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Eine Frage der Fürsorge Pflegende besser vor Hitze schützen

  • 13.08.2025
  • Klima
  • Nachrichten

Die anhaltende Hitzewelle gefährdet nicht nur die Gesundheit pflegebedürftiger Menschen. Sie belastet auch die betreuenden Pflegefachpersonen. Der DBfK mahnt: Ohne Hitzeschutz gibt es keine sichere Pflege. 

© Pawel Kacperek / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)Hitzeschutz bedeutet mehr als das Bereitstellen von Wasser © Pawel Kacperek / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)

Angesichts von anhaltenden hohen Temperaturen bis 36 Grad Celsius hat der DBfK einen besseren Hitzeschutz für die Beschäftigten in der Pflege gefordert. Hitzeschutz sei eine Frage der Fürsorgepflicht, der Personalverantwortung – und der Stabilität des Versorgungssystems.

„Nur wenn Pflegefachpersonen vor gesundheitlichen Belastungen durch Hitze geschützt werden, können sie eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung leisten“, machte DBfK-Präsidentin Vera Lux am Mittwoch deutlich. Hitze verschärfe die hohen physischen und psychischen Anforderungen des Pflegeberufs und erhöhe das Risiko für Erschöpfung, Kreislaufprobleme und Fehler. 

Arbeitgeber in der Pflicht

Der DBfK fordert Arbeitgeber auf, für Rahmenbedingungen zu sorgen, die auch bei extremer Hitze eine sichere Pflege ermöglichen. Die Maßnahmen sollten deutlich über das bloße Bereitstellen von Wasser hinausgehen. So seien Arbeitsabläufe und Dienstpläne anzupassen und ggf. das Personal aufzustocken. Vorhandene Hitzeschutzpläne müssten konsequent angewendet, fehlende umgehend entwickelt werden. 

Den Pflegealltag anpassen 

Auch im Pflegealltag sind Anpassungen notwendig. „Hitzeschutz darf keine Zusatzaufgabe sein, sondern muss fester Bestandteil einer qualitativen pflegerischen Versorgung sein“, betonte Lux. 

So sollten Pflegefachpersonen im Arbeitsalltag routinemäßig die Körpertemperatur und das individuelle Risiko pflegebedürftiger Menschen einschätzen und ein strukturiertes Flüssigkeitsmanagement sicherstellen. Auch die regelmäßige Abstimmung mit anderen beteiligten Berufsgruppen - insbesondere den behandelnden Ärzt:innen – gehöre dazu. Die Medikation sollte kritisch auf mögliche hitzebedingte Risiken überprüft werden. 

Ambulanten Pflegediensten rät der DBfK zu engen Absprachen mit den Hausärzt:innen, um bei Anzeichen wie Verwirrtheit, Schwindel oder Kreislaufproblemen sofort und abgestimmt reagieren zu können.

Klimakrise verändert den Pflegeberuf auf Dauer

Aus Sicht des DBfK verändert die Klimakrise den Pflegeberuf dauerhaft. Die zunehmenden Hitzewellen machen tiefgreifende Anpassungen in der Gesundheitsversorgung notwendig. Sie reichen von baulichen Schutzmaßnahmen über Beratungsstrukturen bis hin zu Fortbildungsangeboten für Pflegefachpersonen.

Hitzeschutz müsse strukturell in Ausbildung, Praxis, Versorgungssystemen und politischen Rahmenbedingungen verankert werden, so Lux. „Pflegefachpersonen sind oft die Ersten, die hitzebedingte Gesundheitsrisiken in Versorgungssituationen erkennen – vorausgesetzt, sie haben das Wissen, die Zeit und die Unterstützung, um rechtzeitig handeln zu können." (ne)

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Bildnachweise
Frau mit Wasserglas/© Pawel Kacperek / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)