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16.06.2017 | IT in der Pflege | Nachrichten

E-Health-Gesetz: AVG fordert Beteiligung der Pflege

Die Digitalisierung hat die ambulanten Pflegedienste noch nicht ausreichend erreicht. Auch deshalb fordert der Anbieterverband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen (AVG) eine Beteiligung der Pflege beim E-Health-Gesetz.

"Die ambulante Pflege muss stärker als bisher in die digitale Kommunikation im Gesundheitswesen eingebunden werden". Diese Forderung stellt Thomas Meißner, Vorstandsmitglied des AVG, anlässlich des Digital-Gipfels der Bundesregierung, der vom 12. bis 13. Juni stattfand. Die Pflegedienste würden die digitalen Möglichkeiten bislang noch nicht ausreichend nutzen. Nach wie vor sei ihre Arbeit geprägt von der Papierform. Vieles würde völlig unnötig mehrfach erfasst.

© georgejmclittle / stock.adobe.com

Als Beispiel nennt Meißner das Genehmigungsverfahren zur Häuslichen Krankenpflege, bei dem Papierformulare in einem umständlichen Prozess zwischen Arzt, Patient, Pflegedienst und Krankenkasse ausgetauscht werden. "Der Einsatz von Elektronik im Rahmen des Genehmigungsverfahrens der Häuslichen Krankenpflege ist längst überfällig", machte Meißner deutlich.

Mehr Mut zu Innovationen

Meißner plädiert für eine stärkere Digitalisierung in der Pflegebranche: "Dies gilt auch für die Anwendung der elektronischen Pflegedokumentation und der elektronischen Leistungsabrechnung. Der Datenträgeraustausch könnte längst gänzlich ohne Papier erfolgen."

Enttäuscht zeigt sich der Pflegeexperte vom E-Health-Gesetz, welches die Pflege nicht aktiv am Umsetzungsprozess beteiligt. "Dies zeigt, dass die wichtige und führende Rolle der professionell Pflegenden noch nicht erkannt wird", so Meißner. "Die professionell Pflegenden benötigen die gleichen Rechte, wie sie Ärzten und Apothekern zugeschrieben werden. Auch bei der Umsetzung der elektronischen Patientenakte muss gleiches Recht für alle Beteiligten gelten. Damit ist eine umfassende Patientensicherheit gewährleistet."