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30.05.2022 | News Hebammen | Nachrichten

Schwanger nach Geschlechtsumwandlung

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Dass trans*Männer Kinder bekommen können, ist biologisch zwar möglich, jedoch sind weder die Bürokratie noch das Gesundheitswesen auf diese Elternteile vorbereitet. Umso wichtiger ist es, Vorurteile über queere Menschen abzubauen, damit die Akzeptanz von trans*Vätern zunimmt und auch die Behörden umdenken.

Es ist sicherlich noch keine Normalität, dass man einen gebärenden Mann sieht. Dennoch kann es vorkommen, denn trans*Männer sind mit Sexualorganen geboren, die eine Schwangerschaft ermöglichen. Sie werden - wider oft geäußerter Fehlinformationen - nicht unfruchtbar, wenn sie mit der Hormonbehandlung zur Geschlechtsumwandlung anfangen.

Seepferdchen-Väter: ein seltenes Phänomen

Es existieren keine genauen Zahlen, wie viele trans*Männer beziehungsweise nicht binäre Personen weltweit bisher Kinder geboren haben. Obwohl Schwangerschaften von trans*Personen nicht weit verbreitet sind, gibt es doch mehr Fälle, als man annimmt. So waren es in den 2000er-Jahren allein in Australien 250 trans*Männer, die ein Kind zur Welt gebracht haben. Manche von ihnen nennen sich Seepferdchen-Väter, weil sie, genau wie die männlichen Tierväter eine wortwörtlich tragende Rolle in der Schwangerschaft übernehmen. Männliche Seepferdchen tragen den Nachwuchs nicht nur nach der Befruchtung in ihrer Bauchtasche aus, sondern versorgen ihn dort auch mit Nährstoffen.

Juristischen Rollenzwang überwinden

Das Thema trans*Schwangerschaften wird in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Beispielsweise können trans*Menschen ihre Elternschaft auf der Geburtsurkunde nur bestätigt bekommen, wenn sie auf die Anerkennung ihres richtigen Geschlechts im Verhältnis zu ihrem Kind verzichten. Unter anderem weil dieser Umstand die Außenwahrnehmung der trans*Personen in negativer Weise beeinflusst, fordert die LSBTIQ-Bewegung immer vehementer die Übersetzung von Menschenrechten in nationale Gesetzgebungen, sowie alternative Definitionen von Elternschaft. Das bedeutet aber auch, dass es zukünftig neue Herausforderungen für die momentanen Standards der Schwangerschaftsversorgung geben muss.

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