Unverständlich: Krankenhausreform in NRW ohne Hebammen und Eltern
- 22.08.2022
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Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen (NRW) sollen sich künftig auf bestimmte Leistungen wie die Geburtshilfe, spezialisieren. Hebammenverbände und Elterninitiativen hätten zum Gelingen dieser Reform beitragen können, kritisiert der Landesverband der Hebammen NRW. Allerdings wurden sie außen vor gelassen.
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) legte am 10.08.2022 einen Zeitplan für die Reform der Kliniklandschaft in NRW vor. Beim Entwurf des Krankenhausplans wurde die Anhörung von Verbänden angekündigt – diese habe jedoch gar nicht stattgefunden, bemängelt der Hebammenverband NRW. In dem vorgelegten Plan zeige sich nun die fehlende Abstimmung:
So kämen Hebammen im Krankenhausplan für den Betrieb einer geburtshilflichen Klinik nicht vor, obwohl sie nach dem Hebammengesetz zu Geburten hinzuzuziehen seien. Auch der Passus, dass sich die übrige personelle Besetzung des Kreißsaals nach dem Personaluntergrenzengesetz richten würde, sei unzutreffend, da der Kreißsaal eine Funktionseinheit sei und Hebammen nicht unter dieses Gesetz fallen würden.
Verbände bieten Expert*innenwissen
Durch die Anhörung hätten diese Irritationen vermieden werden können, kritisiert der Hebammenverband NRW. In einer Pressemitteilung weist er darauf hin, dass sowohl der Verband als auch die Elterninitiative Motherhood e.V. weiterhin auf einen Austausch hoffen. Ihre Beiträge seien unabdingbar für eine sinnvolle Krankenhausreform im Bereich der Geburtshilfe.