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13.09.2018 | Notfallmedizin | Nachrichten

Experten fordern Nationalen Sepsis-Plan

In Deutschland sterben nach wie vor zu viele Menschen an einer Sepsis. Darauf verweisen die Sepsis-Stiftung und das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) anlässlich des heutigen Welt Sepsis Tages. Erneut fordern sie von der Gesundheitspolitik die Entwicklung einer nationalen Sepsisstrategie.

Sepsis-Plan © Tyler Olson / stock.adobe.com

Die Sterberate bei schwerer Sepsis ist in Deutschland mit 41 Prozent nach wie vor hoch. Zum Vergleich: In England liegt sie bei 32,1 Prozent, in den USA bei 23,5 Prozent und in Australien bei 18,5 Prozent. „Für ein Land, das bei der Zahl der Krankenhaus- und Intensivbetten weltweit Spitzenplätze einnimmt und in dem die Zahl der jährlichen Arztbesuche laut OECD-Angaben doppelt so hoch ist wie in England oder in den USA, wirft die vergleichsweise hohe Sepsissterblichkeit erhebliche Fragen zur Qualität unseres Gesundheitswesen auf“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Sepsis-Stiftung, Professor Konrad Reinhart. Experten schätzen, dass bis zu 20.000 Todesfälle in Deutschland vermeidbar wären.  

Aufklärungsprogramme für Laien und Gesundheitsprofis

Wie die Sepsis-Stiftung und das APS betonen, zeichnen sich Länder mit niedriger und sinkender Sepsissterblichkeit unter anderem durch nationale Aufklärungsprogramme für Laien und Mitarbeiter des Gesundheitswesens aus. Die Organisationen bekräftigen daher ihre Forderung nach einem Nationalen Sepsisplan, wie ihn auch eine WHO Resolution aus dem Jahr 2017 vorsieht. Erst im Juni hatte die Gesundheitsministerkonferenz das Bundesministerium für Gesundheit gebeten, am Robert Koch-Institut (RKI) eine Expertengruppe einzurichten, die die notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung der WHO Sepsis Resolution berücksichtigt.

Eine Sepsis entsteht in rund 80 Prozent der Fälle außerhalb des Krankenhauses. Ausgelöst wird sie durch Infektionen wie Lungenentzündung, Grippe, Hirnhautentzündung oder Masern, gegen die man sich durch Impfungen schützen kann. Dies sei den wenigsten Bundesbürgern bekannt, betonen APS und Sepsisstiftung. Auch die Frühsymptome der Erkrankung sollten jedes Kind und jeder Erwachsene kennen. APS-Vorsitzende Hedwig François-Kettner fordert daher die Organisation einer flächendeckenden Aufklärungskampagne zur Vorbeugung und Früherkennung von Sepsis.  (ne)

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