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Kernkompetenzen der Katastrophenpflege

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Notfälle, Krisen und Katastrophen stellen das Gesundheitswesen vor wachsende Herausforderungen. Darauf hat der International Council of Nurses (ICN) reagiert und die Kernkompetenzen in der Katastrophenpflege angepasst. Die aktualisierten Richtlinien liegen jetzt auch in deutscher Übersetzung vor. 

© mhp / stock.adobe.comNaturkatastrophen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Eine bessere Vorbereitung auf Krisensituationen wird daher auch in der Pflege immer wichtiger.

In einer gemeinsamen Web-Konferenz haben der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), der Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) sowie der Schweizer Berufsverband für Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK-ASI) am 2. Oktober die überarbeiteten Kernkompetenzen der Katastrophenpflege erstmals einem breiten Publikum vorgestellt. Ein Team um Professor Michael Ewers vom Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Charité Berlin hatte die Publikationen für den deutschsprachigen Raum übersetzt. Die aktualisierten Richtlinien bieten Pflegefachpersonen unterschiedlicher Qualifizierungs- und Verantwortungsstufen Orientierungshilfe für Krisensituationen. Sie waren vom ICN zuletzt um eine Handreichung für Notfallteams erweitert worden. 

Vorbereitung auf Krisensituationen notwendig

ICN-Präsidentin Pamela Cipriano unterstrich in ihrer Begrüßung die Bedeutung und Verantwortung kompetenter Pflegefachpersonen in Katastrophenfällen: „Wir alle sind anfällig für Naturkatastrophen und von Menschen verursachte Katastrophen, egal wo wir leben, und wir wissen nie, wann sie zuschlagen werden. Die ICN-Kernkompetenzen für die Katastrophenpflege bereiten Pflegefachpersonen darauf vor, viele wichtige Rollen im Katastrophenmanagement zu übernehmen.“ Dies ermögliche es Pflegefachpersonen, rasch auf gesundheitliche und humanitäre Bedürfnisse zu reagieren. 

Gesundheits- und Pflegewissenschaftler Ewers erläuterte, was Katastrophenpflege konkret bedeutet. Er beschrieb notwendige Kompetenzen, um in schwierigsten Situationen mit begrenzten Ressourcen zu arbeiten. Ewers betonte: „Pflegefachpersonen sind unverzichtbar, um die Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung vor, während und nach Krisen und Katastrophen zu gewährleisten." Daher seien alle Pflegefachpersonen aufgefordert, sich schon in der Ausbildung auf diese wichtigen Aufgaben vorzubereiten und die eigenen Kompetenzen in der Katastrophenpflege kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Auch die Vertreterinnen der nationalen Pflegeverbände unterstrichen das große Potenzial von Pflegefachpersonen bei der Bewältigung von Katastrophen und Krisen. Neben einer entsprechenden Ausbildung gelte es dafür aber auch, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. „Die Aufgaben der Pflege werden umfangreicher, weil die Herausforderungen größer werden. Der Einsatz bei Katastrophen und die Einbindung in Krisenstäbe wird unerlässlich“, erklärte Elisabeth Potzmann, Präsidentin des ÖGKV. 

DBfK-Präsidentin Vera Lux, kritisierte, dass Pflegefachpersonen in Deutschland nach wie vor nicht strukturell in den Katastrophenschutz eingebunden sind. Das müsse sich ändern. Wie Pflegefachpersonen sich vorbereiten können und welche Kompetenzen von ihnen gefragt seien, sind, zeigten die ICN-Kernkompetenzen. „Ein Muss für alle, die pflegen und in der Pflege Verantwortung tragen.“

Kernkompetenzen der Katastrophenpflege

Die Broschüren „Kernkompetenzen in der Katastrophenpflege – Version 2.0“ und „Kernkompetenzen in der Katastrophenpflege – Kompetenzen für Pflegefachpersonen in Medizinischen Notfallteams (Stufe III)“ stehen auf der Webseite des DBfK als Download zur Verfügung.

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Sandsäcke an einer Tür zum Schutz vor Hochwasser/© mhp / stock.adobe.com