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01.12.2022 | News Hebammen | Nachrichten

Lebenslage der Mutter beeinflusst ihr Stillverhalten

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Frauen in psychosozial und materiell belasteten Lebenslagen stillen seltener und kürzer. Das ergab eine aktuelle Studie des Netzwerks Gesund ins Leben.

In der frühen Kindheit werden zentrale Weichen für die spätere Gesundheit gestellt. Das trifft insbesondere auch auf eine ausgewogene und gesundheitsförderliche Ernährung zu. Für Säuglinge ist Stillen die bevorzugte und natürliche Ernährungsform. Die signifikant protektiven Effekte für die Gesundheit von Mutter und Kind sind wissenschaftlich belegt. Die aktuelle Stillquote in Deutschland ist verbesserungswürdig und weist zudem einen starken sozialen Gradienten auf: Laut KiGGS-Studie beträgt die ausschließliche Stillquote mit vier Monaten bei Müttern mit einfacher Bildung 21% im Vergleich zu 35% bei Müttern mit mittlerer und 50% mit hoher Bildung.

Bisher fehlte ein tiefergehendes Verständnis, welche Ursachen und Motive Mütter seltener und kürzer stillen lassen. Eine Studie des Netzwerks Gesund ins Leben erhob nun erstmalig die subjektiven Beweggründe, Lebensrealitäten, Erfahrungen, Bedarfe und Bedürfnisse sowie Wünsche im Still-Kontext. Die Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse, um Familien in belasteten Lebenslagen besser zu unterstützen.

Mütter in belasteten Lebenssituationen stillen seltener und kürzer

Bei der qualitativen Zielgruppenanalyse wurden in zwei Fokusgruppengesprächen 14 Teilnehmerinnen mit niedrigem und mittlerem Sozialstatus sowie keiner und kurzer Stilldauer insbesondere befragt. Die Ergebnisse zeigen: Mütter in psychosozial oder materiell belasteten Lebenslagen weisen eher negativ geprägte Stillerfahrungen auf. Eine externe Stillvorbereitung hat kaum stattgefunden, reale und mediale Vorbilder und Unterstützer*innen sind selten. Objektive Vorteile des Stillens werden vielfach als unzutreffend zurückgewiesen.

Insbesondere für Frauen in belasteten Lebenssituationen ist Stillen ein emotionales und sensibles Thema. Eine möglichst frühzeitige, umfassende und individuelle Stillberatung und -begleitung – bereits in der Schwangerschaft oder auch schon früher – wäre hilfreich. Da eine Stillintention schon sehr früh geprägt wird, sollte das Thema Stillen im gesamten Lebenslauf präsenter sein, beispielsweise durch eine verstärkte, auch mediale Präsenz öffentlich Stillender. Zudem sollte der stigmasensible Umgang mit dem Thema Stillen gefördert werden: Mütter sollen sich beispielsweise bei der Wahl der Ernährungsform ihres Säuglings nicht unter Druck gesetzt fühlen.

gesund-ins-leben.de

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