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16.03.2021 | Onlineartikel

Mädchen oder Junge?

Mittels einer webbasierten Umfrage wurden Daten zu 4.320 Schwangerschaften von 2.543 Müttern gesammelt. Danach spricht ein häufiges Schwangerschaftserbrechen für ein Mädchen.

Die Alltagsweisheit kennt viele Zeichen, die Schwangere auf das Geschlecht ihres Kindes hinweisen sollen. Unterschiedlich große Brüste gehören dazu (links größer: Mädchen), die bevorzugte Schlafposition (linke Seitenlage: Junge – logisch, weil hier ja die rechte Brust größer ist …) oder das Wachstum der Haare (wächst es schneller, wird es ein Junge). Forscher aus den USA haben nun eine weitere Alltagsregel auf ihre Treffsicherheit untersucht, wonach nämlich häufiges Erbrechen während des ersten Schwangerschaftstrimenons auf die Geburt eines Mädchens hinweist [Young N et al. Arch Gynecol Obstet 2020; https://doi. org/fmj].

Mittels einer webbasierten Umfrage wurden Daten zu 4.320 Schwangerschaften von 2.543 Müttern gesammelt. Dabei war festzustellen, dass Mütter von Mädchen im Durchschnitt höhere Frequenzen von Übelkeit und Erbrechen angaben als Mütter von Jungs. Auf einer Skala von 1–9 äußerte sich das in einem statistisch sehr signifikanten Unterschied von 6,35 zu 6,04. Anders ausgedrückt kamen bei einer Erbrechenshäufigkeit von weniger als einmal täglich mehr Jungen als Mädchen, bei einer Frequenz von einmal täglich oder öfter mehr Mädchen als Jungen zur Welt. Die Assoziation von Geschlecht und Schwangerschaftsübelkeit blieb nach Abgleich gegen Einflussfaktoren erhalten. Bleibt noch zu fragen, wie sich die Assoziation erklären lässt. Die Wissenschaftler vermuten, dass eine inkomplette Inaktivierung von X-Chromosomen in Plazentazellen die Produktion von humanem Choriongonadotropin hochreguliert und dadurch Übelkeit und Erbrechen bei der Schwangeren auslöst. Das ist allerdings Spekulation. (RB)

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