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01.08.2015 | Originalien | Ausgabe 6/2015

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 6/2015

Mundgesundheit bei Demenz

Ergebnisse einer telefonischen Beratungsstelle

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie > Ausgabe 6/2015
Autoren:
MPH Prof. Dr. med. dent. habil. Ina Nitschke, med. dent. Claudia Ramm, Annett Schrock
Wichtige Hinweise
Die Autoren I. Nitschke und C. Ramm teilen sich die Erstautorenschaft.

Zusammenfassung

Hintergrund

Die zahnmedizinische Versorgung und Oralhygiene bei Menschen mit Demenz (MmD) ist auch unter Berücksichtigung der zunehmenden Anzahl der erhaltenen Zähne schwierig.

Ziel der Arbeit

Es soll geklärt werden, ob das Angebot einer Beratungsstelle zum Thema Mundgesundheit und Demenz genutzt wird.

Material und Methoden

Die Beratungsstelle wurde mit 3 zahnmedizinischen Spezialisten aufgebaut, und ein Jahr lang wurden die telefonischen Anfragen gesammelt sowie ausgewertet.

Ergebnisse

Die zahnmedizinische Beratung wurde von 355 Anrufern (180 medizinisch-pflegerisch tätig; 175 Angehörige) im Zeitraum vom 01.06.2012 bis 31.05.2013 genutzt. Von den Anrufern wurden in den ca. 21 min dauernden Gesprächen 2535 Probleme angesprochen. Fast ein Viertel der Anrufer fragte nach einer mobilen Behandlung, und 14,4 % suchten einen Zahnarzt, der auf die Behandlung der MmD spezialisiert ist. Orale Erkrankungen, die Mundhygiene und die interpersonellen Schwierigkeiten, die zwischen allen Beteiligten zur oralen Situation auftraten, wurden thematisiert. Drei Viertel des medizinisch-pflegerischen Personals fragten nach Schulungen, um die Mundgesundheit und Oralhygiene bei MmD zu verbessern.

Schlussfolgerung

Die Nachfrage bei den Spezialisten zeigte, dass es großen Wissensbedarf sowohl beim Fachpersonal als auch bei den Angehörigen gibt. Die Studie belegt, dass die Probleme in der Mundhöhle von MmD breit gefächert sind. Wissen zu Mund- und Prothesenhygiene sowie den Krankheitsbildern der Mundhöhle könnte strukturiert in die Aus- und Fortbildung eingebracht werden. Neben dem Wissensdefizit wird auch deutlich, dass die zahnmedizinische Versorgungsstruktur nicht für die MmD gesichert ist. Hier sind die Politiker und die Akteure im Gesundheitswesen aufgefordert, die zahnmedizinische Versorgung in den Demenznetzwerken und -strategien zu verankern.

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Literatur
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