Blutarmut erkennen Ringelröteln: Fehlgeburten durch Sonografie verhindern
- 21.05.2024
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Eine Infektion mit Parvovirus B19 ist für bestimmte Risikogruppen wie Schwangere gefährlich. Durch rechtzeitige Ultraschalluntersuchungen kann jedoch das Risiko für Folgeschäden beim Fötus reduziert werden. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin aufmerksam.
In vielen Regionen Deutschlands häufen sich derzeit die Fälle von Ringelrötel-Infektionen. Vor allem Kinder im Kindergartenalter infizieren sich mit dem hochansteckenden Parvovirus B19. Typische Anzeichen sind Kopfschmerzen, Fieber und ein Hautausschlag, der sich aber erst nach ein bis zwei Wochen entwickelt. In der Regel verläuft die Krankheit harmlos, häufig sogar symptomfrei. Gefährlich wird es erst, wenn sich schwangere Frauen anstecken. Vor allem vor der 20. Schwangerschaftswoche kann eine Ringelrötel-Infektion beim ungeborenen Kind zu Blutarmut und damit zu Fehl- und Todgeburten führen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM) weist darauf hin, dass mithilfe einer Doppler-Sonografie die Blutarmut früh erkannt werden kann. Dabei wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes in einer Hirnarterie gemessen. Ist diese erhöhte, besteht die Therapie darin, dem Ungeborenen über die Nabelschnur mit einer Nadel Blut von außen zuzuführen.
Kontrollen über zehn Wochen
Wenn eine Schwangere Kontakt zu einer infizierten Person hatte, sollte sie zunächst ihre*n Frauenärzt*in aufsuchen. Dort wird abgeklärt, ob sie bereits Antikörper gegen das Virus hat, denn mit Ringelröteln kann man sich nur einmal im Leben anstecken. Ist dies nicht der Fall, kann man in den folgenden Tagen kontrollieren, ob es zu einer Infektion gekommen ist. Dann ist es sinnvoll, Pränatalmediziner*innen einzubeziehen.
In den folgenden zehn Wochen wird dann wöchentlich mittels Doppler-Ultraschall die Durchblutung der Hirnarterie des Fötus kontrolliert. Wird die Anämie frühzeitig erkannt, kann das Ungeborene durch die Bluttransfusion vollständig und ohne Folgeschäden geheilt werden. Nur wenn der Hämoglobin-Wert sehr stark absinkt, sind neurologische Folgeschäden möglich. Die Wahrscheinlichkeit liegt aber unter 5% und kann durch die engmaschigen Ultraschallkontrolle deutlich reduziert werden.