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01.02.2011 | Originalarbeit | Ausgabe 1/2011

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 1/2011

Kriminelles Verhalten und polizeiliche Registrierung

Selbstberichte von Menschen im höheren Lebensalter

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie > Ausgabe 1/2011
Autor:
F. Kunz
Wichtige Hinweise
Die hier vorgestellten Daten entstammen einer Teilstudie des Forschungsprojekts „Ältere Menschen und Kriminalität“ (Leitung: Dipl.-Soz. Franziska Kunz; Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jörg Albrecht), die am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Kooperation mit dem Institut für Soziologie der Universität Freiburg (Prof. Dr. Baldo Blinkert) durchgeführt wird. Für wertvolle Hinweise zur Erstellung des Beitrags danke ich Hans-Jörg Albrecht und zwei anonymen Gutachtern dieser Zeitschrift.

Zusammenfassung

Das Kriminalitätsaufkommen unserer Gesellschaft wird aufgrund demografischer und sozialer Veränderungen in zunehmendem Maß auch vom Verhalten älterer Bevölkerungsgruppen geprägt. Die Beschreibung und Erklärung von Kriminalität im höheren Lebensalter gewinnen vor diesem Hintergrund an Bedeutung. Da bislang kaum entsprechende Dunkelfelddaten zur Verfügung stehen, wurde eine regionale postalische Befragung von 49- bis 81-Jährigen durchgeführt, in der u. a. Selbstberichte kriminellen Handelns, potenzielle Erklärungsvariablen sowie Angaben zur bisherigen polizeilichen Registrierung erhoben wurden. Insgesamt geben knapp 50% aller Respondenten an, mindestens eine der 14 abgefragten Deliktarten zumindest einmal seit Vollendung des 50. Lebensjahres begangen zu haben. Jüngere Kohorten weisen dabei sowohl gegenwärtig als auch in der Vergangenheit im Vergleich zu älteren Jahrgängen eine deutlich stärkere kriminelle Belastung auf. Unter den erhobenen Deliktarten stellt das Führen eines Kraftfahrzeugs (Kfz) unter Alkoholeinfluss das vorrangig begangene Delikt älterer Menschen dar. Daneben bedeutet Alterskriminalität v. a. Betrugs- und Vermögenskriminalität in alltäglichen Kontexten, die vorrangig von sozial gut integrierten und ökonomisch abgesicherten Menschen begangen wird. Prädiktoren kriminellen Handelns im höheren Lebensalter sind v. a. die Geschlechtszugehörigkeit und soziale Lernmechanismen. Die übergroße Mehrheit derjenigen Personen, die in ihrem Leben bereits mehrfach polizeilich registriert wurden, setzt ihren kriminellen Verhaltensstil bis ins höhere Alter fort. Der Anteil sog. Ersttäter an allen Befragten, die nach dem 50. Geburtstag polizeilich vermerkt worden sind, beträgt ca. 56% und liegt damit deutlich unter den Schätzungen, die auf offiziellen Kriminalitätsdaten basieren.

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