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22.06.2017 | Onkologie | Nachrichten

Spätfolgen von Chemotherapie erhöhen das Sturzrisiko

Auch Jahre nach einer Chemotherapie leiden viele ehemalige Krebspatientinnen noch unter einer peripheren Neuropathie. Diese schränkt ihre körperliche Fitness ein und verdoppelt das Risiko zu stürzen.

Das berichten Kerri Winters-Stone und ihr Team jetzt in der Juniausgabe des Journal of Clinical Oncology. Die Forscher vom Department Pflege der Oregon Health & Science University haben in ihrer Studie mehr als 500 ehemalige Krebspatientinnen befragt und untersucht. Die meisten Studienteilnehmerinnen im mittleren Alter von 63 Jahren hatten Brustkrebs. Die Krebsdiagnose lag oft schon viele Jahre zurück. Aber auch sechs Jahre nach der Chemotherapie berichteten 47 Prozent der Frauen noch immer über einen Sensibilitätsverlust in den Beinen infolge einer anhaltenden peripheren Neuropathie. Das spiegelte sich auch in einer schlechteren Fitness der betroffenen Frauen wieder.

© jessicaphoto / Getty Images /

Im Vergleich zu Patientinnen ohne diese Symptome gingen sie langsamer und kleinschrittiger. Sie fühlten sich körperlich deutlich eingeschränkt und hatten Gleichgewichtsstörungen. Außerdem war das Sturzrisiko fast doppelt so hoch wie bei Patientinnen ohne Neuropathie. Und: Das Sturzrisiko war umso höher, je ausgeprägter die Symptome der Neuropathie waren.

Kerri Winters-Stone rät daher, in der Behandlung und Nachsorge von Krebspatientinnen stärker als bisher auf Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathien zu achten. Diese müssten frühzeitiger erkannt und behandelt werden,  um ein Fortschreiten zu stoppen, die Mobilität zu erhalten und letztlich auch Stürze zu verhindern.

Literatur:
Winters-Stone KM et al. Falls, Functioning, and Disability Among Women With Persistent Symptoms of Chemotherapy-Induced Peripheral Neuropathy. JCO 2017; online 6. Juni. DOI: 10.1200/JCO.2016.71.3552

 

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