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21.07.2022 | Klima | Nachrichten

Forderungen nach nationalem Hitzeschutzplan

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Die Stimmen, die einen nationalen Hitzeaktionsplan fordern, mehren sich. Vertreter von Krankenkassen und Verbänden machen sich für bundesweit koordiniertes Vorgehen bei Hitzewellen stark.

Sonne © Xurzon / Getty Images / iStockEin nationaler Hitzeaktionsplan für Deutschland ist derzeit nicht in Sicht.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Hitzewelle mehren sich die Stimmen für bundesweite Regelungen zum Vorgehen bei solchen Ereignissen. 

„Wir müssen uns stärker auf den Klimawandel einstellen. Wir brauchen in Deutschland einen nationalen Hitze-Aktionsplan nach französischem Vorbild, der Maßnahmenpläne von Bund, Ländern und Kommunen verbindlich festlegt, um damit den gesundheitlichen Risiken bei den immer häufigeren Hitzewellen angemessen zu begegnen“, erklärte DAK-Vorstandschef Andreas Storm am Dienstag. 

Einer im Auftrag der Kasse durchgeführten Forsa-Umfrage zufolge machen sich bereits 70 % der Deutschen „große Sorgen“ angesichts der hohen Temperaturen und anhaltender Hitze. Jede und jeder Vierte hat bereits gesundheitliche Probleme bei Hitze erlebt.

Vorbereitung auf immer häufigere Hitzewellen

Auch verschiedene Ärzteorganisationen machen sich für einen national geregelten Hitzeschutz stark. So mahnte der Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt zu Wochenbeginn rasches Handeln an: „Hitzewellen werden immer häufiger und extremer. Darauf müssen wir uns vorbereiten. Wir brauchen dringend einen nationalen Hitzeschutzplan auf Bundesebene“. Auf Landes- und kommunaler Ebene sollten die unterschiedlichen Hitzeschutzpläne koordiniert und umgesetzt werden. Ein besonderes Augenmerk müsse dabei auf schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen liegen.

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Aus Sicht des Berliner Ärztekammer-Präsidenten Peter Bobbert, der sich maßgeblich im „Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin“ engagiert, ist ein nationaler Hitzeschutzplan deshalb wichtig, weil die Kommunen sich austauschen und voneinander lernen könnten. Das Aktionsbündnis erhalte zahlreiche Anfragen aus anderen Regionen, berichtete er dem rbb. "Das, was für Berlin gilt, gilt natürlich auch für Nürnberg oder Hamburg, da unterscheiden wir uns nicht", so Bobbert.

Akuten Handlungsbedarf sehen auch Vertreter*innen der beruflichen Pflege. "Die Einführung eines nationalen Hitzeaktionsplans ist klar zu unterstützen", erklärte die Bundesgeschäftsführerin des DBfK, Bernadette Klapper, gegenüber Springer Pflege. Deutschland stehe beim Thema Hitzeschutz noch am Anfang, so dass fertige und anwendbare Konzepte, die "jetzt rasch und effizient umgesetzt werden können, noch nicht in jeder Schublade stecken".

Nationaler Hitzeschutzplan nicht in Sicht

Seit 2004 legt ein nationaler Hitzeschutzplan in Frankreich fest, welche Maßnahmen bei Hitzewellen zu treffen sind. Auch die Zuständigkeiten auf verschiedenen Ebenen sind klar geregelt. Medienberichten zufolge bereitet die Bundesregierung derzeit keinen nationalen Hitzeschutzplan vor. Die Themen Hitzeschutz und Hitzevorsorge seien „vor allem eine Aufgabe der Kommunen“, wird ein Sprecher des Bundesumweltministeriums zitiert. Unterstützung der Kommunen durch den Bund erfolge z.B. durch Förderprogramme zur Klimaanpassung von sozialen Einrichtungen wie Altenheimen und Kindertagesstätten. (ne)


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