Springerpflege
Krankenhaus-Report 2025
Versorgung Hochbetagter
- Open Access
- 2025
- Open Access
- Buch
- Herausgegeben von
- Jürgen Klauber
- Jürgen Wasem
- Andreas Beivers
- Carina Mostert
- David Scheller-Kreinsen
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
Über dieses Buch
Der "Krankenhaus-Report" erscheint jährlich als Buch und als Open Access-Publikation mit wechselndem Schwerpunktthema. Daneben stellt das Statistische Bundesamt Grund- und Diagnosedaten der Krankenhäuser bereit, und die „Krankenhauspolitische Chronik“ bietet wie in den Vorjahren eine differenzierte Sicht auf die Ereignisse.
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Inhaltsverzeichnis
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Ausgangslage/Strukturen/medizin-ethische Grundsatzfragen
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Frontmatter
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1. Alte Menschen im Krankenhaus: Empirische Bestandsaufnahme und Vorausberechnung
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungDie Versorgung älterer und hochaltriger Menschen ist von besonderer Bedeutung für die Krankenhausversorgung. Für eine Vielzahl – wenn nicht eine Mehrzahl – von Krankheiten mit hoher Inzidenz bzw. Prävalenz, gravierenden Komplikationen und Folgen für Mortalität und Lebensqualität gilt, dass diese insbesondere im hohen Lebensalter auftreten oder zunehmende Auswirkungen zeigen. Medizinischer und hygienischer Fortschritt sowie insbesondere viele Veränderungen der Lebensweise haben bisher generell dazu geführt, dass die Lebenserwartung immer weiter gestiegen ist. Zudem führen medizinische und technische Entwicklungen dazu, dass Behandlungsmöglichkeiten zunehmend auch für sehr hochaltrige Patientinnen und Patienten verfügbar werden. So können z. B. offen-chirurgische durch weniger invasive Verfahren ersetzt werden und stehen für größere Gruppen von Erkrankten potenziell zur Verfügung. Die Alterung der Gesellschaft und die daraus erwachsenden demographischen Herausforderungen führen in vielen Bereichen zu Anpassungsbedarfen. In diesem Beitrag soll der Fokus auf das stationäre Behandlungsgeschehen gelegt werden, das insgesamt den größten Ressourcenanteil in der Gesundheitsversorgung in Anspruch nimmt. -
2. Erkrankungshäufigkeiten und die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems alter und hochbetagter Menschen im Überblick
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungDer vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über wichtige Kennzahlen in der medizinischen Versorgung älterer Menschen. Er berichtet über Diagnosehäufigkeiten und beschreibt, auf welche Weise die Bevölkerungsgruppe 65+ Leistungen des Gesundheitswesens in Anspruch nimmt. Grundlage für die Darstellung sind dabei die bundesweiten Abrechnungsdaten aller AOK-Versicherten aus dem Jahr 2023, die auf die deutsche Wohnbevölkerung standardisiert und hochgerechnet wurden. Mit diesem datenbasierten Überblick wollen wir eine empirische Ausgangsbasis bilden für die weiteren Beiträge dieses Buches, die die spezifischen Versorgungsbedarfe älterer Menschen im Krankenhaus tiefergehend beleuchten. -
3. Messung des Einflusses einer alternden Bevölkerung und anderer nachfrageseitiger Determinanten auf die Inanspruchnahme stationärer Leistungen
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungIn Politik und Praxis wird häufig davon ausgegangen, dass die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen mit der Alterung der Bevölkerung zunimmt und entsprechend eine Erhöhung der Inanspruchnahme unvermeidlich ist. In Deutschland stiegen die stationären Fallzahlen von einem im internationalen Vergleich hohen Ausgangsniveau von 16,5 Mio. im Jahr 2005 auf 19,5 Mio. im Jahr 2016, was den mit Abstand größten prozentualen Anstieg der Krankenhausaufnahmen unter den OECD-Ländern darstellt, obwohl die Bevölkerungszahl nahezu gleich geblieben ist (Statistisches Bundesamt 2015). Der starke Anstieg in diesem Zeitraum ist aus empirischer Sicht gut geeignet, den Effekt der Alterung der Bevölkerung und anderer nachfrageseitiger Faktoren auf die Fallzahlentwicklung zu untersuchen.Die meisten neueren Studien aus anderen Ländern kommen basierend auf State-of-the-Art-Methoden zu dem Schluss, dass nachfrageseitige oder patientenbezogene Faktoren nur eine begrenzte Rolle spielen und dass die Angebotsseite eine wichtigere Rolle für die Schwankungen und das Wachstum der Inanspruchnahme des Gesundheitswesens und der Ausgaben in entwickelten Volkswirtschaften spielt (Chandra et al. 2011; Finkelstein et al. 2016; Hsiao und Heller 2007). Dabei scheinen wichtige Unterschiede in den Effekten zwischen verschiedenen Sektoren des Gesundheitswesens zu existieren. -
4. Alterung der Bevölkerung und Nachfrage Hochbetagter nach Krankenhausbehandlung
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungDie Bevölkerung Deutschlands altert zusehends. Nicht nur sind die Jahrgänge, die demnächst ins Rentenalter übertreten, deutlich stärker besetzt als die der nachwachsenden Generationen, sondern es steigt auch die ferne Lebenserwartung der bereits Älteren: Konnte eine 65-jährige Frau zur Jahrtausendwende mit 19,4 weiteren Lebensjahren rechnen, so waren es 20 Jahre später schon 21,1 Jahre, also 1,7 Jahre mehr. Bei 65-jährigen Männern waren es sogar volle zwei zusätzliche Jahre (17,8 gegenüber 15,8). Definiert man „Hochbetagte“ als Personen im Alter von über 80 Jahren, so wird der Anteil dieser Gruppe an der Gesamtbevölkerung von derzeit (31.12.2024) 7,3 % auf 8,7 % im Jahr 2040 und sogar 10,9 % im Jahr 2050 zunehmen, also um etwa die Hälfte des Ausgangswerts. -
5. Geriatrische Versorgung im Krankenhaus im Spiegel von Vergütung, Planung und Regulierung
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungGeriatrie im Krankenhaus zielt auf die akutmedizinische Versorgung hochaltriger und zugleich multimorbider bzw. besonders vulnerabler Patientinnen und Patienten. Nicht die Behandlung einzelner Erkrankungen steht dabei im Vordergrund, sondern der Erhalt von Selbständigkeit und Autonomie, einschließlich der Vermeidung oder Minderung von Pflegebedürftigkeit. Geriatrie umfasst im Rahmen der akutmedizinischen Versorgung häufig auch frührehabilitative Behandlungselemente aufgrund bereits vorbestehender, eingetretener bzw. nach Entlassung oder Verlegung voraussichtlich fortbestehender Beeinträchtigungen alltagsrelevanter Aktivitäten und der Teilhabe. Für eine über die Krankenhausbehandlung hinausgehende rehabilitative Versorgung sind leistungsrechtlich gesonderte Rehabilitationseinrichtungen in der Indikation Geriatrie vorgesehen. In Deutschland sind diese allerdings in einigen Bundesländern nicht existent und es ist hier bisher noch keine einheitliche strukturelle Umsetzung gelungen. Der Beitrag setzt sich mit Herausforderungen in Planung, Vergütung und Regulierung geriatrischer Krankenhausversorgung auseinander und entwickelt vor diesem Hintergrund Vorschläge für Weiterentwicklungen auch über die Krankenhausbehandlung hinaus. -
6. Alte Menschen in der intensivmedizinischen Versorgung: Herausforderungen und Perspektiven
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungDie demographische Entwicklung in Deutschland zeigt eine kontinuierliche Alterung der Gesellschaft. Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von über 80 Jahren und einer stetig wachsenden Anzahl an Menschen über 65 Jahre verändert sich das Profil der Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern drastisch. Die Intensivmedizin steht dabei vor der besonderen Aufgabe, die Bedürfnisse dieser Patientengruppe zu berücksichtigen, wobei medizinische, ethische und ökonomische Aspekte eng miteinander verwoben sind. Der folgende Artikel untersucht die Herausforderungen und Perspektiven der Versorgung alter Menschen in der Intensivmedizin unter Einbezug aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und unter Berücksichtigung der Autorenrichtlinien.
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Management und Prozesse
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Frontmatter
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7. Demenz als pflegerische Herausforderung im Krankenhaus
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungKrankenhäuser sehen sich mit der Anforderung konfrontiert, in zunehmendem Maße Menschen mit Demenz zu behandeln. Wie aus Modellprojekten und Evaluationen hervorgeht, stellt das Krankenhaus mit seinen Rahmenbedingungen jedoch ein geradezu demenzförderndes Milieu dar. Menschen mit Demenz, die im straff organisierten Krankenhausalltag ohne Beschäftigung und Ansprache auf sich alleine gestellt sind, zeigen häufig z. B. ein so genanntes herausforderndes Verhalten, das für alle Beteiligten zur nervlichen Zerreißprobe werden kann und für die Patientinnen und Patienten nicht selten mit gravierenden Folgen verbunden ist. Vor dem Hintergrund der steigenden Belastung des klinischen Personals ist der Handlungsbedarf groß. Für die Etablierung demenzsensibler Handlungskonzepte in Krankenhäusern gibt es aber keine einfachen Rezepte. Ein wesentlicher Schritt besteht darin, die Handlungssicherheit der Beschäftigten im Umgang mit Menschen mit Demenz zu stärken. Neben Fragen des allgemeinen Umgangs und der Anpassung kommunikativer Techniken sind spezielle Empfehlungen für den Umgang mit herausforderndem Verhalten sowie für das Ernährungs- und Schmerzmanagement hilfreich. Die Leitungskräfte nehmen für einen geregelten Wissensaufbau über die bestehenden Fachkonzepte eine Schlüsselrolle ein. Zudem sind sie gehalten, für einen sukzessiven Aufbau und eine nachhaltige Etablierung demenzsensibler Strukturen und Prozesse Sorge zu tragen. -
8. Zentrale Notaufnahmen und alte Menschen: Besondere Herausforderungen und Bedarfe
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungZusammenfassungDie demographische Entwicklung verändert die Anforderungen an eine qualitativ hochwertige und den Bedürfnissen älterer Menschen entsprechende Notfallversorgung. Die Thematik dieser vulnerablen Patientengruppe, die einen großen Anteil aller Notaufnahmepatientinnen und -patienten in Deutschland ausmacht, rückt mehr und mehr in den Fokus, trotzdem fehlen bundesweite Konzepte. Der Beitrag gibt einen wissenschaftlich fundierten Überblick über die Unterschiede älterer Notfallpatienten im Vergleich zu Jüngeren und geht auf die damit einhergehenden Herausforderungen in der Versorgung ein. Neben der oft unspezifischen Symptomatik, werden die Themen Frailty und Arzneimittelsicherheit als multidimensionale Risikofaktoren erläutert und innovative Behandlungsstrategien anhand bisheriger Erkenntnisse diskutiert.Due to demographic change, the requirements for high-quality emergency care that meets the needs of older people are also changing. This vulnerable patient group, which accounts for a large proportion of all emergency room patients in Germany, is increasingly coming into focus, yet there is a lack of nationwide concepts. This article provides a scientifically sound overview of the differences between older and younger emergency patients and discusses the associated challenges in care. In addition to the frequentzly unspecific symptoms, the topics of frailty and drug safety are explained as multidimensional risk factors and on the basis of current knowledge, innovative treatment strategies are discussed. -
9. Polypharmakotherapie und digitales Medikamentenmanagement
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungAls Polypharmakotherapie, Multimedikation oder Polypharmazie wird meist die gleichzeitige Einnahme von fünf oder mehr Arzneistoffen täglich bezeichnet (Masnoon et al. 2017). Diese ist mit zahlreichen Problemen belastet: Es entstehen Wechselwirkungen und das Risiko für Nebenwirkungen aller Art steigt (Davies et al. 2020; Wastesson et al. 2018). Patientinnen und Patienten mit Polypharmakotherapie haben ein höheres Risiko für Stürze, Krankenhausaufnahmen und eine erhöhte Mortalität im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Polypharmakotherapie (Davies et al. 2020). In Deutschland ist mehr als jeder zweite Versicherte im Alter von 65 Jahren oder darüber von Polypharmakotherapie betroffen; in einem Vergleich zwischen sechs Ländern war Deutschland mit 58,3 % in dieser Altersgruppe führend (Bennie et al. 2024). Daraus ergibt sich, dass die Polypharmakotherapie die Älteren auf ihrem Weg durch das Gesundheitswesen begleitet – stets mit dem Risiko für Komplikationen verbunden. -
10. Management des postoperativen Delirs (POD) im Krankenhaus: Probleme und Lösungsoptionen
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungDie demographische Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland spiegelt sich in der medizinischen Versorgung am stärksten wider und ist in den Krankenhäusern deutlich zu spüren. Das statistische Bundesamt veröffentlicht jährlich Zahlen zu Operationen und medizinischen Prozeduren bei stationären Patientinnen und Patienten. 2017 lag der Anteil der Patienten in der Altersgruppe von mindestens 65 Jahren in der Domäne Operationen und Prozeduren bei stationären Patienten bei über 50 %. Die Tendenz blieb auch über die Folgejahre in der Altersgruppe 65+ steigend (Tab. 10.1), (Destatis 2007–2021; Destatis 2022; Destatis 2023). Hochbetagte Patienten sind oft kränker als die Normalbevölkerung, können Extrembedingungen während einer Operation oder einer Prozedur schlechter kompensieren und haben weniger Reserven, wenn Komplikationen auftreten. Zudem sind durch ihre Medikation spezielle Sicherheitsvorkehrungen erforderlich. Diesen Mehraufwand können ambulante Operationszentren nicht leisten und sind dafür auch nicht ausgelegt. Dadurch sind fast ausnahmslos Krankenhäuser in der Verantwortung, die Versorgung vulnerabler Patientengruppen zu übernehmen. Selbst wenn es sich nicht um einen Hochrisikoeingriff handelt und der Eingriff normalerweise ambulant durchführbar wäre, kann aus den genannten Gründen die Patientensicherheit bei ambulanter Durchführung nicht garantiert werden. Krankenhäuser sind deswegen oft als wichtigste zentrale Institution in die medizinische Versorgung hochbetagter Patienten eingebunden. -
11. Versorgung von Pflegeeinrichtungsbewohnern in Krankenhäusern: Über-, Unter- und Fehlversorgung
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungAktuell werden jährlich in Deutschland etwa 800.000 Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen versorgt (Destatis 2022). Diese Zahl wird infolge des demographischen Wandels kurzfristig steigen (Destatis 2024a; Ärzteblatt 2024). Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben, gehören zu der gesundheitlich vulnerabelsten Population in Deutschland. Im Vergleich zu Menschen der gleichen Altersgruppe, die nicht in Pflegeheimen leben, ist die Versorgungsbedürftigkeit der Heimbewohnenden besonders hoch. Der Pflegegrad kann hier als Proxi-Variable für die Versorgungsbedürftigkeit und Vulnerabilität herangezogen werden (Abb. 11.1; Destatis 2022). Somit ist die Inanspruchnahme von Gesundheitsversorgungsleistungen dieser Bevölkerungsgruppe, die unter Multimorbidität, Gebrechlichkeit und der Progredienz funktionaler und kognitiver Erkrankungen leidet, besonders hoch. -
12. Die Versorgung älterer Patienten im Kontext der Ausweitung ambulanter Operationen
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungIm Rahmen der Diskussion um die Ausweitung des ambulanten Operierens in Deutschland stellen ältere Menschen eine besonders relevante Zielgruppe dar. Zum einen steigt aufgrund des demographischen Wandels und der zunehmenden Zahl älterer Menschen der Bedarf an operativen Eingriffen. Zum anderen bieten ambulante Operationen für ältere Patientinnen und Patienten erhebliche Vorteile, da die mit einem Krankenhausaufenthalt verbundenen Risiken im ambulanten Setting deutlich reduziert werden können. Die Diskussion um eine stärkere Ambulantisierung konzentriert sich in Deutschland bislang vor allem auf ökonomische und strukturelle Aspekte, während die Perspektive der Patientinnen und Patienten häufig nur unzureichend berücksichtigt wird. Der vorliegende Beitrag untersucht die Bedeutung sozialer Unterstützung in diesem Zusammenhang und stellt ein Erhebungsinstrument vor, das die Sicht älterer Menschen auf ambulante Operationen erfasst. Es werden zentrale Einflussfaktoren identifiziert und Handlungsempfehlungen für eine patientenorientierte Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen abgeleitet. Diese sind als Vorstufe einer adäquaten Vergütungsentscheidung zu werten und führen in der Folge zu notwendigen Strukturierungsprozessen. -
13. Kliniksozialdienst und Entlassmanagement: Besondere Herausforderungen im Umgang mit älteren und hochbetagten Menschen
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungDie Sicherstellung der Versorgungskontinuität gehört zu den Kernprozessen eines qualitätsgesicherten und effektiven Gesundheitswesens. Bezogen auf die Krankenhausversorgung umfasst dieser Prozess die Verzahnung von notwendigen Therapien und Unterstützungsleistungen, das Management der Schnittstellen zwischen den verschiedenen Disziplinen sowie bei Entlassung den nahtlosen Übergang in die nachstationäre Versorgung (DVSG 2022; Brefka und Schäufele 2024). Den Sozialdiensten in den Krankenhäusern kommt bei der Erfüllung dieses Aufgabenbündels traditionell eine zentrale Rolle zu (SVR Gesundheit 2012). Ihre Tätigkeit im Rahmen des Entlassmanagements zielt auf tragfähige Nachsorgelösungen und fokussiert dabei auf Patientinnen und Patienten, die sich in komplexen gesundheitlichen und psychosozialen Problemlagen befinden, z. B. bei chronischen und schweren Erkrankungen, die mit sozialen Problemen einhergehen, zur Klärung rechtlicher Vertretungsfragen oder zur Sicherstellung sozialrechtlicher Kostenübernahmen von Nachsorgemaßnahmen (DVSG 2022). In der geriatrischen Krankenhausversorgung ist der Sozialdienst in das multidisziplinäre geriatrische Team eingebunden. Bei den Fachkräften im Sozialdienst handelt es sich in der Regel um Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, je nach Landeskrankenhausgesetz können aber auch weitere Berufsgruppen einbezogen sein.
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Versorgungsschnittstellen
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Frontmatter
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14. Stationäre Geriatrische Rehabilitation: Bestandsaufnahme und kritische Würdigung
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungDie postakute stationäre Geriatrische Rehabilitation ist eine wirksame Therapieform für ältere Patienten mit funktionellen Defiziten durch chronische Dekonditionierung oder akuter Erkrankung. Durch das Rehabilitationsstärkungsgesetz und die aktualisierte Reha-Richtlinie soll die Anmeldung zur Geriatrischen Rehabilitation erleichtert werden, jedoch führt das aktuell integrierte und nicht ausreichend validierte SINGER-Patientenprofil derzeit noch zu Kontroversen. Gleichzeitig steht die Geriatrische Rehabilitation aus gewachsenen Strukturgründen weiterhin nicht in allen Bundesländern gleichermaßen zur Verfügung und ist auch postpandemisch hinsichtlich der Bettenkapazitäten nicht ausreichend. Aufgrund des Nutzens der Geriatrischen Rehabilitation sollte jedoch ein deutlicherer Fokus auf die strukturelle Stabilisierung und den sukzessiven Ausbau von Versorgungskapazitäten/-angeboten der Geriatrischen Rehabilitation in Deutschland gelegt werden. -
15. Krankenhausversorgung älterer Menschen im internationalen Vergleich – ein Expertenblick auf die Policy-Entwicklungen in Dänemark, den Niederlanden und in der Schweiz
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungDie vorhersehbaren demographischen Veränderungen haben endlich zu einem proaktiven gesundheitspolitischen Diskurs in Deutschland geführt. Durch die Verabschiedung der Krankenhausstrukturreform werden überfällige Veränderungen angestoßen, die einen Teil der Probleme adressieren. Benötigt wird jedoch ein systemischer Ansatz, der vor allem auch die Schnittstellen zur ambulanten Versorgung adressiert und das ganze Spektrum von der Prävention über die Therapie bis hin zur Rehabilitation und – soweit erforderlich – auch die häusliche und institutionelle Langzeitpflege berücksichtigt. Dabei dürfen die „Elefanten im Raum“ nicht vergessen werden. An erster Stelle ist das die Kapazität und Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Gesundheitsberufen, gefolgt von und verbunden mit dem unzureichenden Stand der Nutzung digitaler Technologien wie der Telemedizin oder der elektronischen Patientenakte. Um hier den Blick zu schärfen, zeigt eine vergleichende Analyse, wie unsere Nachbarländer sich auf die demographischen Veränderungen vorbereitet haben.Ein Blick auf die OECD-Analysen aus dem Jahr 2023 zeigt, dass Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarn mit vergleichbarem Bruttosozialprodukt hohe Kosten im Gesundheitssystem aufweist, die meisten Key Performance Indicators (KPIs; Leistungskennzahlen) jedoch ernüchternd aussehen (Abb. 15.1.). -
16. Ambulant-sensitive Krankenhausfälle: Fokus alte Menschen
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungAls ambulant-sensitive Konditionen oder Krankenhausfälle (ASK) werden stationäre Behandlungen bezeichnet, die durch eine angemessene ambulante Versorgung potenziell hätten vermieden werden können. Dies betrifft die Vermeidung von Krankheiten durch Primärprävention, das Management und die Sekundärprävention bei chronischen Erkrankungen oder die Kontrolle akuter Ereignisse (Purdy et al. 2009). Je nach Versorgungsstrukturen beziehen sich ASK international teilweise auch lediglich auf die Primärversorgung, jedoch weniger im deutschen Kontext, wo diese Unterscheidung aufgrund der im Allgemeinen frei zugänglichen ambulanten fachärztlichen Strukturen weniger sinnvoll erscheint. -
17. Schnittstelle Krankenhausbehandlung und Langzeitpflege: potenziell vermeidbare Krankenhausfälle
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungLaut amtlicher Pflegestatistik waren 2023 rund 5,7 Mio. Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Sie kennzeichnet eine i. d. R. erhöhte Morbidität und Vulnerabilität. Aufenthalte im Krankenhaus sind häufig. Gleichsam sind diese Transfers von der Häuslichkeit bzw. vom Pflegeheim in ein Krankenhaus oftmals insbesondere bei Betagten mit somatischen und psychischen Belastungen und bei einer vorliegenden dementiellen Erkrankung mit kognitiven Verschlechterungen assoziiert. Eine sorgsame und individuelle Abwägung von Nutzen und Risiken eines Krankenhausaufenthalts stellt damit eine zentrale Versorgungsentscheidung dar. Die Fragen nach der Vermeidbarkeit eines Transfers ins Krankenhaus und entsprechenden Versorgungsalternativen sind grundlegend. Der vorliegende Beitrag nähert sich auf Basis der Diagnoselistung für die sogenannten Pflegeheim-sensitiven Krankenhausaufenthalte (PSK) einer Schätzung der Häufigkeit potenziell vermeidbaren Hospitalisierungen bei Pflegebedürftigen und verwendet hierbei anonymisierte Abrechnungsdaten der AOK-Kranken- und Pflegekassen. Die Analyse zeigt: hochgerechnet auf die Pflegebedürftigen der Gesamtbevölkerung sind 36 % aller Krankenhausfälle von Pflegebedürftigen durch eine PSK-Hauptdiagnose begründet. Neben abgeleiteten Optimierungsbedarf, vor allem in der ambulant-ärztlichen Versorgung von Pflegebedürftigen besteht Forschungsbedarf. Denn: die PSK-Listung wurde grundsätzlich für die Zielgruppe der Pflegeheimbewohnenden entwickelt. Die ambulant Gepflegten jedoch bilden den weitaus größten Teil der Pflegebedürftigen in Deutschland.
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Versorgungsforschung
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18. Palliativbehandlung alter Menschen im Krankenhaus
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungDie Situation der Palliativbehandlung alter Menschen im Krankenhaus ist aufgrund der aktuellen Datengrundlage nur vage zu beschreiben. Es ist davon auszugehen, dass bundesweit weiterhin ein Mangel an palliativmedizinischen Einrichtungen im Krankenhaus besteht. Darüber hinaus sind nur in wenigen Einrichtungen Prozesse implementiert, die überhaupt eine systematische Bedarfserhebung oder Bedürfniserfassung insbesondere hochaltriger Menschen im Kontext palliativmedizinischer Behandlungsindikation adressieren. Fehlende Evaluation von Pilotprojekten, Fachkräftemangel und regelhaft zu beobachtende Fehlversorgung erschweren die Weiterentwicklung palliativmedizinischer Versorgungstrukturen für hochbetagte Menschen. Ein besonders schwieriges Hindernis stellt auch der Übergang über die Sektorengrenzen dar. Die systematische Datenanalyse auch von realen Versorgungsdaten und die unabhängige und wissenschaftlich fundierte Begleitung auch von kleineren Pilotprojekten wäre ein wichtiger methodischer Ansatz, um zeitnah und zielgerichtet Antworten für die bestehenden Herausforderungen zu finden. -
19. Fragilitätsfrakturen: Empirische Bestandsaufnahme, Ursachen und Hintergründe sowie Handlungsempfehlungen
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungGebrechlichkeit bzw. Fragilität (englisch: frailty) ist ein komplexer, altersbedingter klinischer Zustand, der durch eine Degeneration multipler Organsysteme gekennzeichnet ist und in dessen Folge es zu einer erhöhten Vulnerabilität des Organismus gegenüber endogenen und exogenen Stressoren kommt (Cesari et al. 2017; Dent et al. 2019). Dieser Zustand wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst und erhöht das Risiko negativer gesundheitlicher Folgen. So ist beispielsweise das Risiko von Stürzen bei einem Patienten oder einer Patientin mit Frailty signifikant erhöht, ebenso wie das Risiko eine Fraktur zu erleiden (gemittelte Odds Ratio in einer Meta-Analyse 1,70 bzw. 2,78; Vermeiren et al. 2016). Handelt es sich bei einer durch einen Sturz zugefügten Fraktur um ein „Niedrigenergietrauma“ (zum Beispiel Sturz aus der stehenden oder sitzenden Position), so wird an dieser Stelle auch der Begriff der Fragilitätsfraktur eingesetzt (Friedman und Mendelson 2014). Oftmals steht eine derartige Fraktur im direkten Zusammenhang mit einer reduzierten Knochendichte (englisch: bone mineral density, BMD), die wiederum Ausdruck einer Erkrankung des Knochens (in der Regel einer Osteoporose) sein kann (Sànchez-Riera und Wilson 2017). Angesichts der globalen Alterung der Bevölkerung stellt die zunehmende Verbreitung von Frailty eine große Herausforderung für die Gesundheits- und Sozialsysteme sowohl in hoch- als auch in einkommensschwächeren Ländern dar. Die Prävalenz ist abhängig von der Ausgangspopulation und den Einschlusskriterien (Dlima et al. 2024). Die Prävalenz der Osteoporose als einem der hauptverantwortlichen Risikofaktoren für Fragilitätsfrakturen bei Patienten mit Frailty wurde 2009 im Rahmen der BEST-Studie mit 14 % bei den über 50-jährigen Einwohnerinnen und Einwohnern Deutschlands berechnet (Hadji et al. 2013); die SCOPE-Studie berichtet von einer Gesamtprävalenz in Deutschland von 6,1 % (Kanis et al. 2021). Das Risiko für Fragilitätsfrakturen ist abhängig vom Geschlecht und steigt mit zunehmendem Alter (weshalb epidemiologische Angaben in der Regel adjustiert an Alter und Geschlecht angegeben werden), jedoch ist auch mit einer generellen Zunahme der Prävalenz in der Zukunft zu rechnen (Kurth 2020). In diesem Beitrag soll ein Überblick über die Osteoporose-assoziierten Frakturen und deren Behandlung gegeben werden sowie der zu einer zunehmenden Frailty führende Circulus vitiosus nach stattgefundener Fragilitätsfraktur erläutert werden. Damit einhergehend werden die Probleme an den Schnittstellen zwischen Prävention und Therapie erarbeitet und Handlungsempfehlungen zur Behebung der Probleme an den Schnittstellen gegeben. Ein Resümee mit der Darstellung der sozioökonomischen Relevanz von Fragilitätsfrakturen unterstreicht die Thematik und schließt das Kapitel ab. -
20. Versorgung älterer Personen im Krankenhaus in Zeiten der Pandemie
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungBis April 2022 führte Covid-19 in Deutschland zu schätzungsweise 915.000 Krankenhauseinweisungen (Bonsignore et al. 2022). Besonders ältere Bevölkerungsgruppen wiesen bei dieser Erkrankung ein deutlich erhöhtes Risiko für schwerwiegende Verläufe auf. Die Krankenhaussterblichkeit von an Covid-19 erkrankten Personen ab 60 Jahren betrug im Jahr 2021 etwa 10 % und lag damit fünfmal höher als beim Durchschnitt aller Altersgruppen sowie dreimal höher als bei älteren Personen ohne Covid-19 (Brandt et al. 2024). Während der Pandemie waren Krankenhäuser nicht nur mit der Behandlung von an Covid-19 erkrankten Personen konfrontiert, sondern durch personelle Engpässe aufgrund eines hohen Krankenstandes zusätzlich belastet (Karagiannidis et al. 2021). Krankenhäuser waren angehalten, elektive Eingriffe und nicht lebensnotwendige Leistungen zu verschieben, um Ressourcen zu sparen und die Kapazitäten des Gesundheitspersonals zu maximieren (Panteli 2020). Darüber hinaus zeigten sich auch deutliche Rückgänge von nicht planbaren Krankenhausbehandlungen, wie beispielsweise aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (Thiele und Zeymer 2023; Busse und Nimptsch 2021). Dies wirft die Frage auf, inwieweit ältere Personen von einer veränderten Versorgung betroffen waren. Der vorliegende Beitrag betrachtet daher die Krankenhausversorgung älterer Personen während der Covid-19-Pandemie im Vergleich zu jüngeren Altersgruppen. Im Fokus stehen Veränderungen der Fallzahlen sowie der Krankenhaussterblichkeit für ausgewählte akute Behandlungsanlässe sowie Veränderungen in der Verteilung der häufigsten Behandlungsanlässe bei älteren Personen. Ziel des Beitrags ist, die Versorgungssituation älterer Personen in deutschen Krankenhäusern während der Pandemie zu beleuchten und vor dem Hintergrund internationaler Erfahrungen zu bewerten. -
21. Klima und die Krankenhausversorgung alter Menschen
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungHerausforderungen in der Versorgung von Patientinnen und Patienten treten insbesondere dann auf, wenn Ereignisse in kurzer Zeit zu einer starken Zunahme der Krankenhausaufnahmen führen. Durch die progredienten Effekte des anthropogenen Klimawandels kommt es vermehrt zu Hitzewellen und -perioden. Städtische Regionen sowie der Südwesten und Osten der Bundesrepublik sind verstärkt thermischer Belastung ausgesetzt. Diese trifft besonders die vulnerablen Gruppen älterer Menschen und führt zu vermehrten Krankenhauseinweisungen. Um diese Personen zu schützen, benötigen die Einrichtungen eine ganzheitliche Betreuung sowie eine Schulung des Personals. Diese Anpassung umfasst bauliche und technische Maßnahmen, die Förderung ausreichender Trinkmengen und ggf. Anpassungen der Medikation. Zusätzlich ist ein sowohl auf kommunaler Ebene als auch innerhalb der Krankenhäuser abgestimmter Maßnahmenplan unverzichtbar, um in akuten Situationen eine schnelle und kompetente Lösungsstrategie umzusetzen und die Bevölkerung vor Hitzeereignissen zu warnen.
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Zur Diskussion
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22. Empirische und ordnungspolitische Analyse der Krankenhausinsolvenzen
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PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungInsolvenzen von Kliniken sind in Deutschland ein kontrovers diskutiertes Thema sowie ein mit Sorge beobachtetes Phänomen, das seit dem Jahr 2022 präsenter ist. Dabei gilt es festzuhalten, dass sich die Art und die Gründe der jeweiligen Insolvenz von Standort zu Standort unterscheiden. Die Analyse zu Klinikinsolvenzen bringt einerseits erwartbare und andererseits schwierig zu interpretierende Ergebnisse zum Vorschein. Bei den insgesamt 61 Klinikstandorten, die zwischen Juli 2022 und Oktober 2024 ein Insolvenzverfahren angemeldet haben, kam es bisher in summa zu 13 Standortschließungen. Ab Sommer 2023 nahm das Auftreten von Insolvenzen spürbar zu und erreichte zu Beginn des Jahres 2024 ein neues Hoch. In 66 % der Fälle wurde (i) eine Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, gefolgt von (ii) einem Regelinsolvenzverfahren (18 %) und (iii) einem Schutzschirmverfahren (16 %). Trägerschaft und Größe haben einen messbaren Einfluss auf die Insolvenzwahrscheinlichkeit. Bei den sozio-ökonomischen Indikatoren zeigt sich dagegen ein heterogenes und widersprüchliches Bild, sodass zum jetzigen Forschungsstand keine Aussage darüber getroffen werden kann, ob Klinikinsolvenzen zu einer Vergrößerung von sozio-ökonomisch bedingten Versorgungsunterschieden in Deutschland beitragen. Aber auch die ordnungspolitische Betrachtung der Subventionierung von öffentlichen Klinikträgern kann als kritisch betrachtet werden. Die Klage von Agaplesion könnte dabei weitreichende Auswirkungen auf die Praxis der kommunalen Subventionierung haben, da sie ein Grundsatzurteil zu einer national und international üblichen Finanzierungspraxis anstrebt. Eine Lösung kann in transparenteren Finanzierungsmodellen und klaren Anreizen für Effizienzsteigerungen liegen, und dies sektorenunabhängig. -
23. Standortbestimmung von Integrierten Notfallzentren
Modell des GKV-Spitzenverbandes für eine bedarfsgerechte Versorgungsstruktur- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungHeute erfolgt ein Großteil der ambulanten Akutversorgung in den Vertragsarztpraxen. Diese sind trotz einer räumlich vergleichsweise guten Verteilung jedoch insbesondere fachgebietsbezogen nicht immer gut erreichbar und zeitlich begrenzt geöffnet. Zwar umfasst der Sicherstellungsauftrag der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) auch die Versorgung zu den sprechstundenfreien Zeiten (Notdienst) sowie eine zentrale Terminvermittlung. Allerdings zeigen die Erfahrungen von Hilfesuchenden, dass diese Angebote nicht ausreichend bekannt und auch nicht in ausreichendem Maße verfügbar sind. Mangels Alternative und aufgrund persönlicher Präferenzen nehmen die Menschen daher häufig im Akutfall die Notaufnahmen der Krankenhäuser in Anspruch oder wählen den Notruf über die Telefonnummer 112.Die Patientensteuerung ist in Deutschland sowohl im Akutfall als auch im Notfall unzureichend, das Leistungsangebot heterogen und intransparent. Die Ursache liegt dabei in der Regel nicht bei den Patientinnen und Patienten, denn diese können den Ernst der Lage medizinisch-fachlich häufig nicht bewerten und schätzen ihren Behandlungsbedarf subjektiv als dringlich ein (Somasundaram et al. 2018). -
24. Reform der Krankenhausversorgung: was vom ursprünglichen Vorschlag bleibt und was die nächsten Schritte sind
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PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungZusammenfassungZwei Jahre nach der Veröffentlichung des Reformvorschlags der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung ist das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz im Dezember 2024 in Kraft getreten. Die drei Kernelemente des Kommissionsvorschlags waren (1) Einteilung der Krankenhäuser in bundeseinheitliche Versorgungsstufen (Level), (2) Gliederung der Krankenhausleistungen in Leistungsgruppen mit definierten Qualitätsanforderungen und (3) Änderung der Krankenhausvergütung in ein Zwei-Säulen-Modell durch Hinzufügen einer Vorhaltefinanzierung. Der Beitrag gibt einen Überblick, welche der ursprünglichen Reformvorschläge in welcher Form im Gesetz erhalten geblieben sind und welche nächsten Schritte im Rahmen der Umsetzung erforderlich sind.Two years after the presentation of the reform proposal by the Government Commission for Modern and Needs-Based Hospital Care in Germany, the „Hospital Care Improvement Act“ went into force. Its three core elements of the commission proposal were: (1) Hospitals are sorted into uniformly defined care levels, (2) the range of services of each hospital is defined by a system of service groups with defined quality requirements, and (3) the DRG-based remuneration will be supplemented by adding a budget component to financing. The chapter provides an overview about which elements of the original proposal are included in which form in the final law and which are the next steps in the implementation process.
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Krankenhauspolitische Chronik
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25. Krankenhauspolitische Chronik
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungDer Bundestag, dessen Abgeordnete im Ausschuss für Gesundheit, das Bundesgesundheitsministerium, die Landesgesundheitsminister und der Bundesrat setzen jährlich neben den gesundheits- auch die krankenhauspolitischen Rahmenbedingungen. Benannte Expertenbeiräte der Bundesregierung, die Gesundheitsexperten der Parteien, diverse Verbände, die (Sozial-)Gerichtsbarkeit und Bundesbehörden sowie politiknahe und wissenschaftliche Institute prägen dabei die öffentliche Diskussion um diese Regelungen. Die Selbstverwaltungspartner auf Bundesebene nutzen die ihnen übertragenen Aufgaben zur vertraglichen Gestaltung, um die medizinische und pflegerische Versorgung in den Krankenhäusern anhand der aktuellen Anforderungen weiterzuentwickeln. Die „Krankenhauspolitische Chronik“ liefert eine Übersicht über alle wesentlichen Entscheidungen der Akteure der deutschen Gesundheits- und Krankenhauspolitik und informiert über die Aktivitäten in den vergangenen zwölf Monaten.
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Daten und Analysen
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26. Statistische Krankenhausdaten: Grunddaten der Krankenhäuser 2023
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungZusammenfassungDieser Beitrag fasst die Ergebnisse der Krankenhausstatistik zu den Grunddaten der Krankenhäuser für das Berichtsjahr 2023 zusammen. Er gibt einen Überblick über die sachlichen und personellen Ressourcen (z. B. Betten, Fachabteilungen, Personal) sowie die Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen (Patientenbewegungen). Die Krankenhausstatistik ist eine seit 1991 bundeseinheitlich durchgeführte jährliche Vollerhebung. Auskunftspflichtig sind die Träger der Krankenhäuser.This article summarises the results of the hospital statistics for the reporting year 2023. It provides an overview of the material and personnel resources of German hospitals (e.g. beds, departments, staff) as well as the utilisation of hospital service (patient movements). The hospital statistics are an annual survey which has been carried out nationwide since 1991. The hospital owners are obliged to provide information. -
27. Statistische Krankenhausdaten: Diagnosedaten der Krankenhauspatienten 2023
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PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungDie Diagnosen der Krankenhauspatienten bilden das gesamte vollstationäre Geschehen in den deutschen Krankenhäusern ab. Dieser Beitrag beschreibt die Ergebnisse der Diagnosedaten der Krankenhauspatienten für das Jahr 2023. Diese amtliche Statistik wird seit 1993 jährlich als Vollerhebung durchgeführt, alle Krankenhäuser in Deutschland sind auskunftspflichtig. Erfasst werden alle Patienten, die im Berichtsjahr aus der vollstationären Behandlung eines Krankenhauses entlassen werden. Im Jahr 2023 waren es knapp 17,6 Mio. Patienten, damit ist die Fallzahl im Vorjahresvergleich leicht angestiegen. Die Ergebnisse der Diagnosen werden nach wichtigen Indikatoren wie Hauptdiagnosen, Alter, Geschlecht und Verweildauer dargestellt. Aufgrund geschlechts- und altersspezifischer Morbiditätshäufigkeiten werden die Ergebnisse teilweise standardisiert und so um den demographischen Effekt bereinigt. Dadurch sind bevölkerungsunabhängige Aussagen möglich.
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- Titel
- Krankenhaus-Report 2025
- Herausgegeben von
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Jürgen Klauber
Jürgen Wasem
Andreas Beivers
Carina Mostert
David Scheller-Kreinsen
- Copyright-Jahr
- 2025
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Electronic ISBN
- 978-3-662-70947-4
- Print ISBN
- 978-3-662-70946-7
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-662-70947-4
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