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Messung psychischer Belastungen in Krankenhäusern

Nutzen und Hemmnisse

  • 21.03.2018
  • Wissenschaftliche Kurzmitteilung
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Seit dem Jahr 2013 ist sowohl in Österreich als auch in Deutschland die Evaluierung bzw. Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen der Arbeitnehmer eine gesetzliche Pflicht für Unternehmen. Insbesondere für Krankenhäuser – ein Unternehmenstyp, der bisher meist wenige Aktivitäten für interne Gesundheitsförderung setzte – kann dies einen Anreiz zur Setzung gezielter Maßnahmen darstellen, die die psychosozialen Belastungen der Mitarbeiter reduzieren sollen.

Methode

In 2 österreichischen Bundesländern wurden alle dort ansässigen 45 Krankenhäuser zuerst schriftlich und dann telefonisch kontaktiert. Insgesamt 29 konnten mithilfe des Telefoninterviews dazu befragt werden, wann und in welcher Form die Evaluierung durchgeführt wird.

Ergebnis

In Österreichs Krankenhäusern ist die Evaluierung der psychischen Belastungen in vollem Gange: entweder bereits umgesetzt, in Arbeit oder in Vorbereitung. Allerdings variieren die verwendeten Methoden, und es werden oft sehr einfache, wenig aussagekräftige Instrumente eingesetzt. Die Erhebung wird in 54 % der Fälle durch internes Personal, insbesondere von Arbeitspsychologen und Betriebsärzten, durchgeführt. Dies ist als problematisch zu werten und birgt internes Konfliktpotenzial.

Schlussfolgerung

Zwar ist die Umsetzung der Evaluierung psychischer Belastungen resp. der Gefährdungsbeurteilung in Österreichs Krankenhäusern weit fortgeschritten, die häufige Verwendung teils ungeeigneter, teils sehr oberflächlicher Instrumente kann der komplexen Realität in Gesundheitsberufen jedoch nicht gerecht werden. Der Nutzen der Erhebungen wird daher voraussichtlich sein Potenzial nicht erreichen.
Titel
Messung psychischer Belastungen in Krankenhäusern
Nutzen und Hemmnisse
Verfasst von
Katrin Preuner
Harald Stummer
Elisabeth Nöhammer
Sabine Katzdobler
Publikationsdatum
21.03.2018
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
HeilberufeScience / Ausgabe 1-2/2018
Elektronische ISSN: 2190-2100
DOI
https://doi.org/10.1007/s16024-018-0314-6
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