Skip to main content
main-content

06.06.2018 | Kongresse | Nachrichten

Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin eröffnet

Selbstbestimmtes Leben im Alter mit Hilfe von Robotern, Gewalt in der Pflege und Gehälter für Pflegefachkräfte: Über diese und mehr als 150 andere Themen diskutieren seit Mittwoch über 8.000 Besucher auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit.

Jens Spahn auf dem HSK

Eröffnet wurde die dreitägige Veranstaltung in Berlin vom neuen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der unter anderem für noch mehr Digitalität warb. Vor Vertretern der Gesundheitsbranche sprach er sich in seiner Rede dafür aus, dass Apps und digitale Anwendungen „mit einem nachweisbaren Nutzen“ schnell in den Erstattungskatalog von Krankenversicherungen kommen sollten.

Bei dem Treffen in der Hauptstadt, das bereits das 21. Mal stattfindet, kommen Politiker, Klinikchefs, Ärzte, Forscher sowie Vertreter der Gesundheitswirtschaft wie Krankenversicherungen und Pflegeeinrichtungen zusammen. 

E-Health

Bereits in der Eröffnungsveranstaltung wurde deutlich, welche Bereiche in der Krankenversorgung immer digitaler werden – Stichwort eHealth. So gewährte der Forscher Prof. Dr. Erwin Böttinger den Zuschauern dem Publikum Einblick in seine private Krankenakte in den USA, welche in die so genannte „Health Cloud“ hochgeladen worden war. In einer Cloud – also einem externen Speicherplatz - könnten sämtliche diagnostische Patientendaten allen behandelnden Ärzten von überall aus zur Verfügung stehen – rechtlich ist dies in Vereinigten Staaten den Angaben zufolge bereits möglich.

Nicht mehr allzu ferne Zukunftsmusik sind App-Entwicklungen, die als „persönliche Gesundheitshelfer“ für den Patienten zuhause dienen sollen: Neurowissenschaftler Dr. Martin Hirsch stellte seine Erfindung „Ada“ vor, die als künstliche Intelligenz über eintausend Krankheiten mit mehreren Milliarden Symptomen kombinieren können soll und so angeblich eine Vielzahl körperlicher und seelischer Beschwerden abklären könnte.  Hirsch hoffte auf der Podiumsdiskussion, dass die Diagnose-Unterstützungstechnologie aus Deutschland, die weltweit führend sei, nicht für große Summen nach China verkauft werde. 

Bis Freitag referieren rund 600 Referenten nicht nur über Zukunftsthemen, sondern auch über „Dauerbrenner“ wie Krankenhauskeime und medizinische Versorgung auf dem Land sowie den Fachkräftemangel in der Pflege.

Dem Twitter-Account der Veranstalter kann man unter @HSK_Berlin folgen. Tweets sind unter dem Hashtag #HSK18 zu finden.

Bildnachweise