Notfall +  Rettungsmedizin 7/2011

Pädiatrische Notfälle in der prähospitalen Notfallmedizin

Implikationen für die Notarztqualifikation

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 7/2011
Autoren:
Dr. M. Bernhard, M. Helm, T. Luiz, G. Biehn, M. Kumpch, C. Hainer, J. Meyburg, A. Gries

Zusammenfassung

Hintergrund

Im Notarztdienst sind pädiatrische Notfälle eine seltene Einsatzindikation. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Inzidenz von pädiatrischen Notfällen und die notärztlichen Maßnahmen in bodengebundenen und luftgestützten Notarztsystemen zu evaluieren und in Bezug zur notärztlichen Qualifikationsanforderung zu setzen.

Methode

In einer retrospektiven multizentrischen Studie an 3 Notarztstandorten mit 4 bodengebundenen Notarztsystemen und einem Luftrettungssystem wurden über 2 Jahre die pädiatrischen Einsatzprotokolle (Alter jünger 18 Jahre) hinsichtlich Demographie, Einsatzkategorie, Erkrankungs- und Verletzungsschwere (NACA), Bewusstseinslage (GCS) und notärztlicher Maßnahmen analysiert.

Ergebnisse

Insgesamt konnten 20.386 Notarztprotokolle ausgewertet werden. Die Häufigkeit von Kindernotfällen war im Luftrettungssystem mit 11,5% 2- bis 3-mal so hoch wie in den bodengebundenen Notarztsystemen mit 4,3%. Die Anteile an Kindern mit NACA IV–VII waren in der Luftrettung doppelt so hoch wie in den bodengebundenen Notarztsystemen (55,4% vs. 20,4%, p<0,01). Führend in den Altersgruppen <1 Jahr und 1–5 Jahre waren nichttraumatologische Notfälle, danach dominierte Verletzungen. Die Häufigkeit an Intubationen (7%) und Narkosen (7%) blieb jedoch über alle Altersgruppen annähernd gleich. Lediglich die Häufigkeiten einer kardiopulmonalen Reanimation (4% vs. 0,3%) und die Anlage eines intraossären Zugangs (3 vs. 0,0%) nahmen mit zunehmendem Alter deutlich ab. Im Luftrettungsdienst erfolgte im Vergleich zur Bodenrettung ein größerer Umfang an Monitoring, i.v.-Zugängen, Sauerstoff- und Medikamentenapplikationen, und es wurden häufiger endotracheale Intubationen und Narkosen durchgeführt.

Schlussfolgerung

Bodengebundene und luftgestützte Notarztsysteme unterscheiden sich hinsichtlich der Inzidenz pädiatrischer Notfälle. Einzelne invasive Maßnahmen werden in beiden Systemen mit unterschiedlicher Häufigkeit durchgeführt. Die eingesetzten Notärzte müssen aber sowohl in der Luft- als auch in der Bodenrettung über eine breite Ausbildung einschließlich erweiterter lebensrettender Maßnahmen verfügen.

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Literatur
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