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Nichtmedikamentöse Konzepte zu Prävention und Behandlung eines Delirs

  • 24.11.2021
  • Themenschwerpunkt
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Kognitive Einschränkungen bestehen häufig (40 %) bei älteren Patienten in deutschen Krankenhäusern. Demenzen, andere Hirnerkrankungen und Gebrechlichkeit lassen das Delirrisiko erheblich ansteigen und stellen die interdisziplinär-interprofessionellen Teams vor große Herausforderungen. Delirprävention ist möglich, erfordert aber komplexe abteilungsübergreifende Konzepte mit spezifischen Komponenten, um das individuelle Delirrisiko frühzeitig zu erkennen, entsprechende Maßnahmen zur Delirvermeidung strukturiert und anhaltend durchzuführen sowie eine rasche Ursachendiagnostik und notfallmäßige Behandlung beim Auftreten eines Delirs durchzuführen.

Ziel der Arbeit

Die Rolle interprofessioneller und interdisziplinärer Zusammenarbeit in evidenzbasierten, nichtmedikamentösen Delirpräventionsprogrammen soll beleuchtet werden.

Material und Methoden

Narrativer Review der internationalen „Best-practice“-Programme.

Ergebnisse

Nichtmedikamentöse Delirprävention ist effektiv, benötigt aber differenzierte Risikoerkennung, regelmäßiges Delirscreening sowie u. a. gezielte tägliche kognitive Aktivierung und Schlafförderung. Dies ist nur in enger interprofessioneller Zusammenarbeit möglich und erfolgt meist stationsübergreifend durch spezialisierte Teams.

Diskussion

Interprofessionell ausgerichtete Mehrkomponentenprogramme zur Delirprävention können die Delir- und Komplikationsrate älterer Risikopatienten in der Regelversorgung senken sowie die Behandlungs- und langfristige Lebensqualität verbessern. Zusätzliche interprofessionelle Delirpräventionsteams werden in unterschiedlichen Settings gleichzeitig eingesetzt und schulen regelmäßig das optimale Delirmanagement. Der Nachweis der Wirksamkeit Setting-übergreifender Programme erfordert große Multizenterstudien und ist besonders aufwendig.
Titel
Nichtmedikamentöse Konzepte zu Prävention und Behandlung eines Delirs
Verfasst von
PD Dr. Christine Thomas
Juliane Spank
Sarah Weller
Gerhard W. Eschweiler
Publikationsdatum
24.11.2021
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie / Ausgabe 8/2021
Print ISSN: 0948-6704
Elektronische ISSN: 1435-1269
DOI
https://doi.org/10.1007/s00391-021-01988-3
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