Outcome von Patienten in der geriatrischen Rehabilitation mit und ohne alterstraumatologische Akutbehandlung
- 01.10.2020
- Originalien
- Verfasst von
- Dr. Stefan Grund, MD, MaHM
- Prof. Jürgen Bauer
- PD Dr. Matthias Schuler
- Erschienen in
- Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie | Ausgabe 6/2020
Zusammenfassung
Hintergrund
Trotz der zunehmend positiven Evidenz bezüglich der Mortalität für die unfallchirurgisch-geriatrische Zusammenarbeit im Rahmen eines Zentrums für Alterstraumatologie (ZAT) sind Auswirkungen auf den Verlauf nach der akutstationären Krankenhausbehandlung noch unzureichend untersucht.
Methode
Über 75-jährige Patienten, die einer Rehabilitation im Anschluss an die akutstationäre Behandlung bedurften, wurden vor (retrospektiv, n = 90) und nach (prospektiv, n = 99) Einführung eines zertifizierten ZAT untersucht. Hier interessierten v. a. die Entlassungshäufigkeit in eine indikationsspezifische und geriatrische Rehabilitation, die motorische Funktion (u. a. Five Chair Rising Test, Short Physical Performance Battery [SPPB]) und die Alltagskompetenz (Barthel-Index [BI]).
Ergebnisse
Vor Einführung des ZAT konnten 6,7 % (95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI]: 1–12 %) und nach Einführung des ZAT 17,2 % (95 %-KI: 10–25 %; p < 0,027) der rehabilitationsbedürftigen Patienten in eine indikationsspezifische Rehabilitation (AHB) entlassen werden. Entsprechend weniger Patienten bedurften einer geriatrischen Rehabilitation (Vor-ZAT 93,3 % (95 %-KI: 88,1–98,6) vs. ZAT 82,8 % (95 %-KI: 75–90; p < 0,001)). Patienten, die in einer geriatrischen Rehabilitation weiterbehandelt wurden, unterschieden sich vor und nach ZAT-Einführung in BI und SPPB nicht, während das Aufstehen aus dem Stuhl zu Beginn der Rehabilitation den Patienten aus dem ZAT besser gelang. Die Patienten, die zwei therapeutischer Behandlungen im ZAT bedurften, waren im Vergleich zu denen mit einer Therapie in der Alltagskompetenz (BI: 34,1 95 %-KI: 30–37,2 vs. 41,2 95 %-KI: 30,9–51,4) und motorischen Funktion (SPPB: 1,2 95–%-KI: 0,7–1,8 vs. 2,2 95 %-KI 0,9–3,4; p = 0,048) deutlich schlechter. Obgleich sich die Patienten im Mittel in allen Parametern verbesserten, blieb der beschriebene Unterschied bis zur Entlassung erhalten.
Schlussfolgerung
Durch ein ZAT gelingt es, mehr Patienten in die kostengünstigere AHB zu entlassen. Durch die intensivere therapeutische Behandlung im ZAT erhalten schwerer betroffene Patienten die Chance auf eine weitere Funktionsverbesserung durch eine geriatrische Rehabilitation. Eine überwiegend fallabschließende Behandlung der Patienten im ZAT ist im dargestellten Model des ZAT nicht vorstellbar.
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- Titel
- Outcome von Patienten in der geriatrischen Rehabilitation mit und ohne alterstraumatologische Akutbehandlung
- Verfasst von
-
Dr. Stefan Grund, MD, MaHM
Prof. Jürgen Bauer
PD Dr. Matthias Schuler
- Publikationsdatum
- 01.10.2020
- Verlag
- Springer Medizin
- Erschienen in
-
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie / Ausgabe 6/2020
Print ISSN: 0948-6704
Elektronische ISSN: 1435-1269 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00391-020-01727-0
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