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04.02.2022 | Onkologie | Nachrichten

Weltkrebstag: Versorgungslücken schließen

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Der diesjährige Weltkrebstag am 4. Februar steht unter dem Motto „Close the care gap – Versorgungslücken schließen“. Anlässlich dieses Tages weist die Deutsche Krebshilfe auf aktuelle Defizite in Deutschland hin. Denn nicht alle Betroffenen haben bundesweit den gleichen Zugang zu einer optimalen onkologischen Versorgung.

Daten aus Krebsregistern zeigen, dass es regionale Unterschiede im Krebsüberleben gibt: Neben einem Nord-Süd und Ost-West Gradienten für solide Tumore lassen sich bessere Überlebensraten im Einzugsgebiet der großen deutschen Metropolen beobachten. Bereits im Jahr 2007 hat die Deutsche Krebshilfe ein Programm zur Initiierung und Förderung von Onkologischen Spitzenzentren (Comprehensive Cancer Center, CCC) eingerichtet. Ein Merkmal der CCCs ist es, mit umliegenden Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten, insbesondere onkologischen Schwerpunktpraxen, eng zu kooperieren, damit auch diese Einrichtungen von den wissenschaftlichen Entwicklungen und Erkenntnissen der CCCs unmittelbar profitieren. „Unser Ziel ist es, die Patientenversorgung in Deutschland insgesamt auf das höchstmögliche Niveau zu bringen. Insbesondere in vielen ländlichen Gebieten haben wir jedoch noch einen weiten Weg vor uns“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.  Mit gezielten Förderinitiativen werde man sich für eine Verbesserung einsetzen.

Sorgenkind onkologische Pflege

Egal ob in der Stadt oder auf dem Land: Wichtig für eine gute Versorgung von Krebspatienten ist ausreichendes und qualifiziertes Pflegepersonal. „Die schwierige Situation in der medizinischen und speziell auch onkologischen Pflege bereitet uns aktuell große Sorge“, sagt Prof. Dr. Thomas Seufferlein, Vorsitzender des Beirats der Deutschen Krebshilfe und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Ulm. Die Arbeitsbedingungen müssten dringend verbessert werden und der Pflegeberuf die ihm gebührende Anerkennung erfahren. „Die Deutsche Krebshilfe denkt gegenwärtig intensiv in ihren zuständigen Gremien darüber nach, welchen nachhaltigen Beitrag sie mit einer entsprechenden Fördermaßnahme leisten kann, um die Situation für Pflegekräfte zu verbessern.“ Pflegepersonal trage in hohem Maße dazu bei, die Versorgung von Krebspatienten sicherzustellen.

Weitere Defizite identifiziert die Krebshilfe bei der ambulanten psychoonkologische / psychosoziale Betreuung und bei der Palliativversorgung.

Der Weltkrebstag findet jedes Jahr am 4. Februar statt. Er wurde durch die Weltkrebsorganisation (UICC) ins Leben gerufen. Viele ihrer mehr als 1.100 Mitgliedsorganisationen aus über 170 Ländern – darunter auch die Deutsche Krebshilfe – beteiligen sich an diesem Aktionstag. (ub)

krebshilfe.de

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