Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 8/2016

27.10.2016 | Beiträge zum Themenschwerpunkt

„Neue Männer hat das Land“

Männer vereinbaren Pflege und Beruf

verfasst von: Erna C. Dosch

Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie | Ausgabe 8/2016

Einloggen, um Zugang zu erhalten

Zusammenfassung

Hintergrund

Aufgrund der demografischen Entwicklung und der damit verbundenen Auswirkungen werden Männer zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, Pflege und Beruf zu vereinbaren. Statistische Daten bestätigen, dass der Anteil häuslich pflegender Männer zunimmt. Sie bewegen sich durch die Pflegeübernahme in einer weiblich konnotierten Sphäre, die für sie eher ungewohnt ist. Welche Handlungsstrategien sie dabei nutzen, ist bisher ein rudimentär bearbeitetes Forschungsfeld.

Ziel der Arbeit und Fragestellung

Die Studie verfolgt das Ziel, zu einer differenzierten Betrachtungsweise männlichen Pflegeverhaltens beizutragen. Die Teilauswertung befasst sich mit der Fragestellung, wie berufstätige Männer ihre Pflegearrangements gestalten und welches Pflegeverhalten sie aufweisen.

Material und Methode

Basis der vorliegenden Teilauswertung sind 18 biografisch-narrative Interviews mit berufstätigen, häuslich pflegenden Männern. Die Interviews wurden anhand der Theoretical-Sampling-Strategie eingebunden und mithilfe eines typologischen Verfahrens in Anlehnung an die qualitative Inhaltsanalyse ausgewertet.

Ergebnisse und Schlussfolgerung

Aus dem Datenmaterial wurde eine Typologie zur Pflegetätigkeit häuslich pflegender Männer entwickelt. Die Ergebnisse indizieren, dass sich das Pflegeverhalten erwerbstätiger Männer bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wesentlich heterogener gestaltet, als in bisherigen Studien konstatiert. Die Spannbreite variiert von der Erhaltung der bisherigen Lebensgestaltung und Wahrung der Distanz zur Pflegesituation bis hin zu einer kompletten Veränderung der beruflichen und privaten Sphäre.
Fußnoten
1
Die Bezeichnung „männlich“ wird im Sinne des Konzeptes von „Doing Gender“ nach West und Zimmermann (1987) [24] verstanden, in dem Geschlecht sozial konstruiert bzw. erzeugt und in zwischenmenschlichen Interaktionen hergestellt wird. Auch der Begriff „Produzentenstolz“ ist im Rahmen dieses Ansatzes zu verstehen.
 
2
In der Gesamtstudie werden gendertheoretische Erklärungsansätze zu dem Pflegeverhalten häuslich pflegender Männer im erwerbsfähigen Alter diskutiert.
 
3
Die Gesamtstudie bezieht biografische Aspekte, beispielsweise die biografische Beziehung zur gepflegten Person, Motive und biographische Faktoren der Pflegeübernahme mit ein.
 
4
Typ 4 beinhaltet in der Gesamtauswertung insgesamt 2 pflegende Männer: einen Erwerbstätigen, der in dieser Teilauswertung behandelt wird, und einen Nichterwerbstätigen.
 
5
Die Bezeichnung „männlich“ wird im Sinne des Konzeptes von „Doing Gender“ nach West und Zimmermann (1987) [24] verstanden, in dem Geschlecht sozial konstruiert bzw. erzeugt und in zwischenmenschlichen Interaktionen hergestellt wird. Auch der Begriff „Produzentenstolz“ ist im Rahmen dieses Ansatzes zu verstehen.
 
Literatur
1.
Zurück zum Zitat Auth D, Dierkes M (2015) Söhne in der Angehörigenpflege – Charakteristika, Ressourcen und Unterstützungsbedarfe im betrieblichen Kontext. In: Meier-Gräwe U (Hrsg) Die Arbeit des Alltags. VS-Verlag, Wiesbaden, S 201–242 Auth D, Dierkes M (2015) Söhne in der Angehörigenpflege – Charakteristika, Ressourcen und Unterstützungsbedarfe im betrieblichen Kontext. In: Meier-Gräwe U (Hrsg) Die Arbeit des Alltags. VS-Verlag, Wiesbaden, S 201–242
3.
Zurück zum Zitat Auth D, Dierkes M, Leiber S, Leitner S (2016) Trotz Pflege kein Vereinbarkeitsproblem? Typische Arrangements und Ressourcen erwerbstätiger pflegender Söhne. Z Sozialreform 62(1):79–110 Auth D, Dierkes M, Leiber S, Leitner S (2016) Trotz Pflege kein Vereinbarkeitsproblem? Typische Arrangements und Ressourcen erwerbstätiger pflegender Söhne. Z Sozialreform 62(1):79–110
4.
Zurück zum Zitat Backes GM (2005) Geschlecht, Alter(n) und Pflege – ein allseits (un-)bekanntes Thema? In: Schroeter KR, Rosenthal T (Hrsg) Soziologie der Pflege. Juventa, Weinheim, S 359–384 Backes GM (2005) Geschlecht, Alter(n) und Pflege – ein allseits (un-)bekanntes Thema? In: Schroeter KR, Rosenthal T (Hrsg) Soziologie der Pflege. Juventa, Weinheim, S 359–384
5.
Zurück zum Zitat Backes GM, Amrhein L, Wolfinger M (2008) Gender in der Pflege – Herausforderungen für die Politik. Wiso-Diskurs, Expertise im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn Backes GM, Amrhein L, Wolfinger M (2008) Gender in der Pflege – Herausforderungen für die Politik. Wiso-Diskurs, Expertise im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn
6.
Zurück zum Zitat Bookwala J, Newman JL, Schulz R (2005) Methodical issues in research on men caregivers. In: Kramer BJ, Thompson EH Jr. (Hrsg) Men as caregivers: Theory, research and service implications. Springer, New York, S 69–126 Bookwala J, Newman JL, Schulz R (2005) Methodical issues in research on men caregivers. In: Kramer BJ, Thompson EH Jr. (Hrsg) Men as caregivers: Theory, research and service implications. Springer, New York, S 69–126
7.
Zurück zum Zitat Calasanti T, King N (2007) Taking ‘women’s work’ ‘like a man’: husbands’ experiences of care work. Gerontologist 47(4):516–527 CrossRefPubMed Calasanti T, King N (2007) Taking ‘women’s work’ ‘like a man’: husbands’ experiences of care work. Gerontologist 47(4):516–527 CrossRefPubMed
8.
Zurück zum Zitat Geyer J, Schulz E (2014) Who cares? Die Bedeutung der informellen Pflege durch Erwerbstätige in Deutschland. DIW Wochenbericht 14:294–303 Geyer J, Schulz E (2014) Who cares? Die Bedeutung der informellen Pflege durch Erwerbstätige in Deutschland. DIW Wochenbericht 14:294–303
9.
Zurück zum Zitat Glaser B, Strauss A (1967) The discovery of grounded theory: strategies for qualitative research. Aldine, Chicago Glaser B, Strauss A (1967) The discovery of grounded theory: strategies for qualitative research. Aldine, Chicago
10.
Zurück zum Zitat Keck W (2012) Die Vereinbarkeit von häuslicher Pflege und Beruf. Hans Huber, Bern Keck W (2012) Die Vereinbarkeit von häuslicher Pflege und Beruf. Hans Huber, Bern
11.
Zurück zum Zitat Kelle U, Kluge S (2010) Vom Einzelfall zum Typus. Leske und Budrich, Opladen CrossRef Kelle U, Kluge S (2010) Vom Einzelfall zum Typus. Leske und Budrich, Opladen CrossRef
12.
Zurück zum Zitat Kuckartz U (2012) Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstützung. Beltz Juventa, Weinheim Basel Kuckartz U (2012) Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstützung. Beltz Juventa, Weinheim Basel
13.
Zurück zum Zitat Langehennig M (2012) In der Angehörigenpflege seinen Mann stehen. Einblicke in die genderkonstruierte Sorge-Arbeit pflegender Männer. In: Langehennig M, Betz D, Dosch E (Hrsg) Männer in der Angehörigenpflege. Beltz Juventa, Weinheim Basel, S 9–43 Langehennig M (2012) In der Angehörigenpflege seinen Mann stehen. Einblicke in die genderkonstruierte Sorge-Arbeit pflegender Männer. In: Langehennig M, Betz D, Dosch E (Hrsg) Männer in der Angehörigenpflege. Beltz Juventa, Weinheim Basel, S 9–43
15.
Zurück zum Zitat Lüdecke D, Mnich E, Melchiorre GM, Kofahl C (2006) Familiale Pflege älterer Menschen in Europa unter einer Geschlechterperspektive. Z Frauenforsch Geschlechterstud 24(2–3):85–101 Lüdecke D, Mnich E, Melchiorre GM, Kofahl C (2006) Familiale Pflege älterer Menschen in Europa unter einer Geschlechterperspektive. Z Frauenforsch Geschlechterstud 24(2–3):85–101
17.
Zurück zum Zitat Reichert M (2012) Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Pflege – eine Bestandsaufnahme. In: Bisbinck R, Bosch G, Hofemann K, Naegele G (Hrsg) Sozialpolitik und Sozialstaat. Festschrift für Gerhard Bäcker. VS-Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, S 323–333 CrossRef Reichert M (2012) Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Pflege – eine Bestandsaufnahme. In: Bisbinck R, Bosch G, Hofemann K, Naegele G (Hrsg) Sozialpolitik und Sozialstaat. Festschrift für Gerhard Bäcker. VS-Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, S 323–333 CrossRef
18.
Zurück zum Zitat Rosenthal G (2015) Interpretative Sozialforschung. Eine Einführung, 5. Aufl. Beltz Juventa, Weinheim Basel Rosenthal G (2015) Interpretative Sozialforschung. Eine Einführung, 5. Aufl. Beltz Juventa, Weinheim Basel
19.
Zurück zum Zitat Rothgang H, Kalwitzki T, Müller R, Runte R, Unger R (2015) Barmer GEK Pflegereport. Schwerpunktthema: Pflegen zu Hause. Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse, Bd. 36. Asgard, Siegburg Rothgang H, Kalwitzki T, Müller R, Runte R, Unger R (2015) Barmer GEK Pflegereport. Schwerpunktthema: Pflegen zu Hause. Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse, Bd. 36. Asgard, Siegburg
20.
Zurück zum Zitat Russell R (2007) The work of elderly men caregivers: from public careers to an unseen world. Men Masc 9:298–314 CrossRef Russell R (2007) The work of elderly men caregivers: from public careers to an unseen world. Men Masc 9:298–314 CrossRef
21.
Zurück zum Zitat Rumpf M (2007) Geschlechterverhältnisse und Ethos fürsorglicher (Pflege-) Praxis im Wandel. Literaturstudie und Problemskizzen zu häuslicher Pflege (Langfassung). artec-paper Nr. 144. Forschungszentrum Nachhaltigkeit, Universität Bremen, Bremen Rumpf M (2007) Geschlechterverhältnisse und Ethos fürsorglicher (Pflege-) Praxis im Wandel. Literaturstudie und Problemskizzen zu häuslicher Pflege (Langfassung). artec-paper Nr. 144. Forschungszentrum Nachhaltigkeit, Universität Bremen, Bremen
22.
Zurück zum Zitat Schneekloth U (2006) Entwicklungstrends und Perspektiven in der häuslichen Pflege. Zentrale Ergebnisse der Studie Möglichkeiten und Grenzen selbständiger Lebensführung. Z Gerontol Geriatr 39(6):405–412 Schneekloth U (2006) Entwicklungstrends und Perspektiven in der häuslichen Pflege. Zentrale Ergebnisse der Studie Möglichkeiten und Grenzen selbständiger Lebensführung. Z Gerontol Geriatr 39(6):405–412
23.
Zurück zum Zitat TNS Infratest Sozialforschung (2011) Abschlussbericht zur Studie „Wirkungen des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes“. Bericht zu den Repräsentativerhebungen im Auftrag des Bundesministeriums Gesundheit. Bundesministerium für Gesundheit, München TNS Infratest Sozialforschung (2011) Abschlussbericht zur Studie „Wirkungen des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes“. Bericht zu den Repräsentativerhebungen im Auftrag des Bundesministeriums Gesundheit. Bundesministerium für Gesundheit, München
24.
Zurück zum Zitat West C, Zimmerman DH (1987) Doing gender. Gen Soc 1 (2):125–151 West C, Zimmerman DH (1987) Doing gender. Gen Soc 1 (2):125–151
Metadaten
Titel
„Neue Männer hat das Land“
Männer vereinbaren Pflege und Beruf
verfasst von
Erna C. Dosch
Publikationsdatum
27.10.2016
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie / Ausgabe 8/2016
Print ISSN: 0948-6704
Elektronische ISSN: 1435-1269
DOI
https://doi.org/10.1007/s00391-016-1145-7