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Interpretation von TPS-eCall-Daten: Herausforderungen bei der medizinischen Bewertung von Unfallinformationen

  • Open Access
  • 15.01.2026
  • Originalien

Zusammenfassung

Hintergrund

Mit der Einführung der S3-Leitlinienaktualisierung Polytrauma/Schwerverletztenbehandlung wurden unfallmechanismusbasierte Kriterien für die Trauma-Team-Aktivierung (TTA) weitgehend verworfen. Gleichzeitig gewinnt die Nutzung von TPS-eCall-Systemen, die objektive Unfalldaten übermitteln, an Bedeutung.

Fragestellung

Welche Herausforderungen und Potenziale entstehen in der Anwendung von TPS-eCall-Daten in der präklinischen und klinischen Interpretation von Unfallmechanismen?

Material und Methoden

Prospektive Beobachtungsstudie mit Trendanalyse der Einsatzhäufigkeiten sowie fallbasierter Auswertung aller schwer verletzten Personen anhand von Rettungsdienst‑, Klinik- und Registerdaten. Analysiert wurden alle Third-Party-Service(TPS)-eCall-Einsätze im Stadtgebiet Essen zwischen 01/2022 und 05/2025 mit Verknüpfung zu Rettungsdienstdaten, den Behandlungsberichten eines überregionalen Traumazentrums (ÜTZ) und dem TraumaRegister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.

Ergebnisse

Es wurden 209 TPS-eCall-Alarmierungen registriert, mit signifikant steigendem Trend pro Monat (β = 0,16; 95 %-KI 0,06–0,26; p < 0,01; R2 = 0,21). 25 Personen wurden in die Notaufnahme des ÜTZ transportiert, davon 11 (44 %) im Schockraum behandelt. 4 Personen (16 %) erfüllten die Kriterien zur Aufnahme ins TraumaRegister DGU®. In der Bewertung der TPS-eCall-Daten zeigten sich bei allen Fällen Interpretationsprobleme.

Diskussion

TPS-eCall-Systeme können die präklinische Beurteilung ergänzen. Heterogene Datenqualität, fehlende Standardisierung und nicht vorhandene technische Anbindungen erschweren derzeit die Interpretation. Dennoch verdeutlicht die Zunahme der Fallzahlen und perspektivisch der Datenqualität, dass TPS-eCalls künftig eine relevante Rolle in der prähospitalen Entscheidungsfindung einnehmen könnten.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
eCall
„Emergency call“
HRSI
„High risk for severe injury“
ICB
Intrazerebrale Blutung
ICU
Intensivstation
ISS
Injury Severity Score
KI
Konfidenzintervall
KTW
Krankentransportwagen
MAIS
Maximum Abbreviated Injury Scale
MRSI
„Moderate risk for severe injury“
NEF
Notarzteinsatzfahrzeug
NISS
New Injury Severity Score
Pkw
Personenkraftwagen
RISC II
Revised Injury Severity Score Version 2
RTH
Rettungshubschrauber
RTW
Rettungswagen
SAB
Subarachnoidalblutung
SDH
Subduralhämatom
SHT
Schädel-Hirn-Trauma
SpO2
Blutsauerstoffsättigung
TASH
„Trauma-associated severe hemorrhage“
TPS
„Third-party service“
TR-DGU®
TraumaRegister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
TTA
Trauma-Team-Aktivierung
ÜTZ
Überregionales Traumazentrum

Hintergrund

Im Rahmen der S3-Leitlinienaktualisierung Polytrauma/Schwerverletztenbehandlung wurde die rettungsdienstliche Indikationsstellung zur Trauma-Team-Aktivierung (TTA) an die internationale Nomenklatur mit sogenannten HRSI- („high risk for severe injury“) und MRSI-Kriterien („moderate risk for severe injury“) angepasst. Unfallbezogene Angaben, wie z. B. Fahrzeugkarosseriedeformierung und Fahrtgeschwindigkeitsveränderungen, wurden aufgrund der hohen Übertriagierungsanteile nicht mehr berücksichtigt [13]. Seltenere Unfallmechanismen, wie Ejektionen von Fahrzeuginsassen oder verletzungsbezogene Kombinationen mit vorhandenen Frakturen langer Röhrenknochen, sind als unfallmechanismusassoziierte Indikationen zur TTA verblieben.
Vor Leitlinienaktualisierung erfolgte in einem überregionalen Traumazentrum (ÜTZ) ca. ein Drittel der TTA aufgrund des Unfallmechanismus [4]. Bei einer nur mechanismusbezogenen TTA lag die Übertriagequote bei 60–70 % [5]. Nach Leitlinienaktualisierung zeigte sich in einem ÜTZ ein signifikanter Rückgang an primär über den Schockraum zugewiesenen Personen, ohne Hinweise darauf, dass es bei schwer verletzten Personen weniger TTA gab [6]. In multizentrischen Studien lag die Übertriage in einem kurzen Beobachtungszeitraum nach der Leitlinienaktualisierung bei noch 24 % [7]. Die Zuweisung wurde in 17 % allein mit dem MRSI und in 18,9 % mit MRSI und HRSI begründet. Trotz Leitlinienaktualisierung erfolgte bei 8 % der Personen eine TTA ohne HRSI- und MRSI-Kriterium.
Zum aktuellen Zeitpunkt können noch keine langfristigen Auswirkungen der Leitlinienaktualisierung bewertet werden [8, 9]. Eine Verbesserung der rettungsdienstlich gestellten Indikationen zur TTA erscheint im weiteren Zeitverlauf jedoch möglich. Anlassbezogen kann weiterhin eine Bewertung der durch die Leitlinienaktualisierung entfallenen Kriterien Hinweise auf Verletzungsmuster geben.
Third-Party-Service(TPS) emergency call(eCall)-Systeme bieten das Potenzial, objektive Unfalldaten in die Rettungskette einfließen zu lassen und somit die Therapie von der Notrufannahme bis zur innerklinischen Behandlung zu beeinflussen. Neben der Übermittlung von Geodaten, die Teil des vorgeschriebenen eCall-Minimaldatensatzes sind, können hersteller- und fahrzeugspezifisch im erweiterten Datensatz weitere Unfalldaten, wie z. B. Aufprallmechanismen, Airbag-Aktivierungen und Fahrtgeschwindigkeitsdifferenzangaben, zur Verfügung gestellt werden. In eigenen Arbeiten gelang erstmalig die Verknüpfung von automatisiert übermittelten Unfalldaten mit Patientenbehandlungsdaten sowie dem TraumaRegister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (TR-DGU®; [10]). Aufgrund der gesetzlichen Verpflichtung zur Installation von eCall-Meldesystemen ist eine zunehmende Verfügbarkeit der eCall-Daten anzunehmen.
In der aktuellen Arbeit werden TPS-eCall-Systeme als potenzielle Quelle objektiver Unfalldaten in der Versorgung von Notfallpatient:innen diskutiert. Strukturelle und inhaltliche Problematiken bei der notfallmedizinischen Interpretation der TPS-eCall-Daten stellen eine Herausforderung dar. Sie sollen mit Ziel der Optimierung der Behandlung betrachtet werden. Ausgewählt wurden hierzu alle Unfallereignisse, aus denen eine Polytraumatisierung/schwere Verletzung und Dokumentation im TR-DGU® resultierte.

Methode

In einer prospektiven Observationsstudie wurden alle Personenbehandlungen, die nach Unfallereignissen mit Pkw im Stadtgebiet Essen beteiligt waren und bei denen die rettungsdienstliche sowie klinische Behandlung durch einen TPS-eCall veranlasst wurde, analysiert. Beobachtungszeitraum war der Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 31.05.2025 im Stadtgebiet Essen. Es erfolgte über die Verknüpfung von Anrufnummer und Anrufzeitpunkt eine sequenzielle Verknüpfung der TPS-eCall-Daten mit den Einsatzdaten der Einsatzleitstelle. Anschließend erfolgte über die Einsatzprotokollnummer der Leitstelle, die mit der Rettungsdienstprotokollnummer identisch ist, eine Identifikation der behandelten Personen. Aus den verknüpften Fällen wurde eine Trendanalyse berechnet. Anschließend erfolgte im Falle eines Transports ins Universitätsklinikum Essen eine Sichtung der Behandlungsberichte der traumatologischen Patient:innen in der zentralen Notaufnahme. Die verknüpften Datensätze werden, falls eine Dokumentation im TR-DGU® erfolgt ist, aus notfallmedizinischer Perspektive analysiert und fallbezogen dargestellt (Tab. 1).
Tab. 1
Unfallangaben
 
Position
Im TPS-eCall-Fahrzeug
Fahrzeuge
Insassen
Außerhalb
Hauptaufprall
Überschlag
Nachforderung
Jeweils Anzahl (n)
A
Fahrerin
Nein
3
3
0
Frontal
Nein
Nein
B
Unklar
Ja
1
3
0
Fahrerseite
Nein
Ja
C
Fahrerin
Nein
2
2
0
Heck
Ja
Ja
D
Fahrerin
Nein
2
3
0
Fahrerseite
Nein
Nein
Die Studie wurde vom Ethikkomitee der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen geprüft und die Durchführung bewilligt (20-9161-BO). Eine datenschutzkonformen Datenverarbeitung gemäß Art. 5 ff. DSGVO wurde sichergestellt.

Ergebnisse

Im Beobachtungszeitraum gingen 209 Einsätzen TPS-eCall-Alarmierungen voraus (Abb. 1). Im Jahr 2023 und 2024 war die Einsatzanzahl signifikant höher als in 2022 (jeweils p < 0,01). Es besteht insgesamt ein signifikanter ansteigender Trend der monatlichen TPS-eCall-Alarmierungen (β = 0,16, 95 %-KI 0,06–0,26, p < 0,01, R2 = 0,21).
Abb. 1
Anzahl der TPS-eCalls 2022/01–2025/05
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25 Personen wurden in die zentrale Notaufnahme des Universitätsklinikums transportiert, sodass auch medizinische Behandlungsdaten zur Verfügung standen. 11 dieser 25 Personen (44 %) wurden durch ein Traumateam im Schockraum behandelt. 4 Personen (16 %) wurden auf einer Intensivstation behandelt und erfüllten aufgrund ihrer Verletzungsschwere die Aufnahmekriterien für das TraumaRegister der DGU®. Die Unfallereignisse und -folgen sowie die anschließenden Behandlungen und Problemstellungen dieser 4 Personen werden in den Fällen A–D detailliert beschrieben. Informationen zu den Unfallereignissen, wie z. B. die Anzahl und Positionen der beteiligten Personen sowie die Unfallmechanismen und Nachdispositionen, sind in Tab. 1 aufgeführt.

Fall A [10]

Einsatzdokumentation

Innerstädtisches Unfallereignis in Tempo-50-Zone. Verkehrsunfall mit 3 beteiligten Pkw und 3 Personen. Leicht verletzte Person 1 im TPS-eCall-auslösenden Pkw mit Frontalaufprall. In Pkw 2 befand sich die schwer verletzte Person 2 (w, 68 Jahre), die einen Seitaufprall auf der Fahrerseite erfuhr. Pkw 2 kollidierte anschließend mit einem 3. Fahrzeug, Insasse Person 3, frontal-frontal (Abb. 2). RD-Personalbeschreibung 30–60 km/h für Pkw 2. Ein Sicherheitsgurt war angelegt. Airbag-Aktivierung und technische Rettung erfolgten.
Abb. 2
Unfallszenario Fall A
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Verletzungen und Behandlungsverlauf Person 2

Unkomplizierte rettungsdienstliche Behandlung mit technischer Rettung und Vollimmobilisierung. Kurzzeitig akutes B‑Problem (Abfall der Blutsauerstoffsättigung). E‑Problem. TTA. Rippenserienfraktur mit stabilem Thorax, Lungenkontusion, distale Unterarmfraktur. Stationärer Aufenthalt: 4 Tage Intensivstation, 7 Tage Normalstation.

Scores TR-DGU

ISS: 13, NISS: 17, GCS: 15, TASH: 0, RISC II: 99,5 %. MAIS (Thorax) 3, MAIS (Extremitäten) 2

Problem

Korrigierter Unfallmechanismus: schräger Frontalaufprall. Zweitkollision nicht dokumentiert. TPS-eCall wurde aus Pkw 1 gesendet und als Tempoangabe von Pkw 2 dokumentiert

Fall B

Einsatzdokumentation

Innerstädtisches Unfallereignis in Tempo-50-Zone. Einzelkollision eines Pkw mit einer Laterne und einer Ampel. Geschätzte Fahrtgeschwindigkeit 90 km/h. Der Pkw brannte vollständig aus (Abb. 3). Die einsatzführende Leitstelle der Polizei berichtete, dass die 3 im Pkw befindlichen Personen (Personen 1–3) den Pkw und den Unfallort verlassen hatten. Somit keine initiale rettungsdienstliche Behandlung. Person 1 wurde leicht verletzt rettungsdienstlich einer Klinik zugewiesen. Person 2 war schwer verletzt. Person 3 wurde weder rettungsdienstlich noch klinisch behandelt.
Abb. 3
Unfallszenario Fall B
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Verletzungen und Behandlungsverlauf Person 2

Zunächst flüchtig, Alarmierung eines KTW ohne vermuteten Zusammenhang zu einem nahegelegenen Einsatzort. Dokumentation im DIVI-Kurzprotokoll durch transportierenden KTW ohne Vitalparameter. Sekundäre TTA. Innerklinisch B‑ und C‑Problem. Spannungspneumothorax rechts, Sternum- und Claviculafrakturen, Contusio cordis, Rippenserienfraktur. Freie Flüssigkeit perisplenisch, LWK-1-Fraktur. Hämatom Leiste rechts und Skrotum ohne aktive Blutungsanteile. Traumatische Koagulopathie. Stationärer Aufenthalt: 6 Tage ICU, 6 Tage Normalstation, Verlegung in Spezialklinik.

Scores Person 2

ISS: 29, NISS: 38, GCS: 14, TASH: 4, RISC II: 95,26 %. MAIS (Thorax) 5, MAIS (Abdomen) 2

Problem

Entfernung der Insassen vom Unfallort, anschließend keine Zuordnung zum Unfall. Unklare Sitzplatzverteilung. Mindestens einseitiger Seitaufprall, a.e. Doppelkollision. TPS-eCall-Angabe beschreibt frontalen, dann seitlichen Anprall. Tempoangabe durch Polizei 90 km/h, durch Rettungsdienst 60–100 km/h. Airbag-Aktivierung unbekannt. Zuweisung Person 1 durch RTW und Notarzt 190 min nach Unfallereignis. Zuweisung Person 2 durch KTW nach 2. Notruf 381 min nach Unfallereignis. Gurtnutzung und Airbag-Aktivierung unbekannt. Primärdisposition durch Polizei, daher keine Verwertung der durch eCall bestätigten Angabe zur Insassenanzahl.

Fall C

Einsatzdokumentation

Autobahnunfall. Auffahrunfall im fließenden Verkehr. Überschlag. TPS-eCall-Auslösung durch auffahrendes Fahrzeug. Angaben zum Unfall inkl. Überschlag wurden übermittelt.
Person 1 hat das TPS-eCall-auslösende Fahrzeug nach Überschlag leicht verletzt verlassen. Person 2 wurde nach einem Heckanprall mit Überschlag in einem auf dem Dach liegenden Cabrio angeschnallt vorgefunden (Abb. 4). Airbag-Aktivierung. Sofortrettung durch Passanten, Auffindesituation durch den Rettungsdiensts in stabiler Seitenlage
Abb. 4
Unfallszenario Fall C
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Verletzungen und Behandlungsverlauf Person 2

Rettungsdienstliches B&D-Problem (Bradypnoe, GCS 3, Pupillen initial isokor, bei Übergabe anisokor). Endotracheale Intubation. TTA. Diagnostiziertes offenes SHT mit Schädelbasisfraktur, aSDH, ICB, SAB, Hirnödem, Mittellinienverlagerung.

Stationärer Verlauf

13 Tage ICU bis zum Versterben. Multiorganentnahme.

Scores Person 2

ISS: 25, NISS: 50, GCS: 3, TASH: 0, RISC II: 90,02 %. MAIS (Kopf/Hals) 5

Problem

Initial wurde nicht übermittelt, dass sich 2 Pkw überschlagen hatten. Mechanismusunterschiede der beiden Pkw unklar. Keine Information, dass ein Pkw ein Cabriolet war. Insassen- und Überschlagsanzahl sowie Fahrgeschwindigkeiten unbekannt.

Fall D

Einsatzdokumentation

Innerstädtisches Unfallereignis, Tempo-50-Zone. Frontal-Seitkollision mit zwei beteiligten Pkw. 3 beteiligte Personen. Person 1 und 2 in TPS-eCall-auslösendem Pkw 1. Person 3 in Pkw 2. Ausgeprägte Deformierung Fahrertür Pkw 2 ohne Öffnungsmöglichkeit (Abb. 5). Person 3 beim Eintreffen auf dem Beifahrersitz von Pkw 2 befindlich
Abb. 5
Unfallszenario Fall D
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Verletzungen und Behandlungsverlauf Person 3

Rettungsdienstlich B‑ und E‑Problem. Kurzzeitige Senkung der SpO2. Unterschenkelfraktur. Achsgerechte Immobilisierung unter Analgosedierung. TTA. Diagnostizierte komplexe Beckenringverletzung (Acetabulumvorderwandfrakturen, Sakrumfraktur, Ileumfraktur, Schambeinastfrakturen, LWK-4-Fraktur), Rippenserienfraktur mit Pneumothorax. Perirenales, retroperitoneales Hämatom.

Stationärer Verlauf

10 Tage ICU, 3 Tage Normalstation, geriatrische Weiterbehandlung.

Scores Person 3

ISS: 13, NISS: 17, GCS: 14, TASH: 3, RISC II: 99,45, MAIS (Extremitäten) 3, MAIS (Thorax) 2

Problem

Die Pkw kamen mit ca. 100 m Abstand zum Stehen. Insassen von Pkw 1 gaben an, keine Verletzungen zu haben. TPS-eCall-Daten i.R.d. Einsatznachbearbeitung nicht mehr verfügbar.

Diskussion

Die allgemeine Auffassung ist, dass eine kurze, aber präzise rettungsdienstliche Behandlung mit einer kurzen Behandlungszeit vor der Einlieferung ins Krankenhaus für Patienten mit dringenden Behandlungsindikationen von Vorteil ist, wie Metaanalysen aus der letzten Dekade zeigen [11, 12]. Auch wenn die Konzepte des Rettungsdiensts und der Krankenhäuser zunehmend in Verbindung betrachtet werden, steht der Rettungsdienst, insbesondere die Disposition und die detaillierte präklinische Behandlung, nicht im Mittelpunkt wissenschaftlicher Überlegungen bzw. erfolgt durch die Nichtberücksichtigung der präklinischen Todesfälle nur eine Teilbetrachtung [12, 13]. Im TR-DGU® werden außerklinisch verstorbene Personen aufgrund datenschutzrechtlicher Problematiken nicht erfasst.
Die Erfassung rettungsdienstlicher Behandlungen in der wissenschaftlichen Analyse ist nicht nur aufgrund der Registerstruktur, sondern auch aufgrund der rettungsdienstlichen Dokumentation noch immer problematisch. Die präklinische TTA und die Gesamtbehandlungsdauer haben einen positiven Einfluss auf die Dauer bis zur Durchführung von invasiven Maßnahmen, Transfusionstherapien und CT-Diagnostik sowie auf das Behandlungsergebnis [1417].
Während Disponierende Unfallszenarien aufgrund der telefonischen Anbindung nicht komplett erfassen, geschieht dies beim Rettungsdienstpersonal aufgrund von Eindrücken und Schilderungen am Unfallort subjektiv [18]. Beide Einschätzungen sind jedoch fehleranfällig und können sich auf die Zielklinikauswahl auswirken [19, 20]. Die Verbesserung der Einschätzung der Unfallereignisse durch die Disponenten kann zu einer rascheren Behandlung und resultierend zu weniger Interventionsbedarf führen [21, 22]. Die dispositionsbedingt schnellere Verfügbarkeit einer adäquaten Anzahl von Rettungsmitteln, z. B. aufgrund der übermittelten Anzahl der beteiligten Personen, kann zu einer Verkürzung der Prähospitalzeit führen. Der positive Effekt einer kürzeren Prähospitalzeit zeigte sich ebenso in einer kürzeren Klinikverweildauer, auch wenn der ISS das 30-Tage-Überleben bestimmte [17]. Möglicherweise kann durch einen früheren Behandlungsbeginn ein Anteil der in Studien oftmals nicht eingeschlossenen präklinischen Todesfälle aufgrund potenziell reversibler Todesursachen reduziert werden [12, 2325].
Um die potenziellen Auswirkungen einer besseren präklinischen Disposition und Behandlung zu veranschaulichen, wird auf den hohen Prozentsatz potenziell vermeidbarer präklinischer Todesfälle im Zusammenhang mit Traumata, fehlenden Alarmmeldungen in ländlichen Gebieten und Fehlinterpretationen komplexer Verkehrsunfälle aufgrund fehlender Informationen hingewiesen [10, 2527]. Das individuelle Outcome könnte somit weniger von einzelnen Behandlungsintervallen als eher von der Qualität und Quantität im Sinne einer adäquaten notfallmedizinischen Versorgung abhängen.
Im eigenen Kollektiv ist der Anteil der schwer verletzten Personen nach TPS-eCall-Alarmierung mit 4 von 209 Fällen gering. Aufgrund der normierungsbedingt steigenden Anzahl der TPS-eCall-Alarmierungen ist jedoch eine weitere Fallzahlerhöhung sicher (Abb. 1). Der aktuelle Beobachtungszeitraum ist noch zu kurz, um den Anteil der TPS-eCall-assoziierten Alarmierungen im Verhältnis zu 14,6 Mio. neu zugelassen Pkw im Zeitraum von 2019 bis 2023, einem Pkw-Bestand von etwa 50 Mio. in 2023 und einem -Durchschnittsalter von etwa 10 Jahren beurteilen zu können [28].
Einige Probleme waren in sämtlichen beobachteten Unfallereignissen vorhanden, andere sind nur ein Einzelfällen beobachtet worden. Grundlegend zeigt sich bei allen Fällen eine nicht vorhandene technische Anbindung der digitalen Unfalldaten. Durch die fehlende Anbindung ist die Bewertung für die Disponierenden erschwert und die Dauer der Disposition verlängert [29]. Relevante Unfalldaten, wie Unfallort oder -zeit, müssen durch die Disponierenden ins Einsatzleitsystem übertragen werden, was eine Zeitverzögerung zur Folge hat. In eigenen Auswertungen unterschied sich die Dispositionsdauer bei TPS-eCall-Einsätzen bei einem gemischten Kollektiv aus 112-eCall-Einsätzen und konventionellen Notrufen nur bei einfach zu disponierenden Verkehrsunfällen mit wenigen anschließend transportierten Personen [29]. Bei 2 oder mehr transportierten Personen zeigten sich diese längeren Bearbeitungszeiten, welche a.e. durch einen Unterschied in der Rufnummer (Notruf vs. nicht priorisierte Rufnummer der Einsatzleitstelle) und möglicherweise einer zu erfragenden Anzahl der unfallbeteiligten Personen bestanden, nicht mehr. Ebenso ist denkbar, dass bei nur einer transportierten Person der Umgang mit einer größeren Menge verfügbarer Daten bei TPS-eCalls zu einer Verzögerung im Dispositionsgespräch führt, die im Kontakt zu Unfallbeteiligten nicht verarbeitet werden müssen. Eben jene Informationen beschreiben jedoch objektiv Teile eines Unfallhergangs. Unfallkinematiken sollten in der Bewertung für jede Unfallpartei separat bewertet werden [30]. In der weiteren Betrachtung der Unfallereignisse ist festzuhalten, dass die verunfallten Personen häufiger nicht Insassen eines TPS-eCall-fähigen Pkw waren (Fälle A, C, D). Die TPS-eCall-Daten müssten in diesen Fällen auf einen anderen Pkw bzw. auf Fußgänger:innen bezogen werden. In den Fällen erfolgte auch aufgrund von Fehlinformationen keine vollständige Berücksichtigung der Unfallgegner (Fälle C und D). Die zu interpretierende Kraft, die seitlich (Fälle A und D) oder heckseitig (Fall C) auf den Pkw wirkt, führte jeweils zu einer schweren Verletzung. Personen, die einen Frontalaufprall erlitten, blieben leicht bzw. unverletzt. In der differenzierten Betrachtung der seitlichen Unfälle (Fall B) ist der Sitzplatz im Pkw möglicherweise ein zentraler Punkt in der Unfallbewertung. Aufgrund der fehlenden Dokumentation ist nur zu vermuten, dass die polytraumatisierte Person in Fall B auf der anprallzugewandten Seite gesessen hat. Eine Gurtverletzung auf einem anderen Sitzplatz ist aufgrund der fehlenden Dokumentation nicht sicher auszuschließen.

Limitationen

Aufgrund der geringen Anzahl der aufgearbeiteten Fälle können keine allgemeingültigen Aussagen über die Verbindung von Unfallmechanismen und Verletzungen getroffen werden. Die Inhalte der TPS-eCall-Datensätze sind aktuell inhomogen und somit nicht immer verfügbar. Im Einsatz sollte die Unfallkinematik erkannt werden, jedoch ist diese aktuell kein Grund für die TTA. Ob und wie eine Übertragbarkeit von Unfalldaten auf andere Pkw möglich ist, gilt es in weiteren Studien zu untersuchen.

Fazit für die Praxis

TPS-eCall-Systeme bieten einen wichtigen Mehrwert, können aber die klinische Einschätzung nicht ersetzen. Die Implementierung medizinisch interpretierbarer Standards ist für die Bewertung dringend erforderlich.
Die Analyse verdeutlicht, dass die medizinische Bewertung von TPS-eCall-Daten aktuell durch heterogene Datenqualität, eingeschränkte Datenübertragungen und fehlende standardisierte Bewertungsalgorithmen erschwert ist. In allen Fällen war die schwerste Verletzung nicht eindeutig aus den verfügbaren eCall-Daten ableitbar. Objektive Daten zum Unfallmechanismus können dennoch ergänzende Hinweise auf Unfallfolgen liefern, sind aber ohne Kontext schwer in klinische Entscheidungen integrierbar. Die Disposition kann unfallmechanismusbedingt beeinflusst werden, sollte jedoch die möglichen Auswirkungen auf nicht im TPS-eCall übermittelte Unfallparteien berücksichtigen.

Danksagung

Die Autoren danken Justin Brosch für die freundliche Unterstützung durch die Bereitstellung der Fotografien der Einsatzorte.

Funding

Für diese Arbeit wurden keine finanziellen Fördermittel erhalten.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

B. Brune, S. Keil, M. Wolf, F. Herbstreit, S. Imach, L. Becker und M. Dudda geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. C. Waydhas ist Schriftleiter der Zeitschrift Notfall+Rettungsmedizin.
Diese Studie wurde nach Konsultation der zuständigen Ethikkommission (20-9161-BO) und im Einklang mit nationalem Recht durchgeführt.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
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Titel
Interpretation von TPS-eCall-Daten: Herausforderungen bei der medizinischen Bewertung von Unfallinformationen
Verfasst von
Dr. med. Bastian Brune
Sascha Keil
Maximilian Wolf
PD Dr. med. Frank Herbstreit
PD Dr. med. Sebastian Imach, MBA
Dr. med. Lars Becker
Prof. Dr. med. Christian Waydhas
Prof. Dr. med. Marcel Dudda
Publikationsdatum
15.01.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Notfall + Rettungsmedizin
Print ISSN: 1434-6222
Elektronische ISSN: 1436-0578
DOI
https://doi.org/10.1007/s10049-025-01691-5
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