Skip to main content
main-content

14.07.2022 | News Hebammen | Nachrichten

Be-Up-Gebärraum steigert Selbstbestimmtheit

print
DRUCKEN
insite
SUCHEN

Erste Ergebnisse der deutschlandweiten „Be-Up: Geburt aktiv“-Studie des Instituts für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Universitätsmedizin Halle liegen nach drei Jahren vor. Nachgewiesen wurde der Einfluss einer aufrechten Geburtsposition auf das Gefühl von Selbstbestimmtheit gebärender Frauen.

© Universitätsedizin HalleBe-Up-Gebärraum der Universitätsmedizin Halle, © Universitätsmedizin Halle

Ziel der Studie war es, die Auswirkungen einer neu gestalteten Gebärumgebung zu ermitteln, die den Frauen unter der Geburt mehr Bewegungsfreiheit ermöglicht und ihnen mehr Selbstwirksamkeit und Kontrollgefühl gibt.

Von April 2018 bis Mai 2021 nahmen insgesamt 22 geburtshilfliche Kliniken in neun Bundesländern an der wissenschaftlichen Studie „Be-Up: Geburt aktiv“ teil. Trotz der Corona-Pandemie wurden 3.815 Frauen für die Teilnahme rekrutiert. Der Hintergrund der Studie liegt in der hohen Rate von Kaiserschnitten in Deutschland (rund 30%), die im Vergleich zur vaginalen Geburt mit einer höheren mütterlichen Komplikationsrate und möglichen Beeinträchtigungen der kindlichen Gesundheit einhergeht.

Um während der Geburt mehr Bewegung und Selbstbestimmtheit zu fördern, wurde ein Be-Up-Gebärraum konzipiert und in allen 22 Studien-Kliniken eingerichtet. Das Gebärbett wurde entfernt oder verdeckt; stattdessen wurden eine Bodenmatratze, verschieden große Schaumstoffwürfel und ein Gebärhocker auf einer Bodenmatte und weitere Elemente, wie Naturfilme zur Entspannung und eine Sitzecke mit Getränken/Snackbar, vorgehalten.

Sichere Gebärumgebung

Die Ergebnisse waren überraschend: In beiden Vergleichsgruppen (Be-Up-Gebärraum versus üblicher Gebärraum) stieg der Anteil vaginaler Geburten auf 89% an. Zwischen den Gruppen bestand kein signifikanter Unterschied. Auch bezüglich der Selbstwirksamkeit der Frauen unter der Geburt wurde kein bemerkenswerter Unterschied festgestellt. Aber: „Wir konnten einen signifikanten Zusammenhang zwischen den mütterlichen Körperpositionen während der Wehen und der Selbstbestimmtheit der Frauen nachweisen“, erklärt Dr. Gertrud M. Ayerle, Studienleiterin und Hebammenwissenschaftlerin. „Je aufrechter und häufiger diese Positionen eingenommen wurden, umso selbstbestimmter erlebten die Frauen die Geburtsphase.“

Zwischenprüfung und Endergebnisse zeigen, dass die Gebärumgebung des Be-Up-Geburtsraums genauso sicher ist wie übliche Gebärräume. Der Be-Up-Gebärraum ist als besonderes Angebot am Uniklinikum in Halle weiterhin vorhanden; er ist einzigartig in Sachsen-Anhalt. Informationen über den Gebärraum und die Ideen dahinter sind hier (Be-Up-Studie) zu erhalten.

Die Studie wurde vom Bundesforschungsministerium mit 1,5 Millionen Euro gefördert und in Kooperation zwischen der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Hochschule für Gesundheit in Bochum durchgeführt. (ub)

medizin.uni-halle.de

print
DRUCKEN