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01.10.2020 | Kardiologie | Nachrichten

Kinderkardiologie: Mehr Intensivpflegekräfte – jetzt!

In einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn weisen 40 Klinikdirektoren und Abteilungsleiter aus der Kinderherzchirurgie und Kinderkardiologie eindringlich auf die dramatische Lage in der Kinderkardiologie hin. Sie fordern rasche Lösungen, um die leitliniengerechte Versorgung schwer herzkranker Säuglinge sicher zu stellen.

Rund 7.000 Kinder kommen in Deutschland jährlich mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Viele von ihnen müssen schnellstens operiert werden, um irreversible Gesundheitsschäden zu verhindern. Doch ausgerechnet in der Kinderkardiologie bzw. Kinderherzchirurgie verzögert der Mangel an qualifizierten Pflegekräften notwendige Operationen – mit entsprechenden Risiken. Die Initiatoren der Aktion Prof. Dr. med. Joachim Photiadis (Direktor der Klinik für Chirurgie Angeborener Herzfehler – Kinderherzchirurgie, Deutsches Herzzentrum Berlin /DHZB), Prof. Dr. med. Nikolaus Haas (Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler e.V. /DGPK ) und PD Dr. med. Jörg Sachweh (FA Herzchirurgie, UKE Hamburg) konstatieren, dass in deutschen Herzkliniken bis zu einem Drittel der Intensivbetten gesperrt seien.

Kurzfristige Lösungen dringend erforderlich

Nach Einschätzung der Unterzeichner des offenen Briefes greifen die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung zur Reduzierung des Pflegefachkräftemangels schätzungsweise in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren. In der Kinderkardiologie werden allerdings kurzfristig mehr spezialisierte Pflegeexperten gebraucht. Denn für die kleinen Patienten mit angeborenen Herzfehlern birgt das Warten auf eine Operation ein hohes Risiko. Drei schnelle Lösungsansätze schlagen die Akteure vor:

  • Finanzielle Anreize für hoch spezialisierten Kinderherzpflegenden
  • Finanzierung des für die Spezialisierung erforderlichen Lehrkräfte in den Kliniken
  • Imagekampagne der Bundesregierung für die Kinderintensivpflege.

Unterstützt wird die Initiative durch das Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler, zu der sich sechs Vereine wie  der Bundesverband Herzkranke Kinder e. V. und die Kinderherzstiftung der Deutschen Herzstiftung e. V. zusammen geschlossen haben.

Den offenen Brief an Jens Spahn finden Sie in voller Länge auf den Webseiten der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler e. V. (DGPK) und des Bundesverbandes Herzkranker Kinder e.V. (SK)

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