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17.11.2022 | News Hebammen | Nachrichten

DHV-Tagung in Berlin: Protest gegen Notstand in der Geburtshilfe

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In Berlin fand vom 15. bis 17. November 2022 die jährliche Bundesdelegiertentagung des Deutschen Hebammenverbands e. V. (DHV) statt. Rund 200 Hebammen aus allen 16 Landesvertretungen kamen zusammen, um den Kurs ihres Berufsverbands festzulegen und deutliche Botschaften an die Politik zu senden.

© Joana Rohr | Springer PflegeHebammen demonstrieren in Berlin für ihr Anliegen. Gefordert werden sofortige Korrekturen der Politik.
Hebammen protestieren © Joana Rohr | Springer Pflege

In Berlin startete am 15.11.2022 die Bundesdelegiertentagung des DHV. Eine Protestaktion am Mittwoch, den 16.11.2022, bildete dabei den Höhepunkt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Gesetzeslage sieht der DHV die Leistungen von Hebammen in der stationären Geburtshilfe massiv bedroht. Auf dem Spiel stehen für Hebammen ihre Stellen, ihre Ausbildung und eine hochwertige Betreuung von Frauen und Neugeborenen. Auch die Finanzierung natürlicher Geburten und die Eins-zu-Eins-Betreuung sind gefährdet. Die erfolgreiche Petition von Michelle Franco „Keine Streichung der Hebammen aus dem Pflegebudget ab 2025“ machte die gesellschaftliche Brisanz des Themas deutlich. Die Initiatorin der Petition beteiligte sich an der Protestaktion in Berlin-Tiergarten.

Regierungsvorhaben gefährden Versorgung durch Hebammen

„Wir erleben in Deutschland derzeit einen Überlebenskampf der Geburtshilfe, wie wir ihn bis vor Kurzem für undenkbar gehalten hätten“, resümiert Ulrike Geppert-Orthofer, DHV-Präsidentin, die Situation der letzten Monate. Die Empfehlungen der Regierungskommission und Vorstellungen des Bundesgesundheitsministeriums gefährden laut der DHV-Präsidentin die Hebammenversorgung in Deutschland: „Bei allen derzeitigen Gesetzesvorlagen wie der Pflegepersonaluntergrenzen Verordnung (PpUGV), dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (FinStG) oder dem Krankenhauspflegeentlastungsgesetz (KHPflEG) geht es den Hebammen in den Wochenbettstationen und bei der Betreuung von Risikoschwangerschaften regelrecht an den Kragen.“ Hebammen seien die einzige Berufsgruppe, die dafür ausgebildet ist, Frauen vor, während und nach der Geburt qualitätsgesichert und hochwertig zu betreuen. „Frauen haben das verbriefte Recht auf Hebammenbetreuung in allen Phasen – auch im Krankenhaus. Doch offenbar sieht dies die Politik anders, wenn sie Krankenhäusern zukünftig die Möglichkeit nimmt, Hebammenstellen zu finanzieren“, gibt Geppert-Orthofer zu Bedenken. Es ginge dabei nicht allein um Hebammen, sondern um das Wohl von Frauen und Kindern.

hebammenverband.de

Tipp der Redaktion:

Michelle Francos Petition erhielt innerhalb kürzester Zeit über 1,5 Millionen Unterschriften. Wie es dazu kam und welche Schritte nun folgen könnten, erklärte sie gemeinsam mit change.org-Kampangnenleiter Erik Jödicke im Rahmen der Protestaktion. Hier geht’s zum Interview.


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