Krisenvorsorge DBfK bezeichnet Stromausfall als Warnsignal
- 07.01.2026
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Der DBfK sieht Pflege- und Gesundheitseinrichtungen nur unzureichend auf Extremereignisse vorbereitet. Der Stromausfall in Berlin habe die Verwundbarkeit der kritischen Infrastruktur deutlich aufgezeigt.
DBfK-Präsidentin Vera Lux fordert ein entschlossenes Handeln, um das Gesundheits- und Pflegesystem krisenfester zu machen.
Vor dem Hintergrund des Blackouts im Südwesten Berlins hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) am Mittwoch eine unzureichende Krisenvorsorge im Bereich des Gesundheitswesens kritisiert. Pflegefachpersonen seien daher zentral in die Prozesse einzubinden.
„Der Stromausfall in Berlin war ein weiteres Warnsignal. Jetzt braucht es entschlossenes Handeln, um Pflege, Gesundheitssystem und Gesellschaft widerstandsfähiger zu machen“, erklärte DBfK-Präsidentin Vera Lux. Dass schwerwiegenden Zwischenfälle in Pflegeeinrichtungen ausgeblieben sind, sei vor allem dem außergewöhnlichen Engagement der Pflegefachpersonen und anderer Gesundheitsberufe zu verdanken, betonte Lux.
Keine Krisenresilienz ohne die Pflege
Häufig habe improvisiert werden müssen, weil die Pflege strukturell im Krisen- und Katastrophenmanagement nicht hinreichend einbezogen werde. Die Kompetenzen von Pflegefachpersonen müssten endlich konsequent mitgedacht werden. Ohne die Berufsgruppe sei eine resiliente Vorbereitung auf künftige Extremereignisse nicht möglich, so Lux.
Der DBfK fordert daher, Pflegefachpersonen systematisch auf Krisenereignisse vorzubereiten. Dazu gehörten neben dem Vorhandensein und der sicheren Kenntnis von Notfall- und Blackout-Plänen auch regelmäßige Schulungen und Übungen. Für ebenso essenziell hält der Berufsverband stromunabhängige Kommunikationswege, klare Zuständigkeiten und Befehlsketten.
Im Hinblick auf Qualifikation und Kompetenzen der Pflege im Krisenfall sieht Lux in Deutschland noch Nachholbedarf. Das im Januar in Kraft getretene Gesetz zur Befugniserweiterung könne hier ein wichtiger Schritt sein. (ne)