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09.10.2017 | Leitthema | Ausgabe 2/2018

Notfall +  Rettungsmedizin 2/2018

Kinderschutz im Rettungsdienst: Erkennen, Bewerten, Handeln

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 2/2018
Autoren:
O. Berthold, V. Clemens, S. Ahne, A. Witt, M. von Aster, A. von Moers, P. Plener, M. Kölch, J. M. Fegert
Wichtige Hinweise

Redaktion

T. Nicolai, München

Zusammenfassung

Hintergrund

Mit häuslicher Gewalt, körperlicher Misshandlung oder Vernachlässigung von Kindern sind im Rettungsdienst tätige Fachkräfte regelmäßig konfrontiert. Dies löst häufig Stress und Handlungsunsicherheit aus. Die Versorgungsforschung zeigt, dass die betroffenen Patienten dringend auf entschiedenes und überlegtes Handeln aller Akteure im Gesundheitswesen, und damit auch des Rettungswesens, angewiesen sind. Die akuten und chronischen Folgen verpasster Intervention sind verheerend, im Extremfall können sie tödlich sein.

Ziel der Arbeit

Es soll auf vorhandene Defizite und Schwachstellen in der notfallmedizinischen Versorgung betroffener Kinder hingewiesen werden. Die Leser sollen nach der Lektüre in der Lage sein, eine orientierende Gefährdungsabschätzung von Kindern vornehmen zu können, sowie wirksame Interventionen und verfügbare Beratungsangebote kennen.

Methoden

Darstellung relevanter Literatur, eigener Erfahrungen und Vorstellung eines bundesweiten Beratungsprojektes.

Ergebnis

Frakturen und Hämatome haben altersabhängig eine teils hohe Spezifität für Misshandlung. Sie sind, wenn sie ohne plausible Anamnese bei einem Kind auftreten, als sog. gewichtige Anhaltspunkte nach dem Bundeskinderschutzgesetz zu werten und erlauben unter den vorgestellten Bedingungen einen Bruch der Schweigepflicht gegenüber dem Jugendamt. Zusätzlich steht seit dem 01.07.2017 zu jedem der oben genannten Schritte ein telefonisches Beratungsangebot durch Ärzte zur Verfügung: die Medizinische Kinderschutz-Hotline, die unter der Nummer 0800 19 210 00 rund um die Uhr kostenlos verfügbar ist. Sie richtet sich an Angehörige der Gesundheitsberufe und somit explizit auch an Fachkräfte im Rettungsdienst und berät zu allen Fragen des Kinderschutzes.

Diskussion

Weiterbildung und Beratung aller medizinischen Fachkräfte, die mit Kindern zu tun haben, sind der richtige Weg, um die Behandlung von Misshandlung betroffener Kinder zu verbessern.

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Literatur
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